Die Weltwoche
Ausgabe 23/08
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Editorial
Aktuell
- Kommentar: Gespenstisches Schweigen * - Wiederholt wurde die Schweiz von internationalen Organisationen als rassistisches Land bezeichnet. Die Regierung verteidigt sich kaum oder nickt gar zustimmend zu den Kritiken.
- Banken: Überdruck aus Amerika * - In Amerika gerät die UBS zusehends unter Beschuss. Nun wird die Grossbank auch der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigt. In dieser Situation wird sie erpressbar und ein Problem für den ganzen Schweizer Finanzplatz. Die Lage ist ernster als vermutet.
- Agronationalismus: Anbauschlacht, die zweite * - Eben noch wurde die «Hochpreisinsel Schweiz» beklagt, jetzt wird «Ernährungssouveränität» verlangt. Die Landwirtschaft soll vom Welthandel abgekoppelt werden.
- Swissair: Rosen für den Winkelried * - Swissair-Ankläger Christian Weber hat genug. Nach jahrelangen Ermittlungen ohne justiziables Ergebnis verzichtet er auf weitere Klagen - und geht in Pension.
- Personenkontrolle: Haldimann, Amstutz, Blocher,Notter, Uster, Vonarburg *
- Zuger Justizskandal: Nichts gesehen, nichts gehört * - In Zug wurden Straftäter systematisch geschont. Doch statt die längst bekannten Missstände zu beheben, sicherte sich Justizdirektor Uster mit Pseudomassnahmen selber ab.
- Nationalmannschaft: Wir haben keine Chance. Nutzen wir sie - Zahlen lügen nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Weisheit im Fussball nicht gilt. Sonst hat die Schweiz an der Heim-EM keinen Stich.
- England: Lieber Kricket - Der beste Sportjournalist Englands über die Nichtteilnahme an der EM.
- Euro 08: Hoher Spassfaktor - Die EM ist besser als die WM und die Champions League: Keine schrecklichen nichteuropäischen Mannschaften spielen mit, und niemand kennt den Sieger.
- 17 Fragen an: Jack Welch * - Der ehemalige Chef des US-Vorzeigekonzerns General Electric macht sich Gedanken über einen Präsident Obama und rätselt, ob die globale Vormachtstellung der USA auf Dauer zu halten ist.LeadLead
- Die Deutschen: Im Zweifel gegen die Freiheit * - Wegen Mordes verurteilt zu werden, ist gar nicht so einfach. Besonders kompliziert wird es, wenn es sich um sogenannte Ehrenmorde handelt.
- Wirtschaft: Gut gemeint, schlecht herausgekommen * - In Frankreich hat man die 35-Stunden-Woche. Sie ist ein Flop. Aber wenn man eine sogenannte soziale Errungenschaft mal hat, bringt man sie kaum wieder los.
- Bodenmann: «-itsch» ist in * - Politik ist immer auch ein wenig Western. Der grosse Showdown sollte am ersten Sonntag im Juni 2008 im amerikanischen «Marriott» nahe der Limmat stattfinden. Schlag auf Schlag wollten die versammelten Blocheristen ihre politischen Gegner erledigen.
- Konkret: Nebenwirkungen einer Abwahl * - Der Hintergrund ist gleissend hell. Das sterile Weiss eines Operationssaales. Davor steht die Moderatorin. Wie ausgestanzt und im lauchgrünen Kleid. Willkommen beim Schweizer Fernsehen.
- Fernsehkritik der reinen Vernunft: Schwein, ledig, sucht Crack
- Medien: Broxbourne ist überall * - Heute preisen wir einen grossen Verleger. Weil er ein grosser Verleger ist, hält er zum Ärger der Journalisten nichts von innerer Pressefreiheit.
- Namen: Madonna, Der Match, Rudi Bindella, Patty Schnyder, Eveline von Arx *
- Moderne Liebe: Sodom und Hussein * - Heidis Ausflüge in männliche Katastrophengebiete halten sich in Grenzen. Der Dumme, mit dem sie zusammen war, fällt nur zur Hälfte in diese Kategorie.
- Nachruf: Franz Künstler (1900 - 2008) * - Sein Geist war ungetrübt, sein Körper in bestechender Form. Er erlebte die Kaiserzeit, den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, die Herrschaft der Nazis und Kommunisten und überlebte sie letztlich alle.
- Nachruf: Bo Diddley (1928 - 2008) * - Er war das Vorbild der Rolling Stones, von Beach Boy Carl Wilson, unzähligen britischen Bands der sechziger Jahre und auch der legendären Südhamburger Country-Band Truck Stop.
- Leserbriefe: Reaktionen zur Weltwoche 22/08
- Darf man das?: M-Budgetbewusstes Katzenfüttern
- Nati-Trainer: Das System Köbi Kuhn - Nationaltrainer Köbi Kuhn setzt erfolgreich auf das Prinzip Familie. Weil ihm seine eigene Familie in schweren Zeiten immer eine Stütze war.
Hintergrund
- Atom-Affäre: Ideale Feindbilder: Blocher und die CIA * - Hinter der medialen Aufregung über die Akten-Vernichtung im Fall Tinner steckt eine politische Agenda.
- Bundesrat: Ich gewinnt * - Samuel Schmid verkörpert den reinen Opportunisten. Ein Blickauf endlose Krümmungen und Kehren.
- Christoph Blocher: «Identitätskrise ist übertrieben» - Nach einem halben Jahr in der Opposition zieht Christoph Blocher Bilanz. Über Niederlagen, die drohende Parteispaltung und seine ungewisse Zukunft.
- Energiepolitik: Klassische Guerilla-Taktik * - Mit Hilfe der Justiz blockieren Umweltverbände seit Jahren eine vernünftige Nutzung derWasserkraftwerke am Grimsel. Rational lassen sich die Einwände der Öko-Lobby kaum begründen. Um die Umwelt geht es schon lange nicht mehr. Es geht um energiepolitische Religion.
- Ästhetik: Krasse Kunst * - Tätowiertes Schwein, eingelegter Hai,verhungernder Hund: Moderner Kunstgenuss ohne Grenzen.
- Art Basel: Kunst ist ein Affenhintern * - Sich selbst euphorisierende Mengen strömen an die Art Basel. Das Paul-Klee-Zentrum zeigt einen riesigen Hundekegel, der mehrere hunderttausend Franken Wert hat. Es gilt: Je höher der Preis, desto bedeutsamer das Werk. Und niemand kann sagen, was eigentlich gute Kunst ist.
- EU Reformvertrag: Und wenn die Iren nein sagen? * - Irland stimmt als einziger EU-Mitgliedstaat über den Reformvertrag ab. Eigentlich eine klare Sache im EU-freundlichen Land, aber ein Multimillionär und Sinn Féin könnten den Vertrag kippen.
- Nepal: Ende einer Monarchie * - Ein Gespenst geht wieder um in Asien. In Nepal stehen Kommunisten vor der Machtübernahme.Sie beschönigen ihre Ziele nicht, berufen sich auf Mao und Stalin und wollen die Diktaturdes Proletariats.
- Medizin: Mein Hirn * - Vor Monaten stellten die Ärzte bei mir ein Blutgerinnsel im Kopf fest. Wie sich herausstellte, hatte ich grosses Glück. Dennoch ergab sich keine Glücksempfindung.Ich traute meinem Gehirn nicht mehr.
- Kantons-Serie (11): Appenzell Innerrhoden:Der schöne, harte Kern - Was die Schweiz für Europa ist Appenzell Innerrhoden für die Schweiz: Eigensinnig, obrigkeitsfeindlich, konservativ und prosperierend. Das sind Klischees, aber sie stimmen, wie die jüngste Folge der grossen Weltwoche-Kantonsserie zeigt.
Interview
- Philippe Gaydoul: «Nein, nein, nein. Ich fühle mich wohl» * - Er sucht Firmen, die er unterstützen kann, rechnet mit einer Schweizer Immobilienkrise und ärgert sich über unbewegliche Politiker. «Wenn man als Discounter überlebt hat, versteht man alles andere auch», sagt Philippe Gaydoul über sein Leben nach Denner.
- Philippe Gaydoul: Vom Discounter zum Investor *
Stil & Kultur
- Kultur: Die Bestattung eines Stars - Es war ein trüber Freitagnachmittag, der letzte Oktobertag des Jahres 2002. Ein Dutzend von uns standen auf der Avenue Marceau und starrten melancholisch auf das Gebäude auf der anderen Strassenseite, die weltberühmte Nummer 5, wo Yves Saint Laurent seine letzten Stunden als Couturier verbrachte, bevor sich die Türen seines Ausstellungsraums und seines legendären Ateliers für immer schlossen.
- Apropos: Wolfgang Bortlik
- Kulinarik: Wie man sich durch die Welt schmaust * - Neuerscheinungen von Paul Richardson und Taras Grescoe beweisen: Gourmetbücher sind die spannendste Reiseliteratur.
- Pop: Rauchschwaden aus New Orleans * - Ein Knilch mit tätowierten Tränchen im Gesicht qualifiziert sich als der USA bester Rapper.
- Film: Im Mahlstrom - Die TV-Serie «24» hat einen Vorläufer: den Kino-Reisser «The Big Clock». Jetzt gibt es ihn endlich auf DVD.
- Jazz: Barrys cooler Bop - Manchmal macht eine Geschichtsstunde Vergnügen. Etwa die Wiederbegegnung mit dem wunderbaren Piano von Barry Harris.
- Klassik: Darf er das? *
- Stil: Cruise-Kollektion * - Die jüngste Chanel-Cruise-Kollektion von Karl Lagerfeld war eine gebieterische Mischung aus schamlosen Mätzchen und visionärem Styling.
- Wein: Blindekuh * - Das Coming-out ist fällig. Ich bin ein mässiger Degustator, ich bin ein Weintrinker. Es gibt ein paar besonders sophistizierte Nasen, denen meine Bewunderung gilt. Ich selber gehöre nicht dazu (nach einem zeitweiligen Totalausfall meines Geruchssinns vor Jahren).
- Auto: Mädchen Mercedes * - Was muss ein Benz tun, um eine Rolle in «Sex and the City» zu bekommen? Sexy sein.
- Zu Tisch: Am superlativsten - Der neue «Zürich geht aus!»-Führer ist erschienen. Dick und überflüssig wie das Telefonbuch im Internetzeitalter, so ist mir dieser Restaurantguide bis jetzt vorgekommen. Mich stört, wenn jemand sich als Esstester ausgibt und im selben Atemzug betont, niemanden «in die Pfanne zu hauen».
- Zu Fuss (5 Stunden): Pü Yi Daô
- Fragebogen: Sir James Galway - Des Starflötisten erste Lust war natürlich eine Flöte. Was er nicht mag, sind Flüche in Kinofilmen. Sein Wunsch: ein neuer Rolls.
