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14.12.2009, 14:19, Weltwoche online

Videokommentar vom 14.12.2009

«Volksentscheide lassen sich anhand von Weimar nicht schlechtreden»

Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel entkräftet Analogien, die Schweizer Medien und Politiker in der aktuellen Minarettverbots- und Demokratiedebatte zur Machtergreifung der Nationalsozialisten konstruieren wollen. Das Studium der damaligen Vorgänge zeigt: In wirklich freien Wahlen wurde Hitler nie vom Volk gewählt. Vielmehr wurde er von einer kleinen Macht-Elite ins Amt gehievt.

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Erschienen auf WELTWOCHE online, 14.12.2009
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Kommentare

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Walter Flück     04.01.10 17:40

Peter Schlegel,
[gelöscht am 05.01.2010 durch Moderator] Es war die herrschende Elite und die deutsche Justiz, die Hitler an die Macht brachten und sicher nicht die Mehrheit des deutschen Volkes. Mit Ihrem Vergleich der Minarettinitiative und Hitler sind Sie und der Club gestempelt als Feinde des dummen Volkes und der direkten Demokratie. Die bisherigen Erfahrungen haben bewiesen dass wir ohne fremde Richter und direkter Demokratie gut gefahren sind. Also verteidigen wir dieses
Erfolgsmodel gegen fremde und einheimisch Besserwisser.

Peter Schlegel     31.12.09 15:50

Walter Flück,

Ich gebe Ihnen recht, wenn Roger Köppel geschichtliche Ereignisse aus politischen und ideologischen Gründen nicht korrekt wiedergibt, ist das gefährlich!

Ich habe klar aufgezeigt, inwiefern Köppels Analyse falsch ist!

Roger de Weck hat es einmal mehr auf den Punkt gebracht:

"Ein demokratischer Rechtsstaat, der gewisse Kategorien von Bürgerinnen und Bürgern pauschal benachteiligt, wird zum undemokratischen Unrechtsstaat. Demokratie und Menschenrechte sind zwei Seiten derselben Medaille."

Das Verhalten von Köppel und der SVP ist antidemokratisch!

Walter Flück     27.12.09 17:12

@Jörn Knie 17.12.09 22:08
Schliesse mich Ihrer Meinung an. Lernresistente sind nicht a priori gefährlich. Wer
aber geschichtliche Fakten zu politschen Zwecken aus den Zusammenhängen reisst und dumme Leser sucht, die sein Fazit glauben sollten, ist gefährlich.
Eindeutig gefährlich sind aber antidemokratische Politiker und Organisationen. So war es auch in der Weimarer Republik. Siehe staatsrechtler C.Schmitt ab 1915.
Und so ist es leider auch heute wieder. Schliesse mich deshab auch aufsvoller Ueberzeugung dem Leserbrief von Dr.Bernhart, Weltwoche 52/53 09 an,
mein Wunsch für 2010

Peter Schlegel     21.12.09 15:53

Fazit:

1. Hitler gelangte auf demokratischem Weg an die Macht!

2. Hauptursache war, dass das Volk mehrheitlich undemokratische Kräfte wählte.

3. Antisemitismus war weit über das Lager der NSDAP verbreitet.

4. Die gezielte Diffamierung von Sozialdemokraten und Kommunisten führte dazu, dass Nazis und Rechtskonservative eine Mehrheit im Parlament hatten und das Ermächtigungsgesetz annahmen.

Wenn die SVP Linke (Vergleich Dolchstosslegende und Messerstecherplakat) und Minderheiten (Vergleich "Jüdische Gefahr" und "Islamisierung") gezielt diffamiert, ist das äusserst gefährlich!!!

Peter Schlegel     21.12.09 15:44

3. Köppel erwähnt das "4. Ermächtigungsgesetz von 1933" mit keinem Wort. Dort hat das demokratisch gewählte Parlament, sich faktisch aufgelöst und Hitler die Gesetzgebung übergeben.

Es ist also keineswegs so, dass nur 3 Personen die Hitler-Diktatur ermöglichten. Es war das demokratisch gewählte Parlament, das eben mehrheitlich aus Undemokraten bestand! Und diese Undemokraten WURDEN VOM VOLK GEWÄHLT!

Nachdem die Kommunisten ausgeschlossen wurden, hatten die Nazi und Nationalkonservativen die Mehrheit im Parlament. Einzig die SPD stimmte gegen das Ermächtigungsgesetz!

Peter Schlegel     21.12.09 15:39

2. Gerade bei den Nationalkonservativen und ihren Anhängern stiessen die Ideen Hitlers und das antisemitische Gedankengut auf grosse Zustimmung.

Hitler verlor bei den zweiten Wahlen von 1932 vor allem an die Nationalkonservativen Kräfte (vor allem an die DNVP). Das rechte Lager bestehend aus Nazis und Nationalkonservativen erhielt bei beiden Wahlen 1932 rund 50% der Stimmen.

Auch die willkürlichen Verhaftungen von Kommunisten und teilweise von Sozialdemokraten stiessen im Nationalkonservativen Lager auf Zustimmung (Siehe Dolchstosslegende).

Ismail Tunca     18.12.09 21:55

Ich hab mit wohlwollen Ihrem Kommentar zugehört!
Aber Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass Wir als Leser so dumm sind & ihnen Dies abkaufen! Sie haben das Buch bestimmt überflogen...wenn auch nur Das!
Sie sonnen sich momentan im Angesicht der Presse & einiger Fanatiker! Naja,- so kann man auch leben!
Jedoch sollte Ihnen doch jetzt schon klar sein, dass Sie verlieren werden!
Die Gerechtigkeit triumphiert immer über den Popullismuss!!
Hätten Sie mehr Geschischtsbücher & die Geschichte gelesen,-wüden Sie Dies wissen! Sie haben jetzt schon verloren,-das ist ihnen doch hoffentlich klar!

urs fitze     18.12.09 12:54

roger köppel hat also kershaws wälzer (1200 seiten) an einem wochenende gelesen...wohl kaum, sonst hätte ihm bei der lektüre des zweiten teils des epochalen buches auffallen müssen, dass adolf hitler lange jahre ein ausgesprochen populärer diktator war, der zweifellos die grosse mehrheit des volkes hinter sich hatte...angela merkel hält mit ihrer cdu aktuell etwa die stimmenanteile, die die nsdap 1932 erreichte. ist sie deshalb nicht demokratisch legitimiert? hitler kam als kanzler einer koalitionsregierung am 30.1.1933 an die macht, als vertreter der mit abstand grössten partei...

Fabio Valeri     18.12.09 00:31

Im aktuellen Merkur (http://www.online-merkur.de/) ist ein Artikel von Horst Dreier mit dem Titel "Die drei gängigsten Irrtümer über die Weimarer Reichsverfassung ". Daraus ist u.a. zu entnehmen, dass der endgültige rechtliche Todesstoss der Republik nicht durch einen Akt direkter Demokratie, sondern mit einem verfassungsändernden Gesetz der gewählten Volksvertretung versetzt wurde.

Jörn Knie     17.12.09 22:45

@Peter Schlegel:
zu Ihrem letzten Kommentar:
die Lernresistenz ist ganz auf ihrer Seite. Die Verbrechen, aufgrund derer die genannten Institutionen geschaffen wurden, sind doch gerade ein Produkt nicht demokratisch legitimierter Handlungen. Das Vorgehen, dass wieder (man entschuldige den Begriff) "Eliten" irgendwelche Konventionen ausarbeiten, jedem Land in Reichweite aufzwängen und sich dabei auch noch das Recht herausnehmen, diese jederzeit beliebig auszudehnen und umzudeuten (Zustimmung=Blankscheck?), ist doch kein Produkt eines Lernprozesses aus der Geschichte!

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