Die Weltwoche
Ausgabe 36/05
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Editorial
Aktuell
- Kommentar: George W. Buh - Nicht einmal Journalisten, die jedes seiner Worte in Marmor meisselten, stehen noch hinter ihm: Der amerikanische Präsident hat die Würde seines Amtes verspielt.
- Satt 1: Sitten und Bäuche * - Wer in der Not keine Fliegen essen will, legt einen Vorrat an.
- Erbgut: Mutter ist die Beste * - Mit einer «Nobelpreis-Spermienbank» wollte Robert Graham Amerika entdummen. Doch die Saat ging nicht auf wie geplant. Sogar für seine eigenen Kinder schämte er sich.
- Schweizer Bürokratie: Ein Bremser startet durch * - Peter Hablützel, Personalchef des Bundes, geht vorzeitig in Pension, und das Land klagt. Dabei gibt sein «Rücktritt aus Protest» Anlass zu etwas Hoffnung.
- Kopf der Woche: Junichiro Koizumi, Spieler auf Zeit *
- Personenkontrolle: Sprache und Polizei *
- Bern-Bundeshaus: Eine kranke Geschichte * - Die Invalidenversicherung braucht dringend Pflege, sonst kollabiert sie. Doch weil Politiker die Diagnose stellen, kann die Kur ungesund werden.
- Krisengebiet USA I: Treibgut * - Nachts fahren Polizisten mit gezogenem Gewehr durch die Stadt, beim Convention Center riecht es schlimmer als in einer Männertoilette in Kalkutta.Die Menschen haben Angst vor Seuchen und keine Ahnung von der Zukunft. Ausser, dass es sie geben wird. New Orleans, the days after.
- Krisengebiet USA II: Just don’t * - Das Vertrauen der Amerikaner auf die eigene Stärke verkommt zu egozentrischem Selbstbezug.
- Krisengebiet USA III: «Es droht ein Rassenkrieg» - Die sozialen Schranken sind in New Orleans weggebrochen, sagt Amerikas Grossliterat Gore Vidal.
- Schwarz-rot-gelbe Tage: Angie nur for President? * - Wer in Deutschland «Frau Kanzlerin» werden will, soll einen Kanzler heiraten. Sagen jene, die sonst den Mangel an weiblichem Führungspersonal beklagen.
- Banken: Im Teilbesitz der Kräfte - Das Zürcher Traditionshaus Julius Bär wächst mit dem Kauf des UBS-Privatsektors zu einem Imperium heran. Doch den Kurs bestimmt die Verkäuferin.
- Zürich-Paradeplatz: Mea Gewinnmaximierung * - Für horrende Boni halten Banker den Kopf hin – den der Aktionäre. Und Justitia lächelt dazu.
- Konkret: Eine SP-Karriere *
- Bildlegende: Wie sicher sind Glücksketten? *
- Medien: Des einen Leid, des anderen Pein * - Einmal angenommen, Leser interessiert nur das Interessante. Was haben dann drei Journalisten, die ihren Job verloren, tagelang in der Zeitung zu suchen?
- Mailbox: Lieber Christoph Grenacher *
- Namen: Susanna Dudijewa, Robert Heret, Alfredo Astiz ...
- Im Auge: Gauloise auf der Kippe *
- Nachruf I: William Rehnquist
- Nachruf II: Jozef Rotblat
- Direktübertragung: «Die endgültige Teilung» *
- Sport: O Weah! *
- Darf man das?: Leser fragen, die Weltwoche antwortet. - Darf man Blumen und Beeren, die über einen Gartenzaun auf die Strasse hinaushängen, für sich beanspruchen? Als Kind wurde mir beigebracht: Alles, was über den Zaun hängt, gehört dem Volk. Julia Langegger, Zürich
Interview
- Sonny Landreth: «Hey, wir leben hier» * - Der Herr wird sich schon was dabei gedacht haben, als er New Orleans dem Meer übergab – warum ihm also ins Handwerk pfuschen? Menschen, die so reden, sind gottlos, sagt der Musiker Sonny Landreth, der in seinen Liedern die Aussergewöhnlichkeit seiner Heimat besingt.
- Zur Person: Gezupfte Gedichte
- Wahlen: Deutschland, lach auf - Jede Stadt eine Nekropole, jeder Mensch ein Vergessener, jeder Morgen schwärzer als die Nacht. Mit diesem von den Medien gezeichneten Bild reist man vor der «Schicksalswahl» durch die Republik. Und sieht mehr Farbe, als einer Nylonjacke steht, die unsere Nachbarn so gerne tragen.
- Thun: Vergessen Sie alles, was Sie jemals im Paradies gesehen haben * - Wenn es eine Stadt gibt, auf die «sehen und sterben» passt, dann Thun. Dass der Fussballklub jetzt auch noch in der Champions League spielt, macht die Sache nur runder, schöner geht’s nicht. Die Einwohner geniessen den Triumph, denn sie haben schon grauere Tage durchgemacht.
- Dita Von Teese: Das Vergnügen ist ganz ihrerseits - Die neuen Traummasse sind: 20-30-33. Sie bezeichnen Absatzhöhe, Taillenumfang und Lippenstiftfarbe von Dita Von Teese. Die Kunststripperin und Verlobte des Horroristen Marilyn Manson ist so sexy und elegant, wie nur Engel sein sollten. Und ein Wunder an Emanzipation ist sie auch.
- Bundesverwaltung: Das Wunder von Bern - Die Forderung nach Bürokratieabbau ist so alt wie der Beamtenwitz. Wie aber reagieren die Betroffenen im Ernstfall? Personalchef Peter Hablützel tritt vor der Pointe ab, die Staatsdiener lächeln müde weiter: Das Gesetz der wundersamen Vermehrung ist auf ihrer Seite.
- Tom Wolfe: Der mit sich selbst tanzt * - Tom Wolfe kann über vieles hinwegsehen – aber nicht lange. Dann tritt der 74-jährige Schriftsteller Miss Liberty vors Knie. Wie jetzt wieder: In seinem dritten Roman geht es um Studenten, also um die geistige Elite Amerikas. Kollegen werden wie immer aufschreien, Fans mit ihm heulen.
- Gender Studies: «Flöti» grüsst *
- Das Wort zum Donnerstag: Männermarkt *
- Forschungsstand: «Haidrodschen» *
- Altweltaffen: Genitalpräsentieren und Peniswippen *
- Krieg und Frieden: Loyale Spione *
- Tatort: Touristenfalle *
- Geisteswissenschaft: Das Parfum des Blutes * - In einer druckfrischen Textsammlung legen Osama Bin Laden und drei weitere Vordenker von al-Qaida die theoretische Basis zum Massenmord.
- DVD: Krankes Gewerbe - Mit «Kapitalisten sind Schweine» holt man keinen Punker mehr von der Strasse. Wie die Dokumentation «The Corporation» aber den Cold-Economy-Slogan belegt, das ist krasses Kino. Und zum Glück käuflich.
- Film: Porentief ernst *
- Kunst: Ich Maschine * - Was passiert, wenn sich ein Mensch drei Tage lang öffnet? Für? Für Virtual, Mixed und Cyber Reality. Für was, bitte? Ein Selbstversuch bei der Ars Electronica in Linz.
- Bestseller: Belletristik und Sachbücher
- Reklamation: Apropos Endo Anaconda II
- Klassik: Fantastisch * - George Enescu, der Lehrer von Yehudi Menuhin, atmete Noten.
- Pop: Lennon ist tot * - Erstmals seit dreissig Jahren ist Paul McCartney wieder bei sich. Saint John wird begeistert sein.
- Jazz: Ein Schattenmann * - Der Pianist Bobo Stenson stieg mit Schlagzeug und Bass in die Unterwelt.
- Kaufzwang: Der glückliche Arbeiter - Mit dem, was Pfarrer Sieber alles nicht braucht, könnten zwei Asketen überleben.
- Auto: Neulich vor dem Reihenhaus * - Der VW Passat ist gebaut für die Mittelschicht – und da liegt das Problem: Die Mittelschicht verschwindet.
- Zu Tisch: Inklusive Skandal *
- Zu Fuss (6 Stunden, 30 Minuten): Schöner glotzen
- Am Anfang: Christoph van den Berg und Monica Studer * - Hätte sie sich bei einem Velounfall nicht den Arm gebrochen, sähe die Welt heute anders aus – was kein bisschen übertrieben ist, denn das Künstlerpaar brachte die Alpen nach Japan. Seit vierzehn Jahren bereisen die beiden die Unwirklichkeit und haben im Leben das gefunden, was der Mensch nicht suchen kann: Glück.
