Die Weltwoche
Ausgabe 51-52/07
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Aktuell
- Kommentar: Blochers Rausschmiss - Die Abwahl von Bundesrat Blocher bleibt ein mysteriöser Vorgang. Der Zürcher Erfolgsaufsteiger scheiterte vermutlich an den Naturgesetzen der Schweizer Politik.
- Abwahl: Sein wahres Versagen - Christoph Blocher ist der überragende Schweizer Politiker der Gegenwart. Dass man ihn aus dem Bundesrat warf, spricht für ihn. Aber nicht nur.
- Bundesrätin Widmer-Schlumpf: «Ich gehöre in die SVP» * - Wo steht die neugewählte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf? Wird durch ihre Wahl der Volkswille sabotiert? Wie steht es um den Vorwurf, Sie habe die SVP verraten und einem Mitte-links-Bündnis zum Erfolg verholfen?
- Bundesrat: «Das wäre feige» * - Christoph Blocher über die Gründe seiner grössten Niederlage und die Fehler der SVP.
- Politik: «Sie wirkten sehr fröhlich» * - Die CVP war bei der Blocher-Abwahl Erfüllungsgehilfin der Linken. Sie hat mit ihren Grundsätzen gebrochen.
- Die Liste: Die Abwähler * - Diese Christdemokraten und Freisinnigen haben Blocher die Stimme nicht gegeben.
- Frauen: Der Weg der Drückeberger * - Dass gerade Frauen Christoph Blocher abgewählt haben, ist beschämend. Es zeugt von mangelndem Rückgrat. Eigentlich ist er ein fantastischer Gegner.
- Glosse: Ehre, wem Ehre gebührt * - Nachdem Eveline Widmer-Schlumpf die SVP zur grössten Partei aufgebaut hat, wurde sie nun endlich auch Bundesrätin.
- Bundesratswahlen: «Ich habe es einfach geschluckt» * - Lilian Uchtenhagen war 1983 die offizielle Kandidatin der SP für den Bundesrat. Sie wurde wegen einer Nacht-und-Nebel-Intrige der Freisinnigen nicht gewählt.
- Chanson: «Warum sollte ich unglücklich sein?» - Sängerin Juliette Gréco war die Muse der grössten Künstler Frankreichs. Ein Gespräch über die Liebe und die Musik.
- Ski: «Den Pazifiklachs muss man ärgern» * - Heini Hemmi wurde 1976 Olympiasieger. Dreissig Jahre später ist er immer noch einer der beliebtesten Schweizer Sportler. Er aber geht lieber nach Kanada fischen.
- Wirtschaft: «Die grösste Erniedrigung meines Lebens» - Nick Leeson war ein Shootingstar der Finanzwelt. Dann spekulierte er Englands älteste Handelsbank in den Ruin. Heute warnt er vor noch dreisteren Skandalen.
- Bürgerrechte: «Ich wollte einfach nur zur Schule» * - Vor fünfzig Jahren zwang der Teenager Elizabeth Eckford US-Präsident Dwight Eisenhower, beim Thema Rassismus Farbe zu bekennen.
- Fussball: «Ich weiss gar nicht, was Mafia ist» * - Seine feurigen Augen brachten Italien zum Träumen, seine Tore die Azzurri in den Halbfinal der WM 1990. Totò Schillaci war das Symbol der «magischen Nächte».
- Star Trek: Das Spitzohr * - Als Vulkanier mass sich Leonard Nimoy mit Klingonen. Als Fotograf bevorzugt «Mr. Spock» weltliche Models. Allerdings nur, wenn sie raumgreifend sind.
- DDR-Flucht: «Ich komme von drieben!» - Axel Mitbauer wurde im Sommer 1969 von einer Boje gepflückt. Der Schwimmer war dem Regime davongekrault.
- Iran: Adoptivsohn des Volkes * - Reza Pahlevi war 19, als das Regime seines Vaters, des Schahs von Persien, gestürzt wurde. Im amerikanischen Exil träumt er von einer Rückkehr auf den Thron.
- Jassen: «Viele Schweizer lernen es nie richtig» * - Das Jass-Monument Göpf Egg erklärt, welches das beste Spielalter ist, wann zu trumpfen ist und wann zu schieben, warum Appenzeller nie Schweizer Meister werden.
- Jürgen Blin: «Du musst immer wieder aufstehn» - Vor 36 Jahren boxte Jürgen Blin im Zürcher Hallenstadion gegen Muhammad Ali. Für den Hamburger Lokalmatador und gelernten Fleischermeister war es der Kampf seines Lebens. Danach wurde es bald wieder still um ihn.
- Efrem Cattelan: Heimatschützer a.D. * - Als «Rico» führte Efrem Cattelan eine Geheimarmee, bis ihn die Weltwoche 1990 enttarnte. Die P-26 war die Widerstandsgruppe der Schweiz. «Es war alles rechtens und interessant», sagt der Aufgedeckte heute zum Aufdecker.
- Alice und Ellen Kessler: «Heiraten? Wir sind doch zu zweit» * - Mit siebzehn tanzten sie im «Lido» in Paris. In Italien zeigten die schönen Zwillinge am Bildschirm als Erste ihre Beine bis zum Ansatz. Frank Sinatra und Elvis Presley holten sie in ihre Shows in den USA. Heute leben Alice und Ellen Kessler in München. Zusammen natürlich.
- Percy Barnevik: «Vergessen Sie das! Bullshit!» * - Als ABB-Chef wurde er zum Managerstar, mit seiner Millionenabfindung zur Unfigur. Jetzt baut Percy Barnevik eine Hilfsorganisation auf. Und hat wieder Grosses vor: 50 Millionen neue Jobs will er schaffen.
- Christoph Meili: «Läck, all das habe ich ausgelöst» * - Vor elf Jahren rettete Securitas-Wachmann Christoph Meili Akten über Holocaust-Vermögen vor dem Shredder der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft. Eine weltweite Prozesslawine war die Folge. Das Ausland feierte Meilis Tat, die Schweizer zweifelten an seinen Motiven.
- Alexei Leonow: Sandkorn im Nichts - Alexei Leonow verliess als erster Mensch eine Raumkapsel und schwebte im All. Eine Reise, die beinahe in einer Katastrophe endete.
- Esther Vilar: «Liebe macht unfrei» - Esther Vilar schrieb 1971 eine Streitschrift gegen die Frauenbewegung, die damals auf dem Höhepunkt war. «Der dressierte Mann» verkaufte sich millionenfach. Die Autorin wurde von Frauen zusammengeschlagen und musste Deutschland fluchtartig verlassen.
- Kenneth Starr: «Nackt kamen wir in diese Welt» * - Als aufsässiger Sonderermittler in der Lewinsky-Affäre brachte er Präsident Bill Clinton fast zu Fall. Heute will Kenneth Starr nicht mehr über den schlüpfrigen Skandal reden. Er versteht sich als Instrument Gottes und will wie Jesus versöhnen und vergeben.
- Karin-Maria Neuss: Meine Deutschlehrerin * - Vor 15 Jahren verdrehte sie ihm den Kopf: Karin-Maria Neuss unterrichtete Weltwoche-Redaktor Simon Brunner an der Steiner-Schule Zürich. Gespräch über eine schwierige Klasse, zerpflückte Aufsätze und die Spannungen zwischen pubertierenden Schülern und ihren Lehrerinnen.
- Rafael Eitan: «Eichmann sagte: ‹Jawohl!›» - 1960 wurde Adolf Eichmann, Hitlers Organisator der Judenvernichtung, im argentinischen Exil aufgestöbert und von israelischen Agenten nach Jerusalem entführt. Rafael Eitan, der Leiter des Geheimkommandos, erinnert sich an die historische Mission.
- Tommie Smith: Kein Apfelkuchen-Amerika * - Als die Nationalhymne seines Landes erklang, reckte Goldmedaillensprinter Tommie Smith die Faust zum Gruss der militanten Black Panther. Millionen auf der ganzen Welt hielten den Atem an, und die olympischen Spiele 1968 in Mexico City hatten ihren Skandal.
- Pop: Das berühmteste Baby der Rockmusik - Spencer Elden ist ein pickliger 16-Jähriger wie Millionen andere. Mit einem Unterschied: Seit dem Cover von Nirvanas «Nevermind» kennt ihn die ganze Welt nackt.
- Schriftsteller: «Seit fünf Jahren ordne ich den Nachlass» * - Mit 27 debütierte Franz Böni bei Suhrkamp. Er war die grosse Schweizer Hoffnung. Neun Romane später zieht er sich aus dem Literaturbetrieb zurück.
- Partygirl: «Ich fühlte mich wie die Bienenkönigin» - In den achtziger Jahren war Dianne Brill die «queen of the night» von New York. Heute ist sie Mutter von drei Kindern und lebt bei Zürich.
- Olympia-Marathon: «Noch eine Runde» * - Gaby Andersen-Schiess torkelte 1984 ins olympische Ziel.
- Kunst: «Ich bin harmlos» * - HR Giger erzählt von Geistern und wie er früher durch Wände ging.
- Lebensart: «Ich bin Mary Long» * - Seit über fünfzig Jahren ist ihr Abbild auf Millionen Zigarettenschachteln zu sehen. Heute lebt Colette Schneider, 82, im Welschland und ist überzeugte Nichtraucherin.
- Literatur: «Das war säuisch von mir» - Johannes Mario Simmel, der erfolgreichste deutschsprachige Schriftsteller, lebt in Zug, trauert um seine Lebensliebe, schreibt seinen letzten Roman. Und wird Schweizer.
- Fussball: «Das Tor hat mir geschadet» * - Er hat Dutzende Tore geschossen, doch dieses eine schrieb Geschichte. An der WM 1974 bezwang Jürgen Sparwasser im deutschen Bruderduell die BRD.
- Zukunft: «Meine Heldin heisst Kim Possible» * - Der neunjährige Maurice möchte zaubern können wie Harry Potter, Bösewichte bekämpfen und die Welt retten. Mehr nicht.
