Die Weltwoche
Ausgabe 10/05
Blau markierte Artikel sind frei, jene mit * nur
registrierten Weltwoche-Abonnenten zugänglich
Editorial
Aktuell
- Kommentar: Näherer Osten * - Der Aufbruch in der arabischen Welt hat viele Gesichter, aber einen Kopf. Bushs Politik, Freiheit vor Stabilität zu setzen, scheint sich auszuzahlen.
- Meteo: Zitterparty * - Die Eisblumen verblühen. Auf zur letzten Minusgradwanderung.
- Swiss: Scheck-in? * - Also doch: Die Schweizer Fluggesellschaft soll an die deutsche Lufthansa verkauft werden. Die Beteiligten schweigen. Das sagt einiges.
- Italien: Befreit und gefesselt * - Die Journalistin Giuliana Sgrena, gerettetes Entführungsopfer im Irak, bleibt eine Geisel der politischen Machtspiele. Und ihrer eigenen Ideologie.
- Libanon: Hyde-Park-Corner in Beirut * - Nach der Ermordung von Ex-Premier Hariri wird das libanesische Volk aufgerufen, sein Herz auf der Zunge zu tragen: Vor laufender Kamera schimpft es auf Syrien.
- Kopf der Woche: Carleton S. Fiorina, Rockstar CEO *
- Bern-Bundeshaus: Das Sans-Papier * - Bringt die Ausschaffungshaft für abgewiesene Asylbewerber wirklich nichts? Ein Parlamentsbericht behauptet es. Aber er lässt sich nicht überprüfen, denn er gilt als geheim.
- Personenkontrolle: Wieder Sprüche *
- Politsystem: Spalten, bündeln, neue Partei gründen - Die Bürgerlichen stehen sich selbst im Weg. Die etatistisch angehauchte FDP driftet mit dem neuen Präsidenten Fulvio Pelli auseinander, die scheinliberal gewordene SVP stolpert über ihre Gegensätze, und die Rest-CVP ist, wie gesagt, Rest. Das Feld wird frei für Pioniere.
- Konkordanz: Die Zukunft ist machbar * - Selten kommt es vor, doch in schweren Zeiten werden selbst in der Schweiz neue Parteien gebildet.
- Classe politique: «Plattitüden führen nicht zum Erfolg» * - Die Mitte muss sich anstrengen, will sie vom Einbruch der SVP profitieren, sagt Ex-SP-Präsident Peter Bodenmann.
- Türkei: Rufmord am Bosporus - Vorbei die Zeiten, da den USA türkischer Honig ums Maul geschmiert wurde. Die Hasstiraden auf den Nato-Partner sind bizarr bis geschmacklos.
- Pressefreiheit: Da lachen die Hühner nicht * - Schon harmlose Karikaturen sind für den Ministerpräsidenten zu viel. Er wünscht sich Freiheit von der Presse.
- Paradeplatz: Viel Rauch, wenig Feuer * - Wenn der Staat nichts weiss, weiss er alles besser. Sogar, wenn es bloss um eine Leiter geht.
- Bildlegende: Mehr Bewegung, bitte *
- Konkret: Rüstige Rentner *
- Medien: Service sans public * - Die regionalen Fernsehstationen werden pro Jahr mit 35 Millionen Franken subventioniert. Was bekämen die Sender erst, wenn jemand zuschauen würde?
- Mailbox: Lieber Udo Jürgens *
- Namen: Jacqueline Stallone, Gudrun Küstermann, Ian Thompson … *
- Im Auge: Harry, die Axt *
- Nachruf I: Hans Bethe *
- Nachruf II: Peter Zvi Malkin *
- Direktübertragung: Hohe Betriebstemperatur *
- Sport: Die Alpen-Lara *
- Darf man das?: Leser fragen, die Weltwoche antwortet. * - Darf man seinen männlichen Besuchern sagen, dass sie sich zum Pinkeln hinsetzen sollen? Chantal Brönnimann, Bolligen
Interview
- Jens Alder: «Die Schweizer sind verunsichert, deshalb rufen sie den Staat» * - Wenn das Parlament uns die letzte Meile nimmt, ist das nicht Liberalisierung, sondern Enteignung, sagt Jens Alder in seiner Funktion als Swisscom-Chef. Als Privatmann ist er eher für die freie Wirschaft.
- Zur Person: Der Temporedner *
- Bestseller: Belletristik und Sachbücher *
- Erben: Morgen, Kinder, wird’s was geben * - In keinem europäischen Land kann man ohne Schweiss so reich werden wie in der Schweiz: 900 Milliarden Franken werden in den nächsten Jahren vererbt. Verdirbt diese Aussicht den Charakter? Ein neidfreier Besuch bei Söhnen und Töchtern.
- Steuerpolitik: «Wer reich stirbt, stirbt ehrlos» - Die Erbschaftssteuer nimmt das Geld von den Richtigen. Plädoyer für den massvollen Erbkapitalismus.
- Abhörsystem: Was sagen Sie jetzt? - Der Fichenskandal war gestern, jetzt kommt Onyx: Das Abhörsystem kann jeden Bürger belauschen und ist so geheim, dass selbst Parlamentarier nur den Tarnnamen kennen.
- IRA: Die irre republikanische Armee * - Die Zeit der grossen Anschläge ist vorbei, nicht aber die IRA selber: Mit Mafiamethoden, Lynchjustiz und permanenter Einschüchterung verteidigt sie ihr ideologisches Territorium. Warum bloss halten die Iren der brutalen Desperadotruppe noch immer die Treue?
- Porträt: Der Jasmin * - SVP-Nationalrätin Jasmin Hutter, 26, setzt bei Kollegen Stresshormone frei: Sie redet Stammtischdeutsch, kann mit Frauenproblemen nichts anfangen und kämpft als Tochter eines Baggerhändlers gegen Russfilter in Baumaschinen. Das Porträt einer Ungehobelten.
- US-Marines: Nach Hause kommen sie immer - Der US-Marine Stacy Alexander kehrt verwundet zurück, sein bester Freund als Nummer: Julio Cisneros Alvarez ist der 1341. amerikanische Soldat, der im Irak starb. Zweiter und letzter Teil ihrer Geschichte.
- Sohn Eduard: Gleichung mit einem Unbekannten * - Wie war der Vater der Relativitätstheorie denn als Papa? Die psychische Erkrankung seines Sohnes Eduard empfand Albert Einstein als Makel, der einen Weltgeist stört.
- Heureka: Genial daneben * - Er wollte weder die Atombombe bauen noch die Grundwerte auf den Kopf stellen: vier Irrtümer über Einstein.
- Wissenschaftsgeschichte: Theorie und Praxis * - Einstein spielte nur den Weltfremden. Er war ein begnadeter Bastler und Tüftler, sagt der Historiker Peter Galison.
- Kioto-Protokoll: Heiter oder wolkig und heisse Luft aus allen Richtungen - Nur die Sonne strahlte, als im Januar das Kioto-Protokoll in Kraft trat. Denn auf die Arbeit der Klimaforscher ist so viel Verlass wie auf die Wettervorhersage für die nächste Woche.
- Gender Studies: Der Neue *
- Das Wort zum Donnerstag: Peter Bad *
- Forschungsstand: 10 cm mehr Gehalt *
- Expeditionen: Selbstgerechtigkeit der Tugend *
- Krieg und Frieden: Der Knacker *
- Tatort: Falsche Töne *
- Kultureditorial: Der Spiegel-Komplex
- TV-Kritik: TV-Kultfiguren 2 *
- Medien: Links blinken, rechts überholen * - Seit zehn Jahren Chef des deutschen Nachrichtenmagazins Der Spiegel, und noch immer keinen Politiker von Rang gestürzt: Das wurmt Stefan Aust – Trost findet er bei den wirklich Mächtigen.
- Film: Näher, mein Gott, zu mir - Dramen über Sterbehilfe bewegen zurzeit Publikum und Preisrichter: Mit Clint Eastwoods «Million Dollar Baby» kam auch das Wunderwerk «Mar adentro» zu höchsten Ehren.
- Film: Ein Oberflächenbrand *
- Belletristik: Ich sehe was, was du nicht bist - Was, wenn einem im besten Alter die Illusionen abhanden kommen und die Ahnung vom gepflegten Scheitern fehlt? Das fragt Adolf Muschg in seinem neuen Roman, und er gibt sich grosse Mühe, nicht allzu deutlich zu werden. Wer nun denkt, das Werk sei als Autobiografie zu verstehen, der denkt zu kurz.
- Belletristik: Egal, wer * - Fliessend souverän dirigiert der New Yorker Australier Peter Carey in seinem Roman «Mein Leben als Fälschung» einen vieldeutigen Chor von Erzählern.
- Apropos: Apropos Marcelle Sauvageot *
- Kunst: Messer im Kopf * - Bezeugen und erzeugen: Im Kunstmuseum Luzern wächst zusammen, was so gar nicht zusammengehört.
- Klassik: Korngoldrausch * - Auf CD: die Sensation der Salzburger Festspiele 2004.
- Jazz: Mild erregt * - Mit einem intimen Klaviertrio kontrolliert Tord Gustavsen die norwegischen Pop-Charts. Ist das bloss Softporno oder schon die Revolution?
- Pop: Rock ’n’ Scroll * - Daft Punk sind wieder da. Die Lieblingsroboter der Gefahrensucher haben ein humanistisches Manifest programmiert.
- Poptipps: Phantom Buffalo, Psapp, Diverse *
- Kaufzwang: Die Pose - Jürgen Teller arbeitet hart an seinem Punk-Gehabe. Das strengt an. Schade, denn als Modefotograf und Porträtist ist er eigentlich gut.
- Auto: Aus Liebe zur Angst * - Für die neue Corvette sprechen viele vernünftige Gründe. Doch der entscheidende ist reine Unvernunft.
- Zu Tisch: Edles aus der Bohne *
- Zu Fuss: Im Hinterland
- Am Anfang: Nadja Sieger und Urs Wehrli * - Zu behaupten, sie seien das erfolgreichste Theaterduo der Schweiz, hiesse Eulen nach Athen tragen. Sie mag die Nacht, er den Morgen. Die Vermutung, dass sie auch ein Liebespaar sind, da sich Gegensätze ja anziehen, ist falsch. Richtig ist: Sie lernten sich vor 18 Jahren bei einem Zirkusferienkurs kennen.
