Die Weltwoche
Ausgabe 37/04
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Aktuell
- Kommentar: Nichthandelszone Europa - Europäische Staatschefs wettern gegen die Solo-Vorstellungen der USA. Sind aber gemeinsame Auftritte gefragt, ist’s auch nicht recht.
- Signale: Ohren ohne Kopf * - Hartz-IV-Protestierer, hergehört: Pfeif-Demos sind gefährlich.
- Banken: Malheur mit Bonus * - Die UBS hat sich im Haus umgehört, und: Ja, die Stimmung ist mies.
- News: Luftschlösser auf Sand gebaut * - Bei seinem Amtsantritt als Stadtvater konnte Elmar Ledergerber sein Büro mit Vorschusslorbeeren und grossen Bauplänen auslegen. Mehr gelang ihm bisher nicht.
- Kopf der Woche: Donald Trump, Markenzeichen * - Man weiss nicht recht, ob man es Frisur nennen darf, was der Mann auf dem Kopf hat. Es ist mehr. Es ist Ausdruck seiner Lebensphilosophie, und die lautet: Kahle Stellen, seien sie im Stadtbild oder auf der Kopfhaut, müssen überbaut bzw. überkämmt werden.
- Terror: Jeder Tag ist ein Propagandasieg - Drei Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York ist al-Qaida stärker denn je. Gibt es überhaupt eine Chance, diese Macht je zu brechen?
- Russland: Die verspätete Nation - Russland sei das Andere, das Dunkle und Böse, heisst es in den Kommentaren zum Massaker von Beslan. Aber unterscheidet sich das Land wirklich so sehr vom Westen?
- Arabische Presse: «Hirne behandeln» * - Nach der Tragödie von Beslan üben Muslime erstmals Selbstkritik.
- US-Präsidentschaftswahlen: Eissturm im Spätsommer * - In aktuellen Umfragen liegt George W. Bush vorn. Will Herausforderer John Kerry noch Boden gutmachen, muss er sich als Führer im Kampf gegen den Terror profilieren.
- Luftfahrt: Scheck-in * - Es gibt unnötigere Dinge als den Hub Zürich. Aber nicht viele. Die sich trotzdem dafür stark machen, denken vor allem an ihren eigenen Höhenflug.
- Medien: Wie man dem Gaul eine Spritze setzt * - Bunt wie Nellas Make-up oder öde wie eine Todesanzeige: die hässlichsten Schweizer Printtitel.
- Politischer Schundroman: Visionen 2027 *
- Konkret: 7 Tage, 7 Steuern *
- Bern-Bundeshaus: Sag mir, wo die Bunker sind * - Das Gute vorweg: Nach dem Berner Bunker-Prozess stellt die Militärjustiz alle ähnlichen Verfahren ein. Ob damit die VBS-Willkür zu Ende ist, bleibt ungewiss.
- Zürich-Paradeplatz: Haareschneiden in Dublin – das wär’s * - Die Schweizer haben zwar viel Geld, doch davon haben sie wenig: Alles ist zu teuer. Ohne Wettbewerb bleiben die Preise oben und das Wachstum unten.
- Bildlegende: Wo bleibt der «Kassensturz»? *
- Mailbox: Liebe André Haefliger *
- Namen: Miriam Tomponzi, Arnold Schwarzenegger, Sophia Loren... *
- Im Auge: Der Beifahrer *
- Nachruf I: Fred Whipple *
- Nachruf II: Elmer Bernstein *
- Direktübertragung: Schlechte Verlierer *
- Sport: Tod einer Nixe *
- Darf man das?: Leser fragen, Die Weltwoche antwortet. - Darf man H&M tragen, wenn man stilmässig etwas auf sich hält?
Matthias Leonhardt, Zürich
- Türkei: Der Bart ist ab * - Im Gefängnis erfand er sich und die Türkei neu: Recep Tayyip Erdogan mutierte vom Islamisten zum Westgläubigen, wurde so Ministerpräsident und macht sein Land nun fit für die EU. Ökonomie statt Religion lautet seine Erfolgsformel.
- Essay: Untergang einfach * - Tritt die Türkei der EU bei, ist das Schicksal der Gemeinschaft besiegelt.
- Julian Barnes: Hier kocht der Dichter * - In seinen Büchern ein Stilvirtuose wandelt sich der englische Schriftsteller Julian Barnes in der Küche zum devoten Befehlsempfänger. Nichts geht ohne präzise Einkaufsliste und gouvernantes Kochbuch. Heute gibt’s Pflaumenkonfitüre.
- Pharmaindustrie: Im Wesen nichts Neues - Marcia Angell, Harvard-Professorin und ehemalige Chefredaktorin des angesehenen New England Journal of Medicine, untersucht seit Jahren die Pharmaindustrie. Ihre Diagnose: Die Pillen schlucken ein Milliarden-Marketing, weil sie teurer, aber nicht besser werden.
- Die Erfinder der Heilmittel kränkeln: Die Erfinder der Heilmittel kränkeln * - Die Pharmaindustrie kämpft mit Innovationsschwäche. Taugen die neuen Rezepte von Novartis und Roche?
- Beat W. Zemp: «Früher haben Eltern ihre Kinder erzogen» * - Unsere Jugend sei unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen – sagte Aristoteles zirka 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Der oberste Lehrer der Schweiz, Beat W. Zemp, klagt weniger über Schüler als mehr über unvernünftige Mütter und Väter.
- Funker Reto: Ist das Leben nicht wunderbar? * - In seiner Welt gibt es keine Unterschiede zwischen wichtigem und unwichtigem Wissen. Er sieht nur die spannenden Dinge – und die teilt er gern. Reto alias Marilyn ist Funker.
- Aufstieg des Teufels: Einer von uns - Kein vernünftiger Mensch nimmt ihn heute noch ernst, den Teufel. Das ist sehr wahrscheinlich unklug. Denn seit wir nicht mehr an Satan glauben, hat er uns erst recht in seinen Klauen. Stationen einer Weltkarriere.
- Krieg und Frieden: Pick-up
- Riesenläufer: Zeig her deine Füsse *
- Forschungsstand: Gähnen *
- Heimatkunde: Heimatkunde *
- Nachts um eins am Telefon: Der Gedanke, dass es Caligula nicht merkt *
- Bestseller: Belletristik, Sachbücher und Reklamation *
- Pop: «Ich liebe Rockmärchen» - Melissa Auf Der Maur, Bassistin mit Schweizer Wurzeln, setzt ihre Träume in Musik um. Das Ergebnis begeistert auch Courtney Love.
- DVD: Hey Miss Betty, Miss Betty hey * - Max und Dave Fleischer waren die Dadaisten des Zeichentrickfilms. Betty Boop und Popeye konnten den Disney-Figuren mehr als das Wasser reichen. Jetzt nachzusehen auf DVD.
- Buch: Schicksale vor Flusslandschaften - Ehedrama, Liebesromanze, Militäranalyse – und alles ohne einen einzigen falschen Ton: «Amagansett», das meisterhafte Debüt des Engländers Mark Mills.
- Literatur-Tipps: Lorenz Keiser, Jonathan Lethem, David Baldacci, Richard Flanagan *
- Film: Nach ihm die Sinnflut * - Wenn «Sixth Sense»-Regisseur M. Night Shyamalan ins Kino bittet, heisst es: Aufgepasst! Mit dem Mystery-Thriller «The Village» strapaziert er nun die Nerven der hintersinnigsten Hintergrundsucher.
- Kunst: Arsenal der Überspanntheit * - Das Migros-Museum goes Glamour. Mit einer Schau, die von Diven und Subkultur handelt und dabei sogar politische Untertöne entwickelt.
- Kino: Ewige Liebe *
- Fernsehkritik der reinen Vernunft: Eva W., Hotel B., Nella M. * - Eva Wannenmacher und Kultur. Ich habe noch immer nicht herausgefunden, wo da ein Zusammenhang besteht. Aber wenn es keinen gäbe, dürfte Frau Wannenmacher wohl kaum das neue Kulturmagazin «Kulturplatz» von SF DRS moderieren, oder?
- Pop: Eine Liebe, grösser als Bern - Tinu Heiniger, Grandseigneur der Liedermacher aus dem Emmental, sucht das Glück. Und findet es dank Stephan Eicher.
- Jazz: Letzte Worte * - Herbie Mann war auch der anrüchigste Flötist. Seine letzte CD vermittelt eine Ahnung wie besonders wow! er spielte.
- Pop Tipps: Al Comet, The Devastations, Candy Staton *
- Klassik: Hals über Kopf * - Juan Diego Flórez meistert Rossinis Höhen wie keine andere.
- Für immer: Plötzlich diese Liebe * - Zuversicht kann John Cassavetes’ Film «Shadows» nicht geben. Aber ein Lebensgefühl, das so schön ist wie die Wahrheit.
- Kaufzwang: Mister Zelig * - Dominick Dunne schreibt für Vanity Fair über Stars. Gemessen an ihm ist unser Kolumnist beim Namedropping ein Schmalhans.
- Stil: London, Sonntag 5.9.2004, 18:00 Uhr *
- Auto: Gibt’s den auch in breitschultrig? * - Vor allem Frauen mögen Geländewagen, der Sicherheit wegen. Doch diese sollen mächtig sein – nicht schmächtig.
- Zu Tisch: Der Gartenirrtum
- Zu Fuss: Die lebenden Toten
- Zahlen der Woche: Harvards Traumzahl *
