Die Weltwoche
Ausgabe 43/05
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Editorial
Aktuell
- Kommentar: Unser Mann in Amerika - «Mist, der Präsident.» Einige werden auch diesen Witz über George W. Bush köstlich finden. Besser, es gäbe mehr, die drei Gründe nennen, warum er gut für alle ist. Hier sind sie:
- Literatur: Nam Ensalat * - Korea an der Buchmesse oder: Wie fern ist der Ferne Osten?
- Fussball: Wahrheiten für den Platz * - «Zur Diagnostik taktischer Leistungen im Sportspiel» ist ein tolles Buch für Fans. Nach der Lektüre wissen sie, dass Gefoulte sehr wohl Elfmeter schiessen sollen.
- Terrorismus: Todesgrüsse aus der Schweiz - Der Zentralrechner der Universität Genf wird als eine der weltweit grössten Drehscheiben für islamistische Propaganda benutzt. Bisher unbemerkt.
- Kopf der Woche: Mr Bean, Funatiker
- Personenkontrolle: Fehlmanipulationen *
- Bern-Bundeshaus: Der Neudruck * - Von den innen- und aussenpolitischen Realitäten unberührt, drängt der Bundesrat die Schweiz in die EU. Seine neuste Trickvariante heisst «Beitritt light».
- Italien: La laa la, lalalalalalalalaa la laa la, la laaaa * - Richtig weg war Adriano Celentano ja nicht, aber so da wie heute noch nie: Seine neue Show «Rockpolitik» hat höhere Einschaltquoten als die Fussballnationalmannschaft. Warum? Könnte das Charisma des 67-Jährigen in Flaschen abgefüllt werden, es wäre als Haargel ein Hit wie «Azzurro».
- Discounter: Shop hui * - Wenn weniger viel mehr ist, dann beim Bezahlen. Jetzt öffnen die ersten vier Aldi-Suisse-Filialen. Unser Autor, ein Einkaufstourist, weiss schon lange, was das bedeutet.
- Syrien: Ein Diktator auf Abruf * - Seit dem Mord an Rafik Hariri hat Präsident Baschar Assad schlechte Karten bei den Westmächten. Und auch bei den eigenen Leuten. Ein weiterer Trumpf für Islamisten?
- Gentechnik: Resistent gegen Fakten - SP-Ständerätin und Swissaid-Präsidentin Simonetta Sommaruga sät ihre einfache Formel «Genfood gleich Gift» in der Welt aus. Hier erntet sie wissenschaftlichen Sturm.
- Bildlegende: Falsche Diagnose, Herr Thurnheer *
- Konkret: In Afrika sparen *
- Medien: Piep, piep, piiiiiiiep * - Erst wenn sich das letzte Schweizer Huhn totgelacht hat, werdet ihr sehen, dass Horrormeldungen ansteckender sind als BSE, Sars und H5N1.
- Mailbox: Liebe Sonja Nef *
- Namen I: Radovan Karadzic
- Namen II: Pekka Niska
- Namen III: Ulrich Kohli
- Namen IV: Dennis Rodman
- Namen V: Sandra Scott
- Im Auge: Sax statt Sex *
- Nachruf I: Shirley Horn (1934–2005)
- Nachruf II: Rosa Parks (1913–2005)
- Sport: Deutsche Doping Republik *
- Direktübertragung: «Entfernt den Querbalken» *
- Darf man das?: Leser fragen, die Weltwoche antwortet. - Darf man im Supermarkt einen Einkauf von neunzig Rappen mit der EC-Karte bezahlen?
Esther Sprecher, Herzogenbuchsee
Interview
- Genetiker Steve Jones: «Die Evolution ist zu Ende» - Wer sich als Knabe kastrieren lässt, lebt 13 Jahre länger – fragt sich nur wofür? Nun, etwa um zu erforschen, ob Postleitzahlen oder Testosteron tödlicher sind. Fachleute wissen jetzt, in dem Gespräch mit Steve Jones geht es um Gene. Und Laien werden gleich sehr staunen.
- Zur Person: Mann für Mann
- Frauen verstehen: Dramen und Herren - Es gibt nichts Gutes, ausser Frauen tun es. Denn wo Männer sind, herrscht das Unglück. Zu diesem Schluss gelangt, wer Gast war – sein durfte! – auf dem Weltkongress für Matriarchatsstudien. Hätte es anders kommen können, als es bleibt? Ein Rechenschaftsbericht von David Signer
- Pater Sabo: In der Sündenfalle - Pater Sabo hat ein Wunder vollbracht: Dank ihm weiss das ganze Land, wo das unglaublich katholische Röschenz liegt. Seit Monaten geistert der nun definitiv suspendierte Seelsorger durch die weltliche Presse, und selbst Heiden fragen sich: Ist er ein Rebell oder ein Wichtigtuer?
- Das Kosovo auf dem Weg in die Unabhängigkeit: Rechtsstaat? Lieber nicht! - Das Kosovo ist auf dem Weg in die Unabhängigkeit, was drei Führern des Landes nicht gefallen kann. Der Weltwoche liegt ein Geheimpapier vor, das belegt, wie die Politgrössen das organisierte Verbrechen dominieren. Unterstützung für ihre mafiösen Geschäfte fanden sie auch in der Schweiz.
- Kosovo: «Belgrad hat nichts zu verlangen» * - Sollten die Unabhängigkeitsverhandlungen nichts bringen, werde wohl wieder Blut fliessen, sagt Bajram Kosumi, der Übergangspremier des Landes.
- Topkletterer David Lama: Geboren, um nach oben zu kommen * - Seine Eltern lernen sich bei einer Trekkingtour in Nepal kennen. Aber es können nicht nur die Gene sein, die David Lama an Felswänden emporschweben lassen, durch die andere ächzen müssen. Bitte, der Kleine ist erst 15! Wer ihn klettern sieht, fragt sich: Schwerkraft, quo vadis?
- Extremklettern: Elf plus x * - Die Schwierigkeitsgrade der Routen gehen himmelwärts.
- Radio: Schon gehört? - Die Geschäfte laufen, die Hörer summen. Und das tun sie, obwohl Walter Rüegg Chef von Radio DRS ist, wie Kritiker lästern. Der Herr Direktor arbeite seit sechs Jahren, als stünde er unter Äther. Das klingt zwar auch nach Funk, ist aber anders gemeint. Wie genau?
- Merci, Chéri!: Allein Delon * - Er fühlt sich wie jemand, der das Leben nicht mehr brauchen kann: Liebe und Liebeleien sind gegangen, alle Kameras aus, die Affären mit der Unterwelt nur noch Nachrede. Und jetzt muss der grosse Schauspieler und Beau auch noch seinen Siebzigsten feiern. Wie trist. Erst recht also: Merci, Chéri!
- Essay: Die Zertrümmerungspatrioten - Die SP will unbedingt nach Europa – obwohl dieses Ziel alles gefährdet, was der Partei in den letzten Jahren heilig geworden ist. Zum Widersinn einer Passion.
- Gender Studies: Viel Bier um nichts *
- Das Wort zum Donnerstag: Öffentlich gaga *
- Expeditionen: Sternstunde der Inkompetenz *
- Forschungsstand: Hallo, Gegenwart * - Man glaubt wieder an die Wirklichkeit.
- Tatort: Mieterhaie *
- Krieg und Frieden: Mit Athenes Hilfe *
- Fernsehkritik der reinen Vernunft: Steven Egal in da house *
- Sachbuch: «Wie wahnsinnig normal sie doch waren» * - Wer ihren Namen hört, denkt an Konzentrationslager: Katrin Himmler, die Grossnichte des Reichsführers SS Heinrich Himmler, hat die Geschichte ihrer Familie geschrieben.
- Gastronomie: Wenn’s nicht gut ist, kocht sie * - Mit einem Satz kann die Kritikerin Ruth Reichl New Yorker Restaurants schliessen. Ihr neues Buch ist also ein Schlüsselroman.
- Film: Findet Nemo doof * - Wer zu viel will, erreicht schliesslich nichts, moralisieren die Grimms im Märchen «Der Fischer und seine Frau». Das hätte sich Doris Dörrie aufschreiben sollen – vor den Dreharbeiten.
- Bestseller: Belletristik
- Reklamation: Apropos Jürg Halter
- DVD: Kino kommt von Kimono * - Akira Kurosawa schuf noch viel mehr Vorbilder als glorreiche sieben. Eine Verbeugung vor dem japanischen Kaiser der Regie.
- Kunst: Oh, Superman! * - Das Centre Pasquart zeigt «Helden heute». Dafür darf es ein bisschen gefeiert werden.
- Klassik: Ein Zeitgeist * - Wie der armenische Komponist Tigran Mansurian Marcel Proust verarbeitet.
- Pop: No, man war Omen * - Nach ungefähr hundert Alben Neinsagerei haben The Fall genau das, was sie schon immer hatten. Recht.
- Jazz: Goldene Nase * - Wenn endlich mal jemand den Big Bands von Manny Albam zuhörte, würden die Fünfziger nicht mehr so müffeln.
- CD-Tipp I: Doppelnull *
- CD-Tipp II: Zweite Heimat
- CD-Tipp III: Spitzenduo
- Kaufzwang: Die Späte - Marianne Faithfull verschiebt ihren Psychiaterbesuch nicht wegen eines Interviews. Aber danach ist sie sehr cool.
- Auto: An meine Lieben * - Was ihm auch immer widerfährt, der in einem Audi aufwuchs – die vier Ringe trägt er sein Leben lang im Herzen.
- Zu Tisch: O Risotto mio!
- Zu Fuss (5 Stunden): Wand und Wein
- Am Anfang: Kurt Cobain und Courtney Love * - Der Nirvana-Denker hat schon Bauchschmerzen, als er die Punkerin trifft. Sie lässt noch einen Schwarm Schmetterlinge los, er pariert mit Depressionen und Drogen. Für das Paar sind Villa und Herd weniger wert als Neil Youngs Zeile: «Es ist besser, zu verglühen, als zu verrosten.»
