Wirtschaft

Besinnungsloses Grundeinkommen

Monatlich 2500 Franken für alle vom Staat — so das Versprechen einer Volksinitiative. Die Unterstützer berufen sich zu Unrecht auf den liberalen Ökonomen Milton Friedman.

Von Silvio Borner

Man könnte es sich einfach machen und die Initiative am Souverän scheitern lassen, denn ich zweifle nicht daran, dass sie vor dem Volk eine Abfuhr erhalten wird. Allerdings ist schon ihre Ankündigung ein Symptom für den schleichenden Vormarsch des Sozialismus, das man genauer ansehen muss.

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Kommentare

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  • Stephan Wanner
  • 18.02.13 | 10:22 Uhr

Die Zeit ist überreif für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) für die Schweizer Bürger und Bürgerinnen. Das BGE hat mit Sozialismus/Kommunismus wenig gemeinsam, denn das BGE schafft den leistungsorientierten Arbeitsanreiz nicht ab. Auch unter dem BGE wird es Topverdiener geben, Wohlstand, Reichtum und Privatbesitz werden vom BGE nicht hinterfragt oder angetastet. Das BGE wird aber sicherstellen, dass - im Gegensatz zur heutigen aufgeblähten und primär sich selbst alimentierenden schein-sozialen Sozialindustrie - Schweizer Bürger und Bürgerinnen durch keine sozialen Netze mehr fallen.

  • markus dessler
  • 18.05.12 | 14:50 Uhr

@george: ihre argumentation gleicht derjenigen von leuten, die sich immer gleich den perversesten schweinskram bei stop-aids-kampagnen ausdenken, wenn man eine frau, einen mann und einen pariser sieht. darin sehen sie dann den verfall der gesellschaft kommen aus ihrer eigenen fantasie. und weshalb sind die leute, die die grundrente erhalten, dumm? allgemein eher eine komische argumentation gegen das BGE.

@bernhard: das rad der demokratischen umverteilung? wenn 90% des reichtums 10% der bevölkerung gehört, kann man kaum von umverteilung reden. und was ist schlimm an sozialer integration?

  • George Lips
  • 09.05.12 | 13:00 Uhr

Der Erfinder der Gundrente für jeden ist Welten dümmer als jene, die solche Grundrenten erhalten würden.Es gibt noch Landstriche in dieser Welt wo man fast feudal leben kann mit 2x2500 Fr. (2 Pers.).Wie ich es sehe,würden Grundrentenbezüger bzw. -beschenkte unverzüglich das Weite suchen und auf den Rücken liegen. Damit würde auch die Kaufkraft fliehen.Mit Vermietung der eigenen Bleibe könnte man dann fern des Landes wie ein Krösus leben.So wie das ausl.IV Bezüger tun.Also, wie dumm ist der Erfinder?Wohl sehr dumm.

  • Christine Joos
  • 07.05.12 | 07:18 Uhr

Geistig: Rainer, gerade religiös-fundamentalistische aufs Jenseits gerichtete Erziehung, die heute noch kriegerisch eingebläut wird - Islam -, erzeugt Knechtschaft. Glauben light, Gesetzgebung light und das Arbeiten an sich ohne fremde Knechtschaftsversuche (Fundamentalisten und Sekten mit Persönlichkeitsvernichtungs-Potential) sind wahrscheinlich weiterhin die Krücken zum Weiter-Gehen.

Technik: Fortschritt läuft falsch. Was für ein Fortschritt ist das, der den Flug zum Mond ermöglicht, aber Verdursten am leeren Brunnen nicht verunmöglicht? Wieso gibt es hier keine parallele Entwicklung?

  • Rainer Selk
  • 05.05.12 | 14:55 Uhr

Christine, Fortschritt, der rein auf technische Schritte basiert, wird am Ende selbstzerstörend sein. Das Rennen um die Vormachtstellung im All ist längsts im Gang.

Also muss der Fortschritt auch in geisitger Hinsicht parallel verlaufen und da scheiden sich die Geister erheblich. Ist der Islam der Fortschritt, ist es die Katholische Kirche mit ihrer Vielzahl von undurchsichtigen Theologien? Dies nur als Beispiele.

Das Rad der Umverteilung dreht sich nur solange, wie es etwas zum 'Drehen' gibt. Dreht sich nichts mehr, wird die Landung hart. Aber das wird früher oder später kommen.

  • Christine Joos
  • 05.05.12 | 07:28 Uhr

Herr Borns Argumente sind einleuchtend. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Zu bedenken geben möchte ich aber trotzdem, dass die Utopie eines Schlaraffenlandes, wo alle alles haben, durchaus realistisch angedacht werden kann: Rein daraus, dass technischer, medizinischer, etc. Fortschritt uns Unglaubliches erreichen liessen (Flug zum Mond), der Kampf des Einzelnen um's tägliche Ueberleben rein der Grundbedürfnisse wegen aber heute noch so brachial vonstatten geht, wie zu Steinzeiten, lässt sich doch ableiten, dass Fortschritt einseitig in die falsche Richtung läuft. Nur so als Gedanke..

  • Alex Leibovici
  • 04.05.12 | 11:43 Uhr

Eigentlich hat Milton Friedman den "negativen Einkommenssteuer" als Zusatz zu seinem Einheitssteuer (Flat-Rate Tax) Projekt vorgeschlagen, und das ganze als Übergangsplan zu einer laissez-faire Gesellschaft gedacht. Dies ist der Hauptgrund warum ist M. Friedman hier und heute als Supporter fehl am Platz.

Wenn dieser "negatives Einkommenssteuer" bloss als Zusatz zum bestehenden Steuersystem vorgeschlagen wurde, hat M. Friedman diesen stark bekämpft (laut http://en.wikipedia.org/wiki/Negative_income_tax#Specific_models).

  • Bernhard Zueger
  • 03.05.12 | 16:41 Uhr

Besser und einleuchtender kann man es kaum beschreiben:

„… es geht gar nicht mehr primär um die finanzielle Unterstützung, sondern um die soziale Integration, die individuelle Beratung und Betreuung. All das zeigt: Das Rad der demokratischen Umverteilungsmaschine lässt sich nur schwer zurückdrehen. Die Initiative will ihm nochmals einen kräftigen Schub nach vorne verpassen“.

Von den weiteren Nachteilen, die den (Sozial-)Staat in kürzester Zeit zum Einsturz bringen würden, gar nicht zu reden.

Ein grundloses Einkommen!

 
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