Die Weltwoche
Ausgabe 25/08
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Editorial
Aktuell
- Kommentar: Der Geist Brüssels - Brüssels Reaktionen auf das Nein der Iren offenbaren den undemokratischen Kern der Union. Bundesbern arbeitet der Euro-Elite darum ungebremst entgegen.
- Volkes Stimme: «Das soll Demokratie sein?» * - In Internet-Foren hat das irische Nein zum EU-Vertrag eine Lawine von Reaktionen ausgelöst. Wut und Unverständnis für Brüssel dominieren.
- EU: Das irische Nein * - Mit deutlichem Mehr haben die Iren den Vertrag von Lissabon abgelehnt. Ein schwarzer Tag für Europa? Eher ein heilsamer Denkzettel für Europas Elite, die sich immer mehr von den Völkern entfernt.
- Herkunft: Fast perfekt * - Die «Marke Schweiz» ist top. Trotz allem.
- Wahlkampf: Hilfe für den Bürger * - Barack Obama verspricht einen Geldsegen aus dem Steuersäckel, John McCain Steuersenkungen. Keiner sagt, wie das zu bezahlen ist. Weil das keiner weiss.
- Glücksforschung: Rechts gut drauf * - Wie glücklich man ist, hängt auch vom politischen Standort ab: Linke sind weltweit schlechter gelaunt als Rechte. Weil sie sich masslos über Ungleichheit grämen.
- Personenkontrolle: Darbellay, Wechsler, Calmy-Rey, Leuthard, Schmid, Sutter *
- EM-Spezial: FC Harmonie - Die Schweizer waren gute Verlierer. Genau das ist das Problem.
- Tradition: Der Vatermord - Holland fürchtete in der letzten Zeit, durch die Globalisierung seine Eigenart zu verlieren. Im Fussball zeigt sich: Die Holländer sind sich selber geblieben - mit grossem Erfolg.
- 14 Fragen an: Fredmund Malik - Wer Ranglisten über die Qualität von Verwaltungsräten publiziert, handelt im Urteil des Managementberaters fahrlässig. Externe können das nicht beurteilen, Analysten schon gar nicht.
- Die Deutschen: Wer war Konrad Adenauer? * - Wer den deutschen Pass erwerben will,soll sich einer Wissensprüfung unterziehen. Die darin gestellten Fragen sind banal. Trotzdem regt sich Widerstand gegen den Test.
- Wirtschaft: Das ist gute Entwicklungspolitik * - Die private Wirtschaft schafft in den ärmsten Ländern der Welt Arbeitsplätze und damit Wohlstand. Not tut dort eine unternehmerfreundliche Wirtschaftspolitik.
- Bodenmann: Denn sie wissen nicht, was tun * - Armee-Einsätze im Ausland sind Einsätze auf Zeit. In Deutschland ist die Mehrheit der Bevölkerung gegen Truppen in Afghanistan. Wenn die ersten Särge in der Schweiz eintreffen, wird auch bei uns die Stimmung kippen. Mit dem Unterschied, dass eine direkte Demokratie nicht gegen den Willen der Mehrheit Krieg führen kann.
- Konkret: Die Iren und der Fussball *
- Fernsehkritik der reinen Vernunft: Das Hirn: Wer\'s braucht . . . * - Mit dem menschlichen Hirn kann man ja so einiges machen.
- Medien: Schmutz und Schutz - In Deutschland hat die Presse einen grossen Sieg über das Fernsehen errungen. Unsere Presse möchte das auch - geht es aber nicht klug genug an.
- Namen: Dawn Gibbons, Frau im Stadion, Gion Mathias Cavelty, Naomi Klein, Helmut-Maria Glogger *
- Moderne Liebe: Der Heuler * - «Ein Mann, der im Kino weint, ist wunderbar», sagt Julia in ihr Bier hinein, «auch an Beerdigungen sind feuchte Männeraugen akzeptabel, sofern es sich beim Verstorbenen nicht um einen Hamster handelt. Aber wenn einer mitten in einem Streit in Tränen ausbricht, sollte man ihn prügeln.»
- Nachruf: Esbjörn Svensson (1964 - 2008)
- Nachruf: Tschingis Aitmatow (1928 - 2008)
- Leserbriefe: Keine demokratische Grundlage
- Darf man das?: An Homöopathie glauben
Hintergrund
- Teenager: «Reden ist peinlicher als küssen» - Prügeleien auf dem Pausenplatz, Pornos auf dem Handy und Alkoholexzesse: Teenager machen der zeit keine guten Schlagzeilen. Drei 16-jährige Mädchen entwarnen. Ein Gespräch über Eltern, Buben, Turnschuhe und die Bedeutung von Sex.
- Forschung: Sturm und Drang - In der Pubertät wird das Hirn umgebaut. Gemessen daran, verhalten sich auch heutige Teens undramatisch.
- Konsum: Generation Glitzer - Die Schweizer Teenie-Marke Tally Weijl setzt jährlich25 Millionen Artikel ab.
- Teenager: «Reden ist peinlicher als küssen» - Prügeleien auf dem Pausenplatz, Pornos auf dem Handy und Alkoholexzesse: Teenager machen der zeit keine guten Schlagzeilen. Drei 16-jährige Mädchen entwarnen. Ein Gespräch über Eltern, Buben, Turnschuhe und die Bedeutung von Sex.
- Sozialpolitik: Ein feminines Eigentor * - Der Staat ist ein tägliches 50-Millionen-Franken-Geschäft für die Frauen. Das machen sozialdemokratische Politikerinnen nun transparent, unfreiwillig allerdings.
- Lufthansa / AUA / Swiss: Tiefroter Cocktail * - Lufthansa, AUA und Swiss unter einem Dach: Nach den Schweizern wollen nun plötzlich auch die Österreicher deutsch werden: Der Plan hat Vorteile.
- Cyber-Spionage: Reich der Unsitte - Schweizer Firmen und Regierungsstellen geraten ins Visier von Cyber-Piraten. Die Abwehrsysteme sind mangelhaft, eine nationale Strategie ist erst im Aufbau. Als Täter steht China unter dringendem Verdacht. Das Land beschäftigt ein ganzes Heer von Internet-Spionen.
- Geheimdienst: Cyber-Spione - Der Strategische Nachrichtendienst beschäftigt junge Hacker als Agenten.
- Machtwechsel: Das finstere Spiel des Kreml * - Putin war der Vorbote eines stillen Putsches, durch den der alte KGB an die Macht gelangte. Heute ist Russland ein Musterbeispiel für Brutalität und Korruption. Unter Präsident Medwedew wird sich dies kaum ändern.
- EU-Parlament: An den Futtertrögen Europas * - Britische Zeitungen haben groteske Korruptionsskandale im Strassburger EU-Parlament enthüllt. Politiker kassierten Spesen und beschäftigten für lukrative Saläre Verwandte. Jetzt gab es erste Reformen. Ob sie nützen?
- Gesellschaft: Kill Bill! - Ältere Frauen auf der Jagd nach jüngeren Männern seien peinlich, heisst es. Die Wahrheit ist:Peinlich sind ältere Männer. Sie lassen sich gehen, muten uns Frauen Faltenpopos, monströs haarigeAugenbrauen und museale Kleidung zu. Alte Löwen gehören eingeschläfert.
- Rehabilitierung: Anna Göldi und die Posse von Glarus * - Die Dienstmagd Anna Göldi, vor 226 Jahren in Glarus enthauptet, wird rehabilitiert. Dem voraus ging eine Dorfposse, wie sie Dürrenmatt nicht besser hätte erfinden können. Aber ist die Rehabilitierung auch richtig?
Interview
- Jonathan Littell: «Ich dachte nicht an die Leichen» * - Jonathan Littell hat mit seinem Nazi-Roman «Die Wohlgesinnten» Weltruhm erlangt. Heute hasst er seine Berühmtheit und würde den Nobelpreis ablehnen. Grausame Tötungsszenen schaffe er wie ein Maler, der Farben mischt, und Peter Handke hasst er leidenschaftlich.
- Jonathan Littell: «Ich dachte nicht an die Leichen» - Jonathan Littell hat mit seinem Nazi-Roman «Die Wohlgesinnten» Weltruhm erlangt. Heute hasst er seine Berühmtheit und würde den Nobelpreis ablehnen. Grausame Tötungsszenen schaffe er wie ein Maler, der Farben mischt, und Peter Handke hasst er leidenschaftlich.
Stil & Kultur
- Kultur: Sie hat die Haare schön *
- Apropos: Macht & Dichtung
- Zweiter Weltkrieg: Häppchen eines Pseudohistorikers * - Michael Maar schrieb unlängst eine Hymne auf «Human Smoke» von Nicholson Baker. Historiker Hans-Ulrich Wehler antwortet.
- Autobiografie: Diversifizierter Exzess - Pippin Wigglesworth war ein wohlstandsverwahrlostes Goldküstenkind. Jetzt hat er seine Autobiografie geschrieben.
- Pop: Weisse Jeans aus Austin * - Die fleissigste Band aus Texas. Und das schönste, das traurigste und das härteste Album der Welt. Na ja, fast.
- Film: Wütende Flora - Das Talent Shyamalan entpuppt sich mit «The Happening» als Krampfhahn. Warum will er Hitchcock übertreffen?
- Jazz: Ein Moment von Unendlichkeit * - Lee Konitz, der Altmeister des coolen Altsaxofons, führt mit dem jungen Trio Minsarah einen Diskurs über Generationen.
- Klassik: Italiens Opernquerkopf * - So sehen grosse Tenöre aus: klein, leicht rundlich, kurzer Hals und die Eleganz eines Adligen! Doch Antonino Fogliani schmeichelt dem Publikum nicht mit süssen Arien, sondern herrscht über die Sänger: Er ist Dirigent.
- Stil: Carmen Dell\'Orefice *
- MvH: Mein Fleisch - Sportgrossanlässe sind magere Zeiten für unseren Gesellschaftskolumnisten. Und wenn er mitfiebern soll, will er wenigstens gut essen.
- Wein: Bordeaux, human * - Was ist der Unterschied zwischen einem Schnäppchenjäger und einem vernünftigen Weinliebhaber?
- Auto: Beckham auf Rädern * - Der neue Jaguar XF ist ein metrosexuelles Auto.Und das ist gut so.
- Zu Tisch: Ausweichadresse
- Zu Fuss (1 Stunde, 30 Minuten): Am Sensestrand - Aus Wanderers Sicht ist die Schöpfung work in progress.
- Fragebogen: Chris von Rohr * - Der Altrocker hat im Kühlschrank immer Schoggi und Champagner. Sein Lieblingsbuch ist Hesses «Demian».
