Die Weltwoche
Ausgabe 05/10
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Editorial
Aktuell
- Kommentar: Seid nett zu den Deutschen! * - Die Schweizer tun so, als ob das Boot wieder voll wäre. Die Animositäten gegen deutsche Einwanderer nehmen zu. Das ist kurzsichtig und kontraproduktiv.
- Finanzplatz: Das Profil des modernen Datendiebs - Die deutsche Regierung will mit geklauten Bankdaten zur Hatz gegen Steuersünder blasen und den Datenklauer honorieren. Gegen solchen Missbrauch wurde das Bankgeheimnis eingeführt. Das Gesetzeswerk ist aktueller denn je.
- Bundesrat: Mit Platzpatronen im Steuerkrieg * - Finanzminister Merz will die neuen Steuerabkommen korrigieren: ein untauglicher Versuch.
- Fall Nef: Charakterlich ungeeignet * - Der gescheiterte Armeechef Roland Nef präsentiert sich neuerdings als Opfer einer Verschwörung von Politik und Medien. Tatsächlich hielten die Medien die Umstände, die den Brigadier zum untragbaren Sicherheitsrisiko machten, bislang pietätsvoll unter dem Deckel.
- Kultur: Rettung in letzter Sekunde * - Das in finanzielle Schieflage geratene Filmprojekt «Sennentuntschi» von Regisseur Michael Steiner kann doch noch realisiert werden. Dank der Constantin Film AG. Der Schweizer Markteintritt des Branchenriesen dürfte der müden einheimischen Filmszene neue Impulse verleihen.
- Film: «Herr Steiner ist nicht gescheitert» * - Bernhard Burgener, Chef der Constantin Film, über Regisseur Michael Steiner und seine Pläne für die Schweiz.
- Replik: Er hätte besser geschwiegen * - Die aktive Informationspolitik von Gerichtspräsident Christoph Bandli im Fall UBS wurde von der Weltwoche zu Unrecht emporgejubelt. Richter sollten Urteile nicht kommentieren – erst recht wenn es nicht die eigenen sind.
- Die Deutschen: Der «Soli» und der «Tali» * - «Kein Blut für Öl» und «Geiz ist geil»: Das Verhältnis der Deutschen zu Geld ist widersprüchlich. Sie verachten es und beten es doch zugleich an.
- Personenkontrolle: Beyeler, Kreis, Türler *
- Wirtschaft: Kurt Schiltknecht * - Geht dem Staat in der Wirtschaftskrise das Geld aus, steigt die Konjunktur der Bussen an Unternehmen. Die Zeche zahlen die Aktionäre.
- Finanzkrise: Leviathan am Ende * - Westliche Staaten laden sich immer neue Aufgaben auf. Bezahlen können sie nicht mehr. Wenn Politiker über Banker-Boni wettern, lenken sie vom eigenen Versagen ab.
- Bodenmann: CD-Klau: «Cash as cash can» * - Das kleine EU-Land Luxemburg wird für sich und die Schweiz das Steuerproblem lösen.
- Mörgeli: In Gottes Davoser Aula *
- Kostenkontrolle: 80 Millionen mehr Umsatz dank Federer *
- Medien: Der Pad der Hoffnung - Die Verlage erhoffen sich vom iPad das Ende der Nöte. Sie halten Apple für ein karitatives Unternehmen.
- Leserbriefe: Leserbriefe
Hintergrund
- Deutschland: 500 Jahre Missverständnis * - Die Schweizer wollen keine Deutschen sein. Das ist der Kern ihrer Identität. Wenn die Deutschen allzu forsch Brötchen bestellen oder Bankdaten klauen: Sie verstehen nicht, warum beides die Schweizer irritiert.
- Wirtschaft: «Und dann ist der Chef plötzlich ein Deutscher» - Auf den Arbeitsmarkt drängen neue Konkurrenten. Die einen übernehmen Jobs, für die Schweizer zu bequem geworden sind, die anderen machen sich auf den Chefetagen breit.
- Entwicklungshilfe: Was nicht nützt, schadet * - Die Tragödie von Haiti zeigt das Kerndilemma der Entwicklungszusammenarbeit auf: Hilfe, die abhängig macht, wird zum Fluch. Das weiss man auch bei der Deza und bei den Hilfswerken. Doch von der Einsicht zur Konsequenz ist es ein weiter Weg.
- Umweltpolitik: Holzwege der Klimarettung * - Mit dem Argument, Holz sei klimaschonend, wird in der Schweiz der Bau von Holzkraftwerken vorangetrieben. Das Resultat ist fragwürdig: Die Atmosphäre wird während Jahrzehnten mit zusätzlichem CO2 belastet.
- Interview mit Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli: «Dem Tod seit langem entfremdet» * - Eine Volksinitiative will den «Sterbetourismus» per Gesetz verbieten. Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli kontert die Vorwürfe an seine Organisation und erklärt, warum er ein Verbot der Freitod-Hilfe für menschenunwürdig hält.
- Medizin: Unser täglich Vitamin gib uns heute * - Jedes Kind weiss: Vitamine sind gesund. Doch neue Studien zeigen: Sie schützen weder vor Krebs noch vor anderen Krankheiten. Von unserem unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Vitamine profitieren nur die Hersteller.
- Satire: Keiner lustiger als der andere * - Jede Nation hat ihre Satiriker. Deutschland leidet mit Harald Schmidt. Österreich bejubelt einen falschen Kaiser. Der Schweizer Viktor Giacobbo hat in seiner Sendung das Konkordanzprinzip eingeführt – einschläfernd. Ein Ländervergleich.
- Climategate: Der tiefe Fall des Missionars - Er war angetreten, die Welt zu retten. Doch jetzt kämpft Rajendra Pachauri um seinen Job. Fehlleistungen häufen sich. Die Übertreibungen entlarven den Leiter des Weltklimarats als Propagandisten.
- Alinghi: Wanderpokal in Seenot * - Nach endlosen juristischen Streitereien wird ab nächster Woche in Valencia wieder um den America’s Cup gesegelt. Der Sieger im Wettkampf zwischen Alinghi und den amerikanischen Herausforderern wird voraussichtlich erst vor Gericht gekürt.
- Geschichte: Kannibalen im Schnee * - Eine kleine Gruppe von Siedlern, angeführt von den Familien Donner und Reed, brach 1846 in den Westen der USA auf. Die Reise wurde zum tödlichen Kampf gegen den Winter und gegen Indianer. Bis heute prägt dieses Drama das Lebensgefühl der Amerikaner.
- Elin Woods: Die Frau mit dem Golfschläger * - Elin Woods ist die wahrscheinlich berühmteste betrogene Ehefrau der Welt. Bisher wusste man nur, dass sie ein schwedisches Model war und von Tiger geheiratet wurde. Glücklicherweise ist ihre tatsächliche Geschichte interessanter.
Interview
- Interview mit Nikolaus Senn: «Drei Grossbanken wären besser» * - Der UBS-Ehrenpräsident Nikolaus Senn ärgert sich. Darüber, dass gegen die alte UBS-Garde kein Strafverfahren eingeleitet wurde, er immer erst im Nachhinein um Rat gefragt wurde, und über die deutsche Regierung, die geklaute Daten kaufen will.
- Nikolaus Senn *
Stil & Kultur
- Heilige Fantasie
- MvH: Mein Freistoss - Unser Kolumnist geht ans WEF und ans Polo. Er lernt von einem Unternehmer, über Frauen. Und kommt in Entscheidungsnot.
- Namen: Lolita im Pophimmel * - Und wieder liegt ganz Frankreich einer Chanteuse mit engelhaftem Aussehen und glockenheller Stimme zu Füssen.
- Im Gespräch: «Die Rialtobrücke in Venedig hat uns inspiriert» - Die Architekten Stefan Brechbühl und Markus Teige über die komplexen Herausforderungen beim Umbau des grössten Schweizer Einkaufszentrums.
- Luxus: Luxusmöblierte Ein-Zimmer-Wohnung
- Hyundai i30cw 1.4: Überholmanöver * - Die aktuellen Modelle von Hyundai sind Ausdruck des neuen Selbstbewusstseins des koreanischen Herstellers.
- Objekte: Ein Ohr für kleine Dinge - Dass die Hörgerätefirma Phonak erstmals Kopfhörer herstellt, ist eine gute Nachricht.
- Wein: Wucht und Frucht *
- Apropos:: Zum Juden gemacht
- Kulturgeschichte: Zwischen Stolz und Scham - Die Schweiz hat in Wilhelm Tell den idealen Nationalhelden gefunden. Nur die Deutschen dürfen auf ihren Siegfried nicht mehr stolz sein.
- Film: Frei von Bodenhaftung * - «Up in the Air» ist eine Komödie über Kündigungen. Geht das? Mit George Clooney schon.
- Jazz: Die hohe Kunst des Einfachen *
- Darf man das?: Leser fragen, die Weltwoche antwortet
- Thiel: Die Investment-Beamten - Es ist ein Segen für die Finanzwelt, dass die Politiker nun die Wirtschaft zu regulieren beginnen. Denn sie verstehen mehr davon, wie folgendes Beispiel zeigt.
- Hochzeit: Pas de deux - Der Assistenzarzt Aurelius Omlin, 33, und der Tänzer Martin Scheiwiller, 32, haben im Dezember geheiratet. Zuvor gab es eine Rose mit 29 Blättern.
