Die Weltwoche
Ausgabe 48/06
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Aktuell
- Kommentar: Ausverkauf der Heimat - Die bürgerlichen Parteien Europas, aber auch der Schweiz haben Mühe. Die erfolgreiche liberalkonservative Agenda wird missachtet. Der Wohlstand verdampft.
- Steuerwettbewerb: Aus dem Schatten an die Spitze * - Der Aargau senkt breitflächig die Abgaben und überholt die Zürcher, die Berner und die Basler. Der oft belächelte Kanton setzt die Trends der Schweiz. Eine kleine Ehrenmeldung.
- Findling: Ah! Eh! Nä! - Priscilla Dunstan hört, was Babys sagen, wenn sie schreien
- Föderalismus: Der Widerspruch im Appenzeller - Niemand beherrscht den Spagat zwischen Tradition und Neoliberalismus so gut wie die Innerrhoder. Abhängigkeiten zum Trotz zelebrieren sie ihren Eigensinn.
- Justiz: Sympathien für den Schweizer * - Das überraschende Ende des zweiten Mannesmann-Prozesses wurde von PR-Beratern der Angeklagten eingefädelt. Bankchef Ackermann durfte nicht fallen.
- Stadionsicherheit: Risikosport Fussball - Achtzehn Monate vor Beginn der Euro 08 sind hiesige Arenen immer noch ein gefährliches Ausflugsziel. Eindrücke von den Spielen FC Zürich – FC Basel und Schweiz – Brasilien.
- Entwicklungshilfe: Gefragt ist Mitgefühl * - Die Finanzhilfe aus dem Norden pauschal zu verdammen ist einfach. Es gibt gute Beispiele für Entwicklungshilfe, die diesen Namen verdient.
- Chronik: NHG ade! * - Langsamer Niedergang der Neuen Helvetischen Gesellschaft
- Tatort: Arbeit macht müde * - Gezeichnet von einer langen Drogenkarriere
- Mörgeli: Dick und Dürr * - Die sonderbaren Blüten des herrschenden Alarmismus
- Bodenmann: Ein Pipifax im Oberwallis - Seltsame Verkehrspolitik im Wallis
- Medien: Das Gesetz der unbedingten Serie * - Die befürchteten Massen-Attacken von Pitbulls sind zum Glück bisher ausgeblieben. Wir wollen hoffen, dass es sich bei der diagnostizierten Balkan-Bedrohung nicht anders verhält.
- Mailbox: Lieber Kurt Felix * - Kurt Felix macht sich mit einem Blocher-Interview keine neuen Freunde
- Namen: Namen * - Yi Seok – Anonyme Kifferin – Thomas Frischknecht I und II – Sido – Soraya – Evo Morales – Angelina Jolie, Paris Hilton
- Nachruf: Nachruf * - Die amerikanische Songschreiberin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Betty Comden (1917–2006) bildete mit Adolph Green über sechzig Jahre ein erfolgreiches Duo.
- Darf man das? Leser fragen: Leser fragen, die Weltwoche antwortet. * - Darf man seinen geliebten Kater, der altersschwach ist und bald stirbt, einem Tierpräparator zum Ausstopfen bringen, damit man ihn weiterhin streicheln und mit ihm reden kann? Thomas Warren, Old Greenwich, CT, USA
Hintergrund
- Die grüne Religion: Orakel des Untergangs - Fast alle sind sich einig, dass eine Klimakatastrophe droht. Doch so wasserdicht ist die Faktenlage nicht, wir reden über unsichere Prognosen. Das ist keine Grundlage für weitreichende Entscheide, die den Wohlstand der Menschheit gefährden könnten. Es gäbe vernünftigere Gegenmassnahmen.
- Umweltpolitik: «Krankheitsängste spielen eine grosse Rolle» * - Der Umwelthistoriker Joachim Radkau über die Geschichte der europäischen Ökobewegung und den ungebrochenen Erfolg grüner Parteien.
- Neue grüne Welle: Nicht von dieser Welt - Aufstiege und Abschwünge der Grünen Partei folgen exakt der Konjunkturkurve der öffentlich geschürten Panik.
- Klimapolitik: «Benutzen Sie Ihre Beine» * - Der Präsident von Venezuela warnt vor der Zerstörung unseres Planeten.
- Sprüngli: Das Kaffeehaus als Lebensschule - Die Damen besuchen die Confiserie Sprüngli, um für ein paar Stunden ihren Männern zu entfliehen, die Jungen beschäftigen sich mit dem Trockeneis, und Kinder denken, da wohnen der Osterhase und der Weihnachtsmann. Ode an einen süss-buttrigen Mythos.
- Spionage: Die Flügel des Todesengels * - Wer hat Sascha Litwinenko getötet? Im Urin des russischen Ex-Spions fand man Polonium-210, eine radioaktive Substanz, die weltweit nur in wenigen Nuklearwerken hergestellt wird. Die Spuren führen in das Labyrinth der Geheimdienste des Kremls. Eine Bestandesaufnahme.
- Russland: Der Bär ist gereizt * - Russlands Weg nach Westen ist blockiert. Die Morde an Putins Kritikern sind ein Symptom dafür.
- Jack Nicholson: Gutgelaunte Grausamkeit - Einen Mafioso darstellen kann jeder Schauspieler, aber nur Jack Nicholson gelingt es, einem selbst beim hundertsten Hochziehen der Augenbrauen Angst einzujagen. Kniefall vor einem Mann, der Frauen zu gefährlich ist.
- Serge Gaillard: Der Bremser - Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard, die mehr Wettbewerb versprach, übergibt aber das zentrale Arbeitsamt einem Regulator. Gewerkschaften und SP kontrollieren die Schweizer Betriebe nun auch direkt.
- Familienmord: Am Ende einer langen Reise * - Weil Ljiljana sich von ihm getrennt hat, will Ostoja die gemeinsamen Kinder nach Bosnien schicken. Die Behörden suchen nach einem Kompromiss, wo es keinen Kompromiss geben kann. Als klar wird, dass sein Plan gescheitert ist, tötet Ostoja die Kinder. Das Protokoll eines Familiendramas.
- Pelztragen: Jagdsaison * - Topmodel Patricia Schmid mag Pelze und steht dazu.
Interview
- Leon de Winter: «Es gibt keine Langeweile» - Der niederländische Schriftsteller Leon de Winter stellt bei seinen Landsleuten ein tiefes Unbehagen fest. Dabei sind sie so reich und so sicher wie noch nie in ihrer Geschichte. Was also sind die Gründe für das Malaise?
- Zur Person: Der Gratwanderer * - Der 1954 geborene Niederländer Schriftsteller Leon de Winter beherrscht die Gratwanderung zwischen E- und U-Literatur. Seine Romane wie «Place de la Bastille», «Malibu» und «Leo Kaplan» sind handlungsstark und meist mitreissend erzählt.
- Fernsehkritik der reinen Vernunft: Können Hamster erbrechen? * - Kein Schweizer TV mehr, stattdessen österreichisches Fernsehen, weil man dort niemanden kennt
- Theater: Panoptikum der Verirrungen * - Simon Stephens Stück über einen Irakkriegs-Veteranen ist finster und brutal. In der Inszenierung von Samir am Zürcher Schauspielhaus ist «Motortown» auch noch grell und laut.
- Theaterpolitik: Absolute Friedenspflicht * - Im Streit zwischen der Gewerkschaft Unia und dem Schauspielhaus Zürich droht ein billiger Kompromiss zu Lasten der Kultur.
- Filmförderung: Die Kommissarinnen - Luke Gassers «Anuk» fand bei den Redaktorinnen des Schweizer Fernsehens keine Gnade. Der Film sei zu «männlich». Regisseurinnen sind befremdet über die inhaltliche Einmischung.
- Klassik: Götterfunken * - Liszts Beethoven-Adaptionen, gespielt von einem Teufelskerl aus Sibirien.
- Philosophie: Zu Ende gedacht - Klonen, Vegetarismus, Todesstrafe – in einem postum veröffentlichten Gespräch wird Jacques Derrida überraschend lebensnah.
- Verlage: Da draussen daheim * - Trotz seiner schweren Krise bleibe Suhrkamp ein sicherer Partner für Schweizer Autoren, meint Michel Mettler.
- Pop: Der erste Schrei - Hierzulande kennt die Band aus Erschwil SO fast niemand. Dabei kräht und lärmt Navel so laut, dass man sie sogar in Berlin hört.
- Jazz: Elefanten bei der Balz * - Jack DeJohnette und Bill Frisell zelebrieren die Kunst des intimen Duos für einmal explosiv.
- Journal der Gegenstände: Schallschutz für unterwegs * - Alle haben den ganzen Tag den Kopfhörer im Ohr. Egal, wie schlecht die Musik tönt.
- Gender Studies: Ein Schmerz und eine Seele * - Riccardo hat einen kaputten Rücken und betrinkt sich mit seinem Dottore
- Die Liste: Die grössten Handy-Nationen *
- MvH: Der Vorruhestand, Teil 2 - Unser Kolumnist trifft Marius Müller-Westernhagen. Es war ein langer Besuch, deshalb jetzt die Fortsetzung.
- Bahn: Einmal im Monat unters Volk * - Es sind die ästhetischen und zivilisatorischen Zumutungen in der Berliner S-Bahn, die eine Wandlung zum Öko verhindern.
- Chez moi: Trüffelethik * - Das Restaurant «Pinte» in Dättwil
- Zu Fuss: Sommer im Winter - Von Locarno nach Tenero
- Ich über mich: Ich über mich * - Dieter Meier, Schweizer Universalkünstler
