Vor über einem Jahr erteilte das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) Microsoft einen 42-Millionen-Franken-Auftrag. Lizenzen, Programme, Wartung und Unterstützung für die knapp 40000 Computerarbeitsplätze der Bundesverwaltung. Die Vergabe erfolgte «freihändig». Keine andere Firma hatte die Gelegenheit, ein Angebot zu machen.
Die Konkurrenz fühlte sich übergangen und reichte Beschwerde ein. Die Mehrheit von ihnen sind Schweizer KMU. Sie bieten Open-Source-Lösungen an, also Software, bei der die Quellcodes, die Baupläne der Programme, offen zugänglich sind. Microsoft, aber auch Apple oder SAP arbeiten mit geheimem Quellcode (Closed Source).
Recherchen der Weltwoche hatten gezeigt, dass eine Alternative nie ernsthaft geprüft wurde. Die Beamten wussten sehr wohl, dass sie rechtlich alles andere als auf festem Boden standen. Erst im Nachhinein suchten sie eine Legitimation (Weltwoche, Nr. 17/2010).
Am Dienstag hat das Bundesverwaltungsgericht trotzdem entschieden, nicht auf die Beschwerde der Open-Source-Anbieter einzutreten. Sie seien gar nicht legitimiert, gegen die Vergabe eine Einsprache zu erheben.
Mehrere Beispiele zeigen, dass die Verwaltung immer wieder grosse Aufträge vergibt, ohne Alternativen zu prüfen. Das grenzt an Denkfaulheit und Arbeitsverweigerung. Leidtragende sind meistens KMU, die vom Wettbewerb ausgeschlossen werden. Denn darum geht es letztlich: Faire Verfahren, in denen der Beste gewinnen möge. Ob das dann im Falle von IT-Aufträge Closed- oder Open-Source-Lösungen sind, spielt keine Rolle.
Mehr dazu in Weltwoche 27/2010.


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