Personenkontrolle

Hohn, Roduner, Beyeler, Maurer, Brunner

Bisweilen sagt ein Namen mehr als tausend Worte. Michael Hohn, ehemaliger Leiter des Sozialamtes der Stadt Bern, liess sich im Mai 2008 krankschreiben, nachdem Meldungen über die unhaltbaren Zustände in seinem Amt öffentlich wurden. Zwar hält die Stadtregierung einen Bericht über die Misswirtschaft nach wie vor unter Verschluss. Doch musste sie kürzlich einräumen, dass von 301 untersuchten Fürsorgedossiers rund ein Drittel als «mangelhaft geführt» taxiert wurden. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der kränkelnde Hohn nun frühzeitig pensioniert werde und dass ihm die Stadt Bern aus «Dankbarkeit für die geleisteten Dienste» bis zu 266000 Franken schenken wolle, damit er auf eine volle Rente kommt. Apropos Hohn: In Zürich wurden die Controllerinnen Margrit Zopfi und Esther Wyler fristlos gefeuert, weil sie die Misswirtschaft im Sozialamt publik gemacht hatten. Danach wollte der Zürcher Stadtrat von den beiden Frauen auch noch den Lohn der letzten drei Monate zurückfordern. (axb)


Die Bundesanwaltschaft hat den Fall des delinquierenden Untersuchungsrichters Ernst Roduner letzte Woche nicht freiwillig der Zürcher Justiz übergeben, wie sie das hatte glauben machen wollen. Noch Ende Januar ging Ruedi Montanari, der stellvertretende Bundesanwalt, bei internen Gesprächen fest davon aus, dass er weiterhin die Ermittlungen zu Roduners selbstverfasstem Drohfax führen werde. Wer die Änderung der Verfahrensführung bewirkt hat, ist unklar. Womöglich hat Bundesanwalt Erwin Beyeler selbst eingesehen, dass sein Amt zu tief in die Affäre verstrickt ist und keine neutrale Untersuchung garantieren kann. Befremden löst die Begründung der Bundesanwaltschaft aus; sie hatte von einem «geringfügigen Fall» gesprochen, der sich auf dem Korrespondenzweg mit einem Strafmandat erledigen lasse. Diese Vorwegnahme des Resultats ihrer Abklärungen irritiert die Zürcher Justiz. Es sei nicht üblich, «dass eine übergebende Behörde sich ins Strafmass einmischt», erklärt der leitende Staatsanwalt Hans Maurer: «Auf jeden Fall bindet uns diese Einschätzung nicht.» (upe)

Auch die SVP ist konservativ, aber voller Gnade. Toni Brunner überlegt sich dem Vernehmen nach, ob die exkommunizierten Bündner und Berner wieder in den Schoss der allein selig machenden Partei aufgenommen werden sollen. Eingedenk der päpstlichen Tribulationen soll er sich aber noch nicht schlüssig geworden sein darüber, wie man dabei mit den Leugnern des Blocher umgehen müsste. (fre)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
 
 
 
|

weitere Ausgaben

Login für Abonnenten

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Passwort vergessen?

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Sie sind noch nicht bei Weltwoche online registriert? Melden Sie sich gleich an.

Zur Registrierung

Ihre Vorteile bei Registrierung:

  1. Zugriff auf alle Artikel und E-Paper*.
  2. Artikel kommentieren
  3. Weltwoche Newsletter
  4. Spezialangebote im Platin-Club*
*Nur für Abonnenten der Printausgabe