«Der Neid auf Glückliche nimmt zu»

Ob rauchen, fluchen, feiern oder Sex haben – alles, was das Leben lebenswert macht, steht heute unter ­Verdacht. Der Wiener Philosoph Robert Pfaller ist den Ursachen für den Verbotswahn und die ­Lustfeindlichkeit nachgegangen und meint, man müsse sich gegen die Prüderie wehren.

Von Rico Bandle

Wann sind Sie das letzte Mal stark ver­katert aufgewacht?

Das ist nicht lange her. Allerdings vertrage ich derzeit wegen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oft keinen Alkohol, da können schon zwei Gläser zu viel sein und einen schrecklichen Kater verursachen.

Dann kann man Sie also gar nicht fragen, ob sich der Rausch gelohnt hat.

Doch. Er hat sich gelohnt. Die Fröhlichkeit gibt Kraft, mehr jedenfalls, als wenn man dauernd auf die Gesundheit achtet.

Das Übel beginnt ja schon in der Kindheit: Alles, was schmeckt, ist ungesund, und ­alles Gesunde schmeckt nicht.

Das hängt mit dem Kontext zusammen, in dem wir etwas konsumieren. Die vermeintlich ungesunden oder unvernünftigen Handlungen dienen dazu, ein besonderes Ereignis zu markieren. Frühmorgens Alkohol zu trinken, empfinden wir als abstossend, abends mit Freunden ist es wunderbar.

Es geht doch nicht nur um besondere Ereignisse: In einen fetten Hamburger zu beissen, ist einfach der grössere Genuss, als in einen Apfel zu beissen.

Wenn Sie jeden Tag in einen fetten Hamburger beissen müssten, würden Sie eher denken: «Was bin ich eigentlich für ein Underdog in dieser Gesellschaft.» Erst wenn Sie andere Möglichkeiten haben, ist es wirklich lustvoll, sich eine richtige ­Schweinerei zu gönnen.

Sie behaupten in Ihrem Buch, in unserer Gesellschaft würden Genüsse zu­nehmend als Ärgernisse wahrgenommen. Können Sie das erläutern?

Fast alles, was wirklich Freude bereitet, ist in den letzten zwanzig Jahren einer gewissen Verfemung unterlegen. Am deutlichsten sieht man das bei der Tabakkultur: Selbst viele Raucher befürworten restrik­tive Rauchverbote. Es gibt unzählige Beispiele: Plötzlich ist der Alkohol suspekt. Man senkt die Promillegrenzen beim Fahren, als ob damit die Sicherheit erhöht werden könnte! In gewissen Ländern gab es nach der Senkung sogar mehr Unfälle, weil man die Leute damit verunsichert hat. Diese Genussunterdrückung ist bis ins erotische Verhalten feststellbar.

Im erotischen Verhalten?

Männer und Frauen scheuen sich auffällig davor, einander anzusprechen oder ein Kompliment zu machen – aus Angst, dies könnte bereits als Übergriff gelten. Allgemein gilt: Alles, was etwas Zwiespältiges an sich hat, kann nicht mehr gefeiert werden. Dabei ist es genau das Zwiespältige, das den Genuss erst ermöglicht. Kaum je kommt es noch vor, dass jemand sagt: «Mach doch auch mit, sei doch kein Spassverderber.» ­Solche Aufforderungen sind aber nötig, ansonsten steht das Individuum ratlos dem zwiespältigen Objekt gegenüber, das ihm dann nur noch als ungesund, unvernünftig und belästigend erscheint.

Sie plädieren für den Gruppendruck?

Das ist kein Gruppendruck, das darf man nicht verwechseln. Gruppendruck, wie er unter Jugendlichen herrscht, ist der Konformitätszwang einer intimen Gemeinschaft, wo zum Beispiel alle dieselbe Jacke tragen müssen. Die Höflichkeit hingegen ist ein Druck, der nicht von den Anwesenden ausgeht, sondern davon, dass sich alle Anwesenden einer unsichtbaren Beobachtung aus­gesetzt fühlen. Die Gebote, auch jene des Feierns, verweisen damit auf jene grössere, anonymere Organisationform, die sich Gesellschaft nennt.

Und weil heute die Höflichkeit abhandengekommen ist, beteiligt man sich nicht mehr am Fest, sondern fühlt sich im Gegenteil dadurch gestört?

Ja. Die Genussgebote in der Gesellschaft sind weitgehend verschwunden, was mit der Privatisierung zu tun hat und damit, dass es immer weniger öffentliche Räume gibt. Alles, was geselliges Verhalten ist, wird nur noch als Privatpassion des anderen wahrgenommen; man sieht darin nicht mehr, was es eigentlich ist: einen Akt der Höflichkeit. Anstatt dass man sich freut, dass Menschen fröhlich sind, sucht man danach, was einen daran stört. Sich gestört zu fühlen, sich über alles zu empören, ist für viele Leute zu einer Grundbefindlichkeit geworden.

Sie bringen Feiern und Geniessen mit Höflichkeit in Verbindung. Weshalb?

Die Feiernden fühlen sich einem Gebot verpflichtet: Sie handeln so, weil es eine ­Schande wäre, jetzt nicht gemeinsam in grösseren Mengen zu trinken. Sie praktizieren damit ein Stück Höflichkeit – die ja immer auf Schamgefühl beruht und der Rücksicht auf das Bild, das man in den Augen eines unsichtbaren Beobachters abgibt.

Sie bezeichnen das lustfeindliche Verhalten als eine Folge des Neoliberalismus. Das Gegenteil ist doch der Fall: Wenn der Staat den Leuten vorschreibt, was gut für sie sein soll, so ist das doch eher dem Sozialismus zuzuordnen.

Das klassische bürgerlich-liberale Bewusstsein ist freiheitsliebend, beim heutigen, neoliberalen Staat ist das weniger der Fall. Das Rauchen im Kaffeehaus als öffentliche Verkehrsform zum Beispiel wurde in Österreich von der bürgerlichen Revolution erkämpft. Typisch für den neoliberalen Staat ist, dass er sich so weit zurückzieht, dass er keine positiven, fördernden Funktionen mehr wahrnimmt, sondern nur noch die ­negativen, verbietenden. Zum Beispiel, indem er kaum mehr öffentliche Räume zur Verfügung stellt.

Unzählige staatliche Präventionskam­pa- gnen wollen uns das lustvolle ­Leben vermiesen. Weshalb lassen wir das zu?

Es geht den Präventionsfachleuten nicht in erster Linie darum, uns etwas zu vermiesen, sondern ein paranoisches Bewusstsein aufzubauen. Plötzlich muss man alles aus­ziehen bis auf die Socken, weil die Sicherheit in Gefahr ist, morgen ist das Ozonloch bedrohlich, dann dürfen wir kein Fleisch mehr ­essen. Es sind immer ganz enge Schlüsse von einer Bedrohung zu Sofortmassnahmen, die uns nicht nur bevormunden, sondern auch in eine Hektik und einen Moralismus ver­setzen.

Weshalb fallen wir immer wieder auf solche Panikmache rein?

Mit einer Weltanschauung wie «Die Erde steuert auf eine Katastrophe zu, wir müssen etwas tun» kann man sich gut identifizieren. Das schafft uns die Gelegenheit, uns vernünftig zu fühlen, indem wir vermeintlich richtig handeln. Der Lustgewinn liegt nicht in der Freude, sondern in der Selbstachtung.

Die Schlagzeile «Radioaktive Wolke im Anflug» hat halb Europa tagelang in den Bann gezogen. Der Mensch scheint Horrorsze­narien zu mögen.

In solchen Fällen weiss man eigenartiger- weise nie genau, ob die Bedrohungen hochgespielt oder totgeschwiegen werden. Oft geschieht wohl beides gleichzeitig. Was sicher ist: Unsere Zeit zeichnet sich durch ein ständiges Panikbewusstsein aus. Das ist ein Epochenunterschied gegenüber der ­Moderne, die noch durch einen starken Fortschrittsglauben geprägt war. Wenn man an den Fortschritt glaubt, ist man nicht gleich zimperlich, wenn einmal Schwierigkeiten auftreten. Heute, in der Postmoderne, glauben wir an gar nichts mehr ausser an uns selbst. Deshalb sind wir so in Beschlag genommen, wenn eine vermeintliche Bedrohung auftaucht.

Nach der Katastrophe in Japan sagten die bekanntesten Schweizer Komiker ihre wöchentliche Comedy-Sendung ab, da ihnen in diesem Umfeld nicht nach Spassmachen zumute war. Wenn selbst die Hofnarren schweigen, was bedeutet das?

Ich kenne diese Comedy-Sendung leider nicht. Meist dürfte es bei solchem Verhalten aber darum gehen, dass man über den anderen nicht lachen darf, weil man ihm nicht zutraut, dass er auch über sich selbst lachen könnte. Dabei wäre dies die Form des zivilisierten Umgangs miteinander: dass man gegenseitig über- und miteinander lachen kann. Wenn man aufhört, zu lachen, macht man die Welt zu einem Zoo, in dem sich alle nur noch fremd und mit ihrer stupiden Identität beschäftigt sind.

Das oberste Gebot lautet: Ja niemanden stören oder verletzen.

Genau. Die Tonalität der Intervention hat sich total geändert. Heute sagt der Staat nicht mehr: «Sei doch kein Spielverderber, wer hier lebt, muss das ertragen können, nimm dich gefälligst zusammen.» Sondern er sagt: «Könnte dich nicht etwas stören? Könnte es sein, dass deine zarte Identität auf etwas stösst, was sie nicht verkraftet?» Mit solchen Appellen an die Schwäche sorgt man dafür, dass dieses Anstössige im öffentlichen Raum nicht mehr vorkommt – und zerstört ihn damit.

Wechseln wir den Blickwinkel, jetzt sind wir die Spielverderber. Meine Nachbarn feiern laut, ich möchte schlafen. Ist es da nicht verständlich, dass ich versucht bin, mit dem Besen an die Decke zu klopfen?

Es gehört zum zivilisierten Umgang der Menschen, dass man sich absprechen kann. Hätte Sie der Nachbar informiert und vielleicht auch an das Fest eingeladen, so wäre der Besen wohl kein Thema. Man vergisst oft: Vieles ist verhandelbar, auch die Lautstärke der Musik. Nichts davon rechtfertigt irgendwelche totalen Verbote.

Schwieriger wird es, wenn ich am Rande eines Parks wohne und Jugendliche dort bis in den frühen Morgen feuchtfröhlich feiern. Darf ich dann nicht die Polizei a­nrufen?

Andere Menschen wohnen in der Nähe einer Fabrik oder in der Anflugschneise des Flughafens und werden auch nicht bei der Polizei anrufen, wenn in der Nacht ein Flugzeug über ihr Haus donnert. Es ist bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass ausgerechnet die Situation des Feierns dem Generalverdacht unterliegt. Ich glaube, dass dies nicht ganz zufällig passiert.

Weshalb denn?

Man empfindet zunehmend Neid auf das ­Geniessen des anderen. Man hat immer mehr das Gefühl, wenn es jemandem gutgeht, dann geniesst er sein Glück nur für sich, in seiner privaten Existenz, und tut es nicht in seiner öffentlichen Rolle, an der ich auch teilnehmen könnte. Wenn jemand offensiv fröhlich ist, so sehen wir in ihm einen Dieb, einen Genussdieb, der uns etwas wegnimmt. Und dann schreien wir nach Ver­boten.

Sie sagen, man könne nur in der Gemeinschaft glücklich sein. Was aber, wenn man ganz allein im Sessel ein gutes Buch liest?

Auch das kann ein Glücksmoment sein. Man nimmt dabei aber wie in der Öffentlichkeit eine Rolle ein, nämlich jene des zufriedenen Buchlesers. Dabei spielt man sich selbst sowie einem unsichtbaren Beobachter Glück und Musse vor. Dieses Rollenspiel ist entscheidend für die Entstehung von wirklichem Glück. Und im umgekehrten Fall ebenso von wirklichem Unglück. Der französische Philosoph Alain sagt darum: Der Unhöfliche ist selbst dann noch unhöflich, wenn er alleine ist.

Mit dem Verbotswahn geht der Sicherheitswahn einher. Wenn man heute seine Kinder ohne Helm Rad fahren lässt, erntet man von andern Eltern böse Blicke. Beim Skifahren soll man den Kindern gar einen Rückenpanzer anziehen.

Die Kinder sind die Sollbruchstellen unseres vernünftigen Bewusstseins. Atheistische Eltern schicken ihre Kinder plötzlich in religiöse Schulen, rauchende Eltern sagen ihren Kindern, sie dürften nie rauchen. Das mag alles gute Gründe haben, ist aber gegenwärtig Ausdruck der Panik, die die heutige Gesellschaft kennzeichnet. Hierzu gehört auch der Nachhaltigkeitswahn, wir müssten die Welt um jeden Preis retten, damit die Kinder sie bewohnen können.

Allerdings ist die vor zwanzig oder dreissig Jahren weitverbreitete Ansicht, man dürfe keine Kinder auf diese böse Welt setzen, heute verschwunden – trotz Atom- und Nachhaltigkeitspanik.

Stimmt. Heute kompensieren viele Eltern ihre Verantwortungslosigkeit, Kinder auf die Welt zu setzen, indem sie anderen Vorschriften machen wollen zur Erhaltung der Welt.

Masslosigkeit gibt es ja heute durchaus, auch was den Konsum von Genussmitteln betrifft. Doch auch das kritisieren Sie in Ihrem Buch. Kann man es Ihnen nicht recht machen?

Sie meinen die im Buch beschriebenen Alkoholexzesse von Deutschen auf Mallorca. Ich glaube, dass unsere Kultur das Feiern insofern verlernt hat, als sie nicht mehr freudig feiern kann, sondern nur finster, in der Form des masslosen Exzesses. Mir kommt das vor wie bei pubertären Kindern, die über die Alkoholreserven ihrer Eltern herfallen, sobald sie einen Abend alleine zu Hause sind. Es fehlt uns das vernünftige Verhältnis zu den Genussmitteln.

Was ist denn vernünftig? Sonst plädieren Sie ja auch dafür, unvernünftig zu sein.

Hinter diesen Komatrink-Exzessen steckt etwas Wunschgerechtes: ein möglichst abstossendes Bild des Feierns zu liefern. Mich besorgt weniger die Masslosigkeit, als dass der Genuss damit diffamiert wird. Das ist typisch für eine prüde, asketische Zeit. Der Genuss wird nur in einer abstossenden Gestalt geduldet.

Wie ist das beim Sex? Stellen Sie hier auch diffamierende Elemente fest?

Sicherlich – denken Sie nur an den Porno-Pop oder den Exhibitionismus der Talkshows. Der Hintergrund dazu: Wir erleben eine Deinstitutionalisierung des ­erotischen Lebens. In den 1960er Jahren herrschte noch eine gewisse bürgerliche Doppelmoral. Man war verheiratet und hatte daneben vielleicht einen Liebhaber oder eine Geliebte. Heute, mit der sexu­ellen Befreiung, heiratet man oft nicht mehr, lebt dafür in einer innigen Zweierbeziehung, die aber alle Aufgaben übernehmen muss. Sie muss sicher und ver­lässlich sein wie früher die Ehe, andererseits muss sie erotisch aufregend sein wie früher die Liebhaber.

Das ist nicht möglich?

Das führt beispielsweise dazu, dass Sex-Toys Eingang finden in diese informellen Formen der Liebe. Peitschen oder Handschellen passen aber kaum in einen pro­fanen Beziehungsalltag. Die Ritualzusammenhänge, die mit solchen Utensilien korrespondieren, kann man da schlecht herstellen. Interessant dabei: Die Paare verstecken ihre Spielzeuge nicht, sie ­stellen ihre Dildos sogar in die Vitrine. Man präsentiert die Ausschweifung. In den fünfziger Jahren hätte man sie noch versteckt.

Das ist doch immerhin ehrlich.

Hinter der sichtbar gemachten sexuellen Aufgeschlossenheit verbirgt sich in der Regel ein dürftiges Sexualleben.

Wie kommen Sie darauf?

Das exhibitionistische Bedürfnis unterstreicht die Tatsache, dass man sich nicht mehr als Teil jener unsichtbaren Öffentlichkeit fühlt, die für das Glück unabdingbar ist. Wer diese Dimension verloren hat, verspürt im Gegenzug das symptomatische Be­dürfnis, sein Intimleben öffentlich zu ­machen, sei dies mit dem Dildo in der ­Vitrine, mit Komasaufen im Stadtpark oder mit intimen Geständnissen in Talk- oder ­Reality-Shows.

Sehen Sie die Ursache für die aufkom­mende Prüderie in der Lustfeindlichkeit des Protestantismus und seiner Arbeitsmoral?

Ich würde mit Max Weber argumentieren: Der Protestantismus ist ein Kulturphänomen, das nicht nur dort stattfindet, wo er ­seine religiöse Prägung hat. Es gibt heute ­einen säkularen Protestantismus, der gar nicht weiss, dass er einer ist.

Ist der Protestantismus jedoch für diese Entwicklung verantwortlich?

Ich sehe keine historische Kontinuität. Aber nach 68 haben fast alle Bewegungen, die sich befreien oder emanzipieren wollten, eine Gedankenfigur aufgegriffen, die auch der Protestantismus pflegte: dass man sich dann befreit, wenn man ganz man selbst ist. Man strebt also nach Selbstverwirklichung, kämpft gegen Entfremdung, Frauen wollen keine Objekte sein und so weiter. Diese verstärkte Ichbezogenheit in Verbindung mit einer entfesselten Ökonomie ergibt eine verheerende Konstellation, die nicht zu mehr Befreiung, sondern zu mehr Repression führt.

Die ganze Frauen- und Befreiungsbewegung hatte eine gegenteilige Wirkung?

Der Narzissmus ist eine typische Kinderkrankheit fast aller emanzipatorischen Bewegungen: dass man reflexartig glaubt, dass man frei ist, wenn man ganz man selbst ist. Auf diesem Weg verzichtet man unweigerlich auf jene materiellen, nicht ich-­haften Teile von Welt, die man auch benötigt, um frei zu sein.

Zum Schluss, was raten Sie mir: Soll ich heute nach Feierabend ins Fitnessstudio oder mit Kollegen ein Bier trinken gehen?

Ich glaube, dass Sie Ihre Balance sehr gut selbst steuern können, dazu brauchen Sie keinen Rat vom Philosophen. Wenn ich Ihnen aber einen Rat geben soll: Sorgen Sie dafür, dass es in bestimmten Situationen noch öffentliche Imperative gibt – dass man ­wieder häufiger sagt: «Jetzt dürfen wir keine Spassverderber sein.»

 

Robert Pfaller:

Der Kulturwissenschaftler wurde 1962 in Wien geboren und ist heute Professor für Philosophie an der dortigen Universität für angewandte Kunst. Seine lebensnahen, mit einer unverkennbaren Brise Provokationslust verfassten Arbeiten stossen auch bei ­einer breiten Öffentlichkeit auf Interesse. Sein Augenmerk liegt auf einer zunehmend sterilen und asketischen Gesellschaft, bei der alles Schmutzige nur noch mit Ekel und nicht mehr mit Lust verbunden ist. In seiner Argumentation greift er gerne auf Beispiele aus der Populärkultur zurück. Für «Die Illusionen der anderen. Über das Lustprinzip in der Kultur» (Suhrkamp, 2002) erhielt Pfaller 2007 den Preis «The Missing Link» des Psychoanalytischen Seminars Zürich. Darin geht er der Frage nach, weshalb man trotz besseren Wissens oft unsinnigen Handlungen nachgeht, wie zum Beispiel Horoskope zu lesen. Seine letzten Bücher, «Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft. Symptome der Gegenwartskultur» (2008) und «Wofür es sich zu leben lohnt» (2011), sind im Verlag S. Fischer erschienen. (rb)

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