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02.02.2010, 18:31, Weltwoche online

Roger Köppel auf stern.de

«Die Gier bestimmt das Recht»

stern.de hat Chefredaktor Roger Köppel eingeladen, die Sicht der Schweiz im Streit um die Steuersünder-CD darzulegen. Im Ernstfall sollte der Schweizer Bundesrat die deutsche Regierung verklagen wegen Anstiftung zu Industriespionage und illegalen Handlungen, schreibt Köppel. Alle deutschen Minister, welche die Schweizer Grenze überschreiten, wären zu verhaften.

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Hier finden Sie den vollständigen Artikel auf stern.de. Im Folgenden einige Auszüge aus dem Text:

 «Man muss sich den ungeheuerlichen Vorgang vor Augen halten: Die deutsche Regierung erwägt ernsthaft, sich mit einem Verbrecher, der die Daten klaute, auf ein Millionengeschäft einzulassen. Das schmierige Manöver soll mit dem Hinweis gerechtfertigt werden, dass Deutschland einen dreistelligen Millionenbetrag erhalten könnte. Recht ist, was dem Staate nützt. Die Gier diktiert das Recht.»

Mehr zum Thema: Dossier Bankgeheimnis / Steuerstreit

«Die Bundesrepublik installiert eine Art grenzübergreifendes Blockwartsystem, das mit illegalen Methoden deutschen Bürgern nachstellt. Bisher beschränkte sich der Überwachungsstaat der Steuerschnüffler auf das eigene Territorium. Nun soll er über die Landesgrenzen hinaus exportiert werden.»

«Die Geschichte wiederholt sich. Das Schweizer Bankkundengeheimnis geht auf die Zeit der deutschen Hyperinflation im letzten Jahrhundert zurück.»

«Erst in den dreißiger Jahren, als sich eine neue deutsche Führung mit zunehmender Militanz gegen Kapitalflüchtlinge wandte, verabschiedeten die Schweizer ein Gesetz, das die Sicherung der finanziellen Privatsphäre zementierte. Es sollte die Bankangestellten abschrecken, vertrauliche Informationen an Hitlers Denunzianten zu verkaufen.»

 «Mehr Zwang, mehr Kontrolle, mehr Bespitzelung, mehr Datenklau schaffen keine Steuergerechtigkeit. Mehr Zwang vertreibt mehr Kapital und noch mehr Bürger. Steuergerechtigkeit lässt sich messen: Sie ist dort am größten, wo die Kapitalflucht am geringsten ist.»

«Im Ernstfall sollte der Bundesrat die deutsche Regierung verklagen wegen Anstiftung zu Industriespionage und illegalen Handlungen. Alle deutschen Minister, welche die Schweizer Grenze überschreiten, wären zu verhaften.»

Erschienen auf WELTWOCHE online, 02.02.2010
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Kommentare

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Martin Bott     11.02.10 02:17

@Walter Haberer
Ich empfehle ihnen, den in Gelb gehaltenen Satz oben bei www.totalitaer.de zu lesen, bevor Sie mit dem Finger auf die Bürger eines anderen Landes zeigen. Im Übrigen glaube ich Ihnen gerne, daß Sie die deutschen Untertanen "durchaus noch im Griff" haben.
Wenn es Ihnen in der Schweiz nicht gefällt, können Sie mich gerne in D besuchen. Dann können wir mal ganz offen und "direkt" über alles reden, was den deutschen Staat betrifft. Ihre schweizer Arbeitskollegen dürfen sie gerne mitbringen, damit die mal erfahren wie "direkt" die Deutschen sind wenn es ans Eingemachte geht.

Walter Haberer     10.02.10 15:05

@Karin-Maria Schäfer
„Wann kommen die Deuschen auf die Idee, Steuerflucht mit der Todesstrafe zu ahnden?“
Nicht von sich auf andere schliessen, bitte. In der Schweiz steht auf die Tatsache, Deutsche zu sein, der Tod („Die Kugel liegt schon für dich bereit …“, schreibt ein Anhänger der SVP an eine Deutsche in der Schweiz). Aber wir Deutschen haben uns durchaus noch im Griff.

Walter Haberer     10.02.10 14:55

@ Peter Sichrovsky
„Wie sagte man im EU-Parlament: Wenn Europa eine Küche wäre, dann ist Deutschland der Kühlschrank und die EX-DDR das Tiefkühlfach.“
Ich weiss nicht, wer das sagte. Ich weiss nur, dass die Franzosen die besten Freunde der Deutschen sind. Und das nützt beiden. Ganz nebenbei merkt man das in den Pausenecken Schweizer Unternehmen, in denen die Deutschen durchaus Kollegen finden, die sie nicht hassen, die meisten übrigens auch unter den Franzosen. Die Schweizer lassen wir aussen vor, denn, was die sagen ist das eine, was sie denken, das andere. Sie sind nicht so "direkt".

Walter Haberer     10.02.10 14:49

Also Herr Köppel, es ist ja richtig, dass man den Ankauf dieser Daten, vor allem aber deren Verwendung schon deshalb ablehnen muss, weil dadurch ein Signal gesetzt wird, den ohnehin schon löchrigen Datenschutz restlos auszuhöhlen. Aber es gibt keinen Straftatbestand, unter den der Ankauf einer CD fällt. Das wäre allenfalls ein Problem gegenüber dem deutschen Steuerzahler. Mit Ihnen, Herr Köppel, hat das aber nichts zu tun. Wenn Sie nachweisen könnten, dass die deutsche Regierung aktiv den Datenräuber angestiftet hat, dann können Sie wiederkommen. Aber nur gekränkte Eitelkeit reicht nicht aus,

Peter Sichrovsky     09.02.10 02:35

Die Gier ist es leider nicht, die leitet uns ein ganzes Leben lang und ist ein Grundprinzip der Konkurrenz und des Erfolgs. Hier geht es um den Hass der Deutschen, ihre Unsicherheit und den Neid. Der Auftritt Eichels war bezeichnend, ebenso des angeblichen Aufdeckers der Süddeutschen Zeitung. Sie schaffen es immer wieder die Deutschen und wundern sich dann, warum sie keiner leiden kann. Wie sagte man im EU-Parlament: Wenn Europa eine Küche wäre, dann ist Deutschland der Kühlschrank und die EX-DDR das Tiefkühlfach.

Thorsten Hunke     05.02.10 13:23

Ich stimme zu, dass ein Rechtsstaat sich nicht über seine eigenen Gesetze stellen darf und bin wie immer sehr enttäuscht über die deutsche Politik . Allerdings muss man auch die Gründe betrachten, welche zu diesem Dilemma geführt haben. Leider ist unsere Weltordnung in ihrer jetzigen Form seit Anbeginn ihres Bestehens durch die Banken der Welt korrumpiert wurden. Unsere gesamte westliche Gesellschaft ist abhängig von diesen Instituten. Ihre unmoralischen Handlungen sind der Grund für diese Krise und den damit zusammenhängenden Zusammenbruch der westlichen Zivilisation in ihrer jetzigen Form

Dr. Wolfgang Schulte     05.02.10 11:48

Liebe Frau Schäfer,
interessant und durchaus historisch zutreffend finde ich den Satz:
""Dann können wir die Verfolgten mittels Asylrecht und humanitärer Tradition (siehe Uiguren) samt Kapital sofort aufnehmen ;-))."
Nimmt die Schweiz eigentlich auch Verfolgte ohne Kapital oder nimmt die Schweiz gerne auch nur das Kapital ohne die Verfolgten (siehe Verkauf und Verwaltung des Vermögens der von Deutschen ausgeraubten und ermordeten Juden). Und gerne ist man ja auch anderen „Verfolgten“ behilflich wie Mobutu, Duval, Marcos, Taylor, Santor etc. etc. etc. ...ließe sich noch beliebig fortsetzen

Gianni Weidmann     05.02.10 00:36

Jeder Finazminister ist seinem eigenen Volke verpflichtet. Bei der heutigen Finanzlage der meisten Staaten kann man sich ganz klar solche Einnahmemöglichkeiten nicht entgehen lassen. Trotzdem kann sich der Staat nicht als Dealer benehmen, welche Vorbildsfunktion! So tun als ob man kauft, gleichzeitige Koordination mit dem BND, und der Datenklauer ist in Haft. Dort gehört er ohne jeden Zweifel hin und sicher nicht mit Millionen belohnt. Deutschland hat die Daten die sie an die Schweiz zurückgeben kann. Wenn sie diese CD vorher nicht kopiert haben, sind sie dümmer als erlaubt.

Rainer Selk     03.02.10 15:57

Was hier vor unseren Augen abläuft, ist ungeheuerlich. Weder die EU noch Deutschland schaffen es, Ordnung in ihre Haushalte zu bringen. Man bricht ratz fatz Rechtsstaatlichkeit + nimmt die Haltung von Piraten + Hehlern ein, ja, 'sonnt' sich noch damit.

Wann kommt jetzt das Faustrecht? Oder geht man mit der CH wegen mangelndem poli. correctness so um (Minarettabstimmung etc.) und will uns so in die EU boxen und vorher noch ausnehmen, wie Mastgänse? Hier braut sind sehr Böses zusammen!!!

Wieviel Zeit bleibt uns noch, Ueli Maurer?!

Karin-Maria Schäfer     03.02.10 13:44

Wir brauchen in der Schweiz nur einen Bundesrat: sein Name: Dr. Roger Köppel
Wann kommen die Deuschen auf die Idee, Steuerflucht mit der Todesstrafe zu ahnden? Weit kann es nicht mehr sein mit diesem deutschen Schurkenstaat. Dann können wir die Verfolgten mittels Asylrecht und humanitärer Tradition (siehe Uiguren) samt Kapital sofort aufnehmen ;-)).

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