Die Weltwoche
Ausgabe 42/05
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Editorial
Aktuell
- Kommentar: Gesundheit! - Vorsorge ist gut, solange sie nicht manisch betrieben wird. Sicherheitsfanatiker und Hamsterkäufer von Tamiflu handeln kontraproduktiv.
- Sportpolitik: 1., 2., 3., 4. FC Sepp * - Fifa-Chef Joseph Blatter tauscht sein Team wie andere die Wimpel.
- Sterbehilfe: Gib mir die Kugel, Scheissbulle * - Lebensmüde legen in den USA nicht mehr selbst Hand an: Sie provozieren die Polizei, bis es knallt. Kommt da ein neuer Trend auf Europa zu?
- USA: Ladies first * - Je länger George W. Bush Herr im Weissen Haus ist, desto mehr Frauen will er um sich haben. Die Männer des Präsidenten fragen mit erhobener Stimme: Why?
- Kopf der Woche: Alexander Brenninkmeijer, tapferer Schneider *
- Personenkontrolle: Nicht zwingend *
- Bern-Bundeshaus: Viel Muh, wenig Mühe * - Wer Biomilch trinkt, wird gemolken. Und was tut der Konsumentenschutz dagegen? Er stellt die Biobauern unter Artenschutz. Natürlich ist das nicht.
- Vogelgrippe: Erregte Gemüter - In den vergangenen zwei Jahren starben weltweit sechzig Menschen am Grippevirus H5N1. Bei dieser Zahl atmet man reflexartig auf: nur sechzig. Aber nur die Hälfte der Infizierten überlebt die Krankheit. Auch das ist ein Grund zum Aufatmen. Denn es könnte viel schlimmer kommen.
- Ursprung des Übels: Sauberer Rassismus * - China hat das Pech, geografisch falsch zu liegen. Das kann man dem Land nicht vorwerfen.
- Schweiz: Mein Name ist Ruedi * - FDP-Vizepräsident Noser weiss, dass seine Partei unter dem Ovomaltine-Effekt leidet: Jeder kennt sie, keiner will sie. Und er hat viele Ideen, das zu ändern. Sehr viele Ideen, so viele Ideen.
- Comic: Allah mal lachen * - Zeichner Ralf König, seit Jahren der Mann fürs Grobe, Schwule, Warme, wendet sich dem Taliban-Islam zu: Er verdonnert einen puritanischen Mufti zum Dauersex.
- Universitäten: Inländer raus * - Nahezu jeder dritte Studienanfänger endet auch als Anfänger. Das Scheitern kostet über 100 Millionen Franken. Ein Numerus clausus würde Zeit, Geld und Nerven sparen.
- Zürich-Paradeplatz: Untergang der Sonnenkraft * - Je mehr relativ unzuverlässige Energiequellen eingesetzt werden, desto höher der Bedarf an KKWs.
- Konkret: Stallzwang *
- Bildlegende: Lernfähige Christen *
- Mailbox: Lieber Urs Leutert *
- Medien: Es wird einmal * - Nicht so viel machen, lieber ankünden, was man machen will, ist die Devise von Moritz Leuenberger. Und Journalisten schreiben mit, statt Ankündigungsschutz zu fordern.
- Namen I: Fidel Castro Díaz-Balart
- Namen II: König Abdullah
- Namen III: Ferenc Puskas
- Namen IV: Sven Melig
- Namen V: Li Yuchun
- Im Auge: Der Kamerascheue *
- Nachruf II: Marianne Kaltenbach (1921–2005)
- Nachruf I: Johannes Gachnang (1939–2005)
- Direktübertragung: «Für Kamele völlig harmlos» *
- Sport: Ich, Kaiser vom Bosporus *
- Darf man das?: Leser fragen, die Weltwoche antwortet. - Dürfen Geschenke aus beendigten Beziehungen nach Jahren zurückgefordert werden? Simone Widmer, Basel
Interview
- Leszek Kolakowski: Wie viel Ismus braucht der Mensch? - Wir verlangen nach einer Erklärung, die über unsere Vernunft hinausgeht; nach einer Sicherheit, selbst um den Preis der Freiheit. Der polnische Denker Leszek Kolakowski über das Bedürfnis nach unfehlbaren Führern – selbst wenn diese lügen.
- Zur Person: Der Unbescheidene
- Was wirklich dick macht: Über Gewicht
- Sarkawi-Serie: dritter und letzer Teil: «Es ist einfach, sehr einfach» - Sarkawi bewegt sich fliessend von einem Schlachtfeld zum anderen, von der irakischen Wüste in den Cyberspace. Bush und seine Soldaten sind für den Terrorfürsten Statisten in einem Drama, in dem er allein Regie führt. Letzter Teil der Serie.
- Deutschland gegen Joe Ackermann: Ein Mann ackert für Deutschland – - und statt es ihm zu danken, will man den Bankier Josef «Joe» Ackermann wieder vor Gericht bringen. Es geht um 110 Millionen Euro und die Frage: Was ist das für ein Mensch, in dem unsere Nachbarn ein unzähmbares, kapitalistisches Raubtier sehen?
- Tamiflu: Wie Roche den Vogel abschoss * - In grippeverseuchter Zeit Tamiflu anbieten zu können, ist Milliarden wert. Die Formel verdankt der Pharmamulti nicht seinem Forschergeist, sondern seiner Nase.
- Marina Abramovic: Das exakte Gegenteil von Wellness - Marina Abramovic war die First Lady der Performance – einer Kunstform, vergänglich wie das Jetzt. Nun wird die bald 59-Jährige im New Yorker Guggenheim Museum eine Novemberwoche lang Auftritte von sieben Avantgardisten nachstellen. Ein Marathonstriptease für Leib und Seele.
- Gender Studies: Soziale Garderobe *
- Das Wort zum Donnerstag: Suppe, nicht Sauce *
- Forschungsstand: Giftige Kinderpost *
- Elefanten: Ein Rüssel verbindet *
- Krieg und Frieden: Wo Moltke irrte *
- Tatort: Unwürdige Enkel *
- Fernsehkritik der reinen Vernunft: Pawlowsche Reflexe (hahaha) *
- Helden: Hatte Zorro Segelohren? * - 1919 im Groschenheft geboren, ist der Racheengel nun Pop. Heute Hollywood, morgen London – sein Leben ist gefragt. Ein Starporträt.
- Schweizer Rap: Das Leben neu erfunden - Vier besondere Anhänger des FC Zürich mischen auf ihrer ersten Platte «Installation» Fussballfankultur mit Hip-Hop. Noch sensationeller: Die Schweizer Lyrics sind ein Gedicht.
- Bestseller: Belletristik
- Bestseller: Sachbücher
- Reklamation: Apropos Armin Grässl
- Film: Schweigen ist Silber, Reden ist Colt * - Mit «Kiss, Kiss, Bang, Bang» zeigt der Autor Shane Black: Schreibblockaden sind heilbar. Dass seine Dialoge nach der Zwangspause vor Kraft kaum laufen können und sich deshalb überschlagen, nervt ein bisschen.
- Film: Die Gewalt in uns *
- Kunst: Gothic Chic * - Deutliche Farben, klare Gesten: Johann Heinrich Füssli war nie in New York und bestimmte trotzdem Trends.
- Klassik: Gesangskunstwerk * - Anna Netrebko soll die neue Callas sein. Wer ihre Salzburger «Traviata» gehört hat, macht Schluss mit Vergleichen.
- Jazz: Gefühl, ich * - Von einem Schlagzeuger, der Fussballstadien bespielte, nun aber mehr zu spüren als zu hören ist.
- Pop: Schichtarbeiter * - Broken Social Scene türmen Töne, um verborgenste Gefühle zum Klingen zu bringen. Und tatsächlich: Es gelingt, oft.
- CD-Tipp I: In der Prärie
- CD-Tipp III: Auf der Höhe
- CD-Tipp II: Unter die Haut
- Kaufzwang: Der Verführte - Udo Jürgens gibt die vielleicht besten Antworten, die unser Kolumnist bisher hörte. Die Frage ist nur: mit Absicht?
- Auto: Der Kurier des Zahmen * - Ein Mazda 5 weiss mehr als Gerhard Schröder: Er weiss nicht nur, wo er herkommt und hingehört – er kennt auch Demut.
- Zu Tisch: Chicken Fun
- Zu Fuss (5 Stunden): Biss nach oben
- Am Anfang: Anaïs Nin und Henry Miller * - Die Ehefrau eines Pariser Bankiers füllt ein Tagebuch nach dem andern mit Seelenschmerz und sperrt alles in einen Safe. Bis ein Amerikaner, der auf den Durchbruch als Autor hofft, bei ihr anklopft und um warmes Essen bittet. Vom Tisch zum Schreibpult und vom Bett ins Herz ist dann ein kurzer Weg.
