Bundesratswahl

Zuppigers Erbsünde

Zehn Jahre lang benutzte Bruno Zuppiger eine Erbschaft, die er zu verteilen ­gehabt hätte, als Selbstbedienungsladen. Erst unter dem Druck drohender Strafklagen zahlte er aus. Für Zuppiger wurde die Sache «ohne Schaden für Dritte» geregelt.

Von Urs Paul Engeler

Überweisung zu eigenen Gunsten: Auftrag von Zuppiger an die Zürcher Kantonalbank.

Je höher ein Mensch aufsteigt, umso öffentlicher holt die Vergangenheit ihn ein. Der Zürcher SVP-Mann Bruno Zuppiger drängt in den Bundesrat, diesmal als offizieller Kandidat.

Vor elf Jahren, im November 2000, verstarb Frau H. B., eine aus Ostdeutschland stammende Angestellte der Firma Zuppiger & Partner AG, Wirtschafts- und Unternehmensberatung. Die Sekretärin hatte keine erbberechtigten Verwandten und hinterliess ein Vermögen im Umfang von rund 265 000 Franken, angelegt in Aktien, in der dritten Säule und auf Bankkonten. Gemäss Testament vermachte die ­alleinstehende Frau ihren Nachlass zu gleichen Teilen zwei bekannten und anerkannten schweizerischen gemeinnützigen Organisa­tionen. Kurz vor ihrem Tod setzte Frau B. – auf Briefpapier der Firma übrigens – Bruno ­Zuppiger (respektive dessen Betrieb) als ­Willensvollstrecker ein. (Ursprünglich hatte sie eine andere Person dafür bestimmt gehabt.)

Weil Verwandte fehlten und die Bestimmungen der letztwilligen Verfügung gültig und eindeutig waren, schien die Erledigung dieser Aufgabe eine simple Routineangelegenheit von wenigen Wochen oder Monaten. Nicht so für Bruno Zuppiger.

Als die begünstigten Organisationen vier Jahre nach Eröffnung des Testaments sich nach dem Stand des Geschäfts erkundigten, lieferte Zuppiger ihnen im Jahr 2005 lediglich eine Zwischenabrechnung, allerdings ­eine der überraschenden Art. Er hatte sich einen Arbeitsaufwand von 522,75 Stunden gutgeschrieben, wobei der ehemalige Lehrer ohne juristische Fachausbildung für seine eigenen Bemühungen einen stolzen Stundenansatz von 350 Franken geltend machte, für seinen «projektverantwortlichen Mitarbeiter» einen solchen von 290 Franken und für die Sekretärin den grosszügigen Lohn von 160 Franken, pro Stunde.

In summa hatte die Firma Zuppiger & Partner auf diese Weise bis 2005 in verschiedenen Tranchen ein «Willensvollstreckerhonorar» von nicht weniger als Fr. 150 632.60 abgezweigt – ohne, wie es Pflicht und Usus wäre, die Erbberechtigten zu informieren. Zur Rede gestellt, begründete Zuppiger seine ausufernden Aktivitäten, die bereits mehr als die Hälfte des Erbes (in Zahlen: 57 Prozent) verschlungen hatten, mit einem letzten Wunsch, den die Verstorbene auf dem Sterbebett seinem Mit­arbeiter W. S. gegenüber noch mündlich geäus­sert habe: Er möge in Deutschland nach möglichen Verwandten forschen.

Ganz abgesehen davon, dass die «langwie­rige Suche nach eventuellen Familienangehörigen», so Zuppigers schriftliche Rechtfertigung, ­erwartungsgemäss keinen einzigen Namen zutage fördern konnte, überschritt er damit seine Kompetenzen als Willensvollstrecker, weil er den mündlichen Wunsch nicht belegen konnte. Insbesondere missachtete er die klare Verfügung bei der Testamentseröffnung von 2001, die das Bezirksgericht Zürich erlassen und damit sein Mandat abschliessend definiert hatte. «Die Erblasserin hinterliess weder Pflichtteilserben noch entferntere Angehörige der elterlichen Verwandtschaft und hat in ­einem in formeller Hinsicht offensichtlich gültigen Testament über den ganzen Nachlass verfügt. Unter diesen Umständen wären weitere Abklärungen gesetzlicher Erben aus der grosselterlichen Verwandtschaft – welche zum Teil in Deutschland zu erfolgen hätten – unverhältnismässig. Die Erbenermittlung ist daher einzustellen.» Die Publikation ihres Todes in einer grösseren Zeitung der Herkunfts­­- re­gion in der ehemaligen DDR genüge vollauf.

Während Zuppiger & Co. fieberhaft Phantom­verwandte auffinden wollten, ­stockte die Abwicklung der Erbsache. Zehn Jahre nach dem Hinschied der Frau B. lagen weder eine korrekte Abrechnung noch ein ­Teilungsvorschlag, noch die Überweisung der Restbeträge vor. Zuppiger hatte die Erben mit vagen Auskünften und den Versprechungen, die ausstehenden Summen würden demnächst ausbezahlt, jahrelang hingehalten. Was die beiden Organisationen am 18. Oktober 2010 zu ersten rechtlichen Schritten, zu einer Klage vor dem Bezirks­gericht Zürich gegen Zuppiger & Partner AG, zwang. Sie verlangten in ihrer Eingabe: «Es sei die Beklagte zu verpflichten, den Klägerinnen CHF 158 507.80 (abzüglich eines angemessenen, aber reduzierten Willensvollstrecker­honorars von maximal CHF 5000) zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. Januar 2002 zu bezahlen, ­alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.»

Von der Schlamperei . . .

In einer Aussprache vom 3. November 2010 steuerten Zuppiger und die zwei Klägerinnen auf einen Vergleich zu. Zuppiger, der seine Unschuld beteuerte, den Ahnungslosen ­spielte und seinen subalternen Mitarbeiter W. S. für die unkorrekten Abläufe verantwortlich machte, wollte eine Reduktion der Forderung und grosszügige Fristen erwirken. Fast mit ­Erfolg: Was die beiden Organisationen damals aber noch nicht wussten, war die Tatsache, dass über 100 000 Franken aus der Erbmasse verschwunden waren. Nach genauer Durchsicht der erst bei diesem Termin ausgehändigten Unterlagen mussten die Erben nämlich «leider feststellen, dass sich Herr Zuppiger persönlich in ganz erheblichem Umfange an den Nachlasswerten direkt bedient hat». Sie hatten nicht Fr. 158 507.80 zugut, wie sie glaubten und einforderten, sondern rund 260 000 Franken.

Tatsächlich belegen Dokumente, dass der Firmenchef am 5. April 2007 mit eigenhändiger Unterschrift Herrn B. Kaderli von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) beauftragt hat, das Konto der verstorbenen Frau B. «zu saldieren und den Restbetrag auf das Konto [. . .] bei der Sparkasse Zürcher Oberland, 8340 Hinwil, gemäss beiliegendem Einzahlungsschein, zu überweisen». Inhaber des begünstigten Hinwiler Privatkontos ist Bruno Zuppiger selbst. Der «Restbetrag» der Erbschaft, den er heimlich wegzügeln und sich selbst gutschreiben liess, belief sich auf Fr. 100 850.95.

. . . zur versuchten Veruntreuung

In einem Zusatz zur Klageschrift warfen die Anwälte dem Nationalrat nicht mehr Schlamperei und überrissene Honorarforderungen vor, sondern strafbare Handlungen: «Veruntreuung» sowie «ungetreue Geschäftsbesorgung». Der Ton gegenüber Zuppiger wurde ruppiger; er wurde bezichtigt, «ganz offensichtlich eine tragende Rolle als Täter» gespielt zu haben: «Unter diesen geänderten Voraussetzungen sind unsere Klienten nicht länger bereit, Herrn Zuppiger in quantitativer Hinsicht entgegenzukommen und ihm grosszügige Zahlungserleichterungen bzw. -fristen einzuräumen. In der Beilage finden Sie ­unsere Schadensquantifizierung (samt Einzahlungsschein). Namens und auftrags unserer Klienten fordern wir Herrn Zuppiger auf, im Sinne einer Wiedergutmachung den eingetretenen Schaden [. . .] bis zum 31. Dezember 2010 [. . .] zu begleichen. Andernfalls sind wir befugt, die vorliegende Angelegenheit auch in strafrechtlicher Hinsicht der notwendigen Klärung zuzuführen.»

Diese Drohung wirkte. Um seine Haut, sein Geschäft und seine politische Kar­riere zu retten, beglich Zuppiger umgehend die Summe (samt neun Jahreszinsen von fünf Prozent!) – was als Schuldeingeständnis interpretiert werden darf. (Über die genaue Höhe des Betrags, der schliesslich den Erben ausbezahlt wurde, ist Stillschweigen vereinbart worden.)

Hinter dieser Abmachung versteckt sich heute der Bundesratskandidat. Konfrontiert mit acht detaillierten Fragen (siehe Kasten), antwortet der Angeschossene lakonisch und abschliessend: «In Ihrer nachgefragten Sache kann ich wie folgt antworten: Der Fall ist abgeschlossen. Alles ist geregelt ohne jeden Schaden für Dritte. Eine Stillschweigevereinbarung zwischen den Parteien verbietet mir, näher auf die Sache einzutreten. Mit freundlichen Grüs­sen Bruno Zup­piger, Nationalrat, Präsident Schweizerischer Gewerbeverband SGV.»

Im Raum schwebt allerdings weiterhin die Frage, ob die dem Spitzenpolitiker vorgeworfenen Delikte nicht von Amtes wegen verfolgt werden müssten. Das Strafgesetzbuch (Art. 138 und 158) bestimmt, dass lediglich Vermögensdelikte «zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen» auf Antrag verfolgt würden. Alle andern Vorwürfe müssten also offi­ziell abgeklärt werden.

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren

  • Frédéric-Marc Fluehmann
  • 12.12.2011 | 13:01 Uhr

Würde ein gewisser Politiker noch leben, gäbe es auch bei der CVP einen interessanten Fall zu untersuchen. Egal welche Parteizugehörigkeit, aber Politiker die mit "russischen" Machenschaften agieren, sollten wenigstens im Hintergrund bleiben.

  • Markus Kohler
  • 11.12.2011 | 17:28 Uhr

Ein "Hoch"auf die WeWo und U.P.Engeler,sie haben Zuppiger entlarvt!Gerade noch richtig,vor den BR Wahlen.Zum Glück hat Zuppiger "freiwillig"zurückgezogen um :die SVP zu schützen.Und Jetzt:Schwaller würde eh nie einen SVP'ler wählen,Wyss ist enttaeuscht(Sie und Ihre "Clique haben EWS und Walther schon zur Sprengung nominiert OHNE PRÜFUNG!!!)Bäumle ..kennt Zuppiger er ist unschuldig. Also nix mit SVP im BR! Die FDP'ler die ich mag,schweigen obwohl die SVP beteuert,kein FDP Sitz zu wollen!

  • Antonio Scherrer
  • 11.12.2011 | 02:06 Uhr

Ticket Fuhrer/Eberle erfüllte die Anforderungen der anderen: Schmid gewählt! CB zu gut: Von den anderen abgewählt! "Brückenbauer" Zuppiger, Wunschkandidat der anderen, stolpert über Leiche im Keller. Walter ist ein weiterer Liebling der anderen: Wird nicht gewählt und Rime - der beste, der sich stellt - ist auch nicht genehm! Wischen wir den Sand aus den Augen: Die Bundesversammlung will die Zukunft ohne authentischen 2. Vertreter der wählerstärksten Partei angehen: Hochmut kommt vor dem Fall oder: Das Schweizer Volk verdient keine bessere Regierung. Arroganz & Dekadenz werden zum Programm.

  • Peter Hunziker
  • 10.12.2011 | 17:44 Uhr

Positiv: Die WW hat zur rechten Zeit aufgedeckt. Es lohnt sich nach wie vor sie zu lesen. Negativ: Die Politik ist einmal mehr demaskiert. Da bringt alles Gezeter scheinheiliger Besserwisser, ob von links oder rechts, gar nichts. Der gutgläubigen Bürger/innen werden es leider immer weniger. Und dabei wäre der Zusammenhalt gerade in so einer schwierigen Zeit wie heute wichtiger denn je. Hoffnung: bei der anstehenden BR-Wahl könnten einige Tanzbären in Bern sich zum Gemeinwohl bekennen, statt Ignoranz und Egoismus zu praktizieren. Wer glaubt's?

  • Nannos Fischer
  • 09.12.2011 | 11:33 Uhr

@Rainer Selk: An der Ethik E. Widmer-Schlumpfs gibt es wirklich nichts auszusetzen, ausser dass sie total fehlt.

@Peter Kuehnis: Ja, wer hat wohl der WW den Auftrag gegeben, Zuppiger abzuschiessen? Wer hat ihr befohlen, die Sachen um Karin Keller-Suter auszubringen? Irgendjemand MUSS es gewesen sein; denn Sie sind offenbar an die allgemeine Dienstfertigkeit und Unselbständigkeit der Schweizer Medien schon dermassen gewöhnt, dass Ihnen selbst der Gedanke abhandengekommen ist, irgendeine Zeitung könnte etwas Brisantes aus eigenem Antrieb (und vielleicht Verantwortungsgefühl) anfassen.

  • wil vonier
  • 09.12.2011 | 09:58 Uhr

Gut dass die Weltwoche solche Situationen aufdeckt.Schlecht, dass andere-zumeist linksstehende- Medien
wie Tamedia/Tele Zueri ( Faelle wie K.Keller-Sutter, den BDP Mann aus St.G.etc ) mit keiner Zeileerwaehnen.Alle gegen die SVP ist z.Zt. einfach da sich diese derzeit zu viele Fehler
leistet.schade.Ob nun mit Hj.Walther die Konkordanz aufrecht erhalten wird, ist in Anbetracht
der aktuellen Parteien-HALTUNGEN mehr als fraglich.warten wir's ab.


  • Jürg Wehrlin
  • 09.12.2011 | 08:55 Uhr

@Marcel M. Pfister: Wenn die Situation heute noch derjenigen ursprüglichen Verfassung entsprechen würde, hätte die SVP 7 Bundesräte. Vergessen Sie nicht - es war die SP, welche die Konkordanz erzwungen hat!

  • Rainer Selk
  • 09.12.2011 | 08:10 Uhr

Lieber Herr Lips, wenn Sie die Qualifikation eines Brundesrates an seiner vorherigen Führungserfahrung festmachen wollen, dann haben da aber weitere B' räte ziemliche Lücken. Auch jene, die einen höheren Posten in Verwaltungen inne hatten.

Die Affäre Zuppiger ist nicht schön zu reden. Einmal mehr zeigen sich Führungsfehler der SVP Parteileitung. Ich bin aber überzeugt, wenn man bei allen BR Kandidaten mit dem Lupenbohre nachschaut, findet man überall etwas, aber kaum Führungserfahrung.

  • Rudolf Zwahlen
  • 09.12.2011 | 07:54 Uhr

Wie kommt man an solche schriftl.Unterlagen?

  • George Lips
  • 08.12.2011 | 21:58 Uhr

Ich sehe mit grösstem Interesse der Verlautbarung von Chr.Blocher entgegen, der als Führungsfigur(Chefstratege!) diese miese Geschichte mitzuverantworten hat.Blocher ist zwar einer der wenigen, der Fehler zugeben kann. Totzdem, hier haben wir eine selbstverschuldete Situation, ein grösseres Geschenk konnte die SVP all ihren Gegnern nicht machen. Sie wird massiv Stimmen verlieren, trotz ihrer richtigen Ziele.
Ueberhaupt, dass man gewagt hat, diesen erfolglosen Zuppiger vorzusetzen, ist schon eine grosse Dummheit.Seine Führungserfahrung erschöpft sich in schlechter Führung eines Miniladens.

  • Rainer Selk
  • 08.12.2011 | 19:24 Uhr

Was man da lesen darf, ist dicke Post und es ist gut, kommt das jetzt heraus.

Das Ganze hat eine rechtliche und ethische Komponente. Die rechtliche sollen die zuständigen Behörden abklären. Bis dahin gilt Unschuld.

Die ethische Komponente verlangt eine Nichtwahl von B. Zuppiger. Der ist heute von seinem BR Mandat zurückgetreten.

Daran sollte sich Intrigantin BR Evelyne-Widmer Schlumpf mal eine Scheibe abschneiden, denn deren Ethik ist alles andere als in Ordnung.

  • Robert Erni
  • 08.12.2011 | 19:19 Uhr

Die SVP kommt mir vor wie ein Fussballclub, der sich rühmt viele Vereinsmitglieder in seinen Reihen zu haben. Ein Club,der in den unteren Ligen spielt und es versäumt die Talente in der Jugendmannschaft zu fördern. Wo sind in der SVP junge, dynamischen SVP Politiker, die zu höheren Weihen fähig sind?

  • George Lips
  • 08.12.2011 | 18:39 Uhr

SVP Dilettantismus und einen Erzbauern als BR-Kandidat.Die SVP demontiert sich selbst., mit Erfolg.Jetzt wird die SVP Stimmen verlieren. Da kann sie machen was sie will. Nach diesem Dilettantismus bei der Kandidat4enauswahl und als "Rettung" den has been Walther vorzuschlagen ist ja wirklich lächerlich.Walther ist einer der 35 BAuernvertreter im Parlament. Wir wollen endlich dass der Mittelstand, mit dessen Steuern die BAuern alimentiert werden, in der SVP das Sagen haben. Nicht diese Suvrentionsempfänger. Weer zahlt befiehlt ist immer noch richtig.

  • Markus Gnädinger
  • 08.12.2011 | 18:30 Uhr

Gratulation für den ausgezeichnet recherchierten Artikel. Damit hat sich die WELTWOCHE definitiv als unabhängiges Wochenblatt positioniert. Ich freue mich schon auf weitere schonungslos Recherchierte Enthüllungen.

  • Peter Kuehnis
  • 08.12.2011 | 17:56 Uhr

fein eingefädelt von der SVP @Herr Theler ? - Grotesk nun zu hören dass Hansjörg Walter kandidieren *muss*, der seinerzeit sich mit seiner eignen Stimme nicht hat zum Bundesrat machen dürfen wäre der ja sonst aus der SVP ausgeschlossen worden. - Aber dass die SVP
längst nur noch für die nächsten 4 Jahre Aengstliche und Rechte an sich binden will und nicht mitregieren ist wohl jedem klar - auch wenn nicht klar ist wer die WW dazu aufforderte Zuppiger zu erlegen.

  • Jürg Brechbühl
  • 08.12.2011 | 17:44 Uhr

1.) Besser wir erfahren das jetzt als in drei Jahren wenn ein "Bundesrat Zuppiger" womöglich mit Deutschland ein Steuerabkommen aushandeln müsste.
2.) Soll noch einer behaupten, die Weltwoche sei das Hausblatt der SVP!

Danke für die Reportage, als Schweizer kann man auch stolz sein, dass einer mit einer solchen Gaunerei nicht einfach davonkommt.

Zuppiger sollte als Nationalrat zurücktreten.

  • Huldrych Schmid
  • 08.12.2011 | 16:53 Uhr

hier die erfolgsstrategie: gerhard pfister in die partei aufnehmen und als bundesrat nominieren; ; nicht so sexy vieleicht, aber für's land bei weitem besser als köppel's spuhler/blocher deal; und um welten besser als jetzt nochmals hansjörg walter ins rennen schicken !!

  • Ronny Petersen
  • 08.12.2011 | 16:28 Uhr

Die ganze Geschichte erinnert mich an die Affäre Näf mit Samuel Schmid: Nur nicht genau hinschauen, anstelle detailliert abzuklären, was dahinter steckt. Und jetzt wird die ganze Sache schöngeredet. Eigentlich unglaublich, dass diese Fehleinschätzung ausgerechnet dem SVP-Präsidium unterläuft. Das da Munition drin ist sollte eigentlich jedem klar sein.

  • Rudolf Zwahlen
  • 08.12.2011 | 15:41 Uhr

Daher gilt für SVP-Bundesratskandidaten:Es muss jamand sein der für linke Parteien nicht wählbar ist,sonst wird die Partei unglaubwürdig.Mit Mitgliederschwund als Folge.Danke an Herrn Engeler!Das ist Journalismus!Man stelle sich vor,so etwas wäre nach den Wahlen bekannt geworden.
Das wäre wieder ein BR der Linken geworden,wie Frau Widmer.Die haben sich sicher schon gefreut oder würden sich bei einer Wahl freuen.Ich verstehe die Parteiführung nicht. Hearings nützen
auch nichts.Schade um die Zeit.

  • Tobias Schindler
  • 08.12.2011 | 12:22 Uhr

Wenn ich gewisse Beiträge hier lese muss ich mich doch sehr wundern. Unter der Voraussetzung, dass der Bericht der Weltwoche stimmt, hat sich Zuppiger schlicht und ergreifend strafrechtlich relevant verhalten. Unterschlagung und Betrug sind keine Kavaliersdelikte.
Wer argumentiert, dass sei eine Privatsache, der sollte auch gelten lassen, dass der Missbrauch der Sozialwerke ebenfalls Privatsache ist. Betrug ist Betrug und muss bestraft werden. Unabhängig von Parteibuch oder sonstiger Ausrichtung.

  • Rudolf Meier
  • 08.12.2011 | 11:01 Uhr

Dass Zuppiger, inzwischen von den Medien auf den Vorfall angesprochen, das als Fehler den scheinbar seine Firma begangen habe herunterspielt, ist ein ganz dicker Hund! Falls die SVP Führung die Details dieses Vorfalles im Vorfeld kannten, haben sie sich sehr grossen Schaden zugefügt.

  • Robert J. Jörg
  • 08.12.2011 | 09:41 Uhr

Ich hab's mit Herrn Diem und möchte zu gern wissen, seit wann die Weltwoche Kenntnis hat. Im Übrigen spielt es keine Rolle. Wer den Parteispitzen der CVP und der SP zugehört hat weiss, dass längst beschlossen ist, keinen SVP-BR zu wählen. Sei der Kandidat nun "valabel & wählbar" oder ein als "Hardliner" beschimpfter. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass es Hardliner und stramme Parteisoldaten nur bei der SVP gibt?

  • André Theler
  • 08.12.2011 | 08:46 Uhr

Das ist ja fein eingefädelt von der SVP.
Desavouiert ihren eigenen Bundesratskandidat, damit sie im Fall einer doch sehr wahrscheinlichen Nichtwahl eines zweiten Bundesrates, die Märtyrer Rolle spielen kann, welche Ihnen wieder zu alter Grösse verhelfen soll. Clever
Die Dolchstosslegende lässt grüssen.

  • Regula Niederer
  • 08.12.2011 | 08:41 Uhr

Interessant wäre ja auch zu erfahren, w e r den Vorgang der "Weltwoche" zugänglich gemacht hat...

  • Franz X. Bachmann
  • 08.12.2011 | 05:36 Uhr

Zuppiger? Ante Portas oder sonst noch was!

  • Claudia Zehnder
  • 08.12.2011 | 04:09 Uhr

Ist doch egal. Widmer-Schluepfrig hat auch einen zweifelhaften Charakter und ist trotzdem gewaehlt worden. Die Linken moegen das.

  • Meinrad Flury
  • 08.12.2011 | 03:12 Uhr

Unfassbar die Arroganz und wer an diesem Beispiel keine kriminelle Energie des Herrn Zuppiger sehen will, hat selber den Bezug zu Moral und Ethik verloren. Es scheint fast, als würde korrumpiertes und unlauters Verhalten zu einem "muss" Attribut der heutigen Politik werden. Quo vadis helvetica?
Meinrad Flury / Schweiz & Hong Kong

  • Rolf Iller
  • 08.12.2011 | 01:04 Uhr

Da hatte der Herr Zuppiger aber Glück, dass er kein Ausländer ist, sonst müsste man ihn doch glatt noch ausschaffen.

  • Richard Dähler
  • 07.12.2011 | 22:59 Uhr

100 000 Franken auf seinem Konto zu finden, ohne eigenes Dazutun,
das ist eines der Wunder, auf die viele Menschen hoffen, oder mit
viel Lottoeinsätzen erkaufen wollen. Z. ist ein Glückspelz, genial
unschuldig wurde die Sache eingefädelt.

  • Ernst Diem
  • 07.12.2011 | 22:50 Uhr

Ernst Diem, e.diem@bluewin.ch: Der WELTWOCHE ist für die Offenlegung zu danken ... Indes soll sie - mit Beweisen - belegen, seit wann sie von der Sache weiss. (Nicht ganz unwichtig...)

  • Felix Graf
  • 07.12.2011 | 22:45 Uhr

Artikel von Herrn Engeler sind meist kugelsicher recherchiert. Bei dieser Brisanz dürfte die Endfassung unter juristischem Beirat erfolgt sein. Ich vermute deshalb, Herr Zuppiger wird sich recht rasch aus dem Kreis der Bundesratsanwärter verabschieden. Eigentlich schade, ich war gerade dabei, mich mit seiner Kandidatur anzufreunden.

Nun stellt sich die Frage nach der Qualität einer Parteispitze, die dem Vernehmen nach diese Sachverhalte kannte. Da wird mir ehrlich gesagt schwarz vor Augen. Das darf doch nicht wahr sein!

  • Brigitta Maria Weingartner
  • 07.12.2011 | 22:43 Uhr

Gar nicht gut! Bin schon sehr enttäuscht! Was wird nur aus der SVP? Ich nehme an, dass das für die Wahlen am 14. Dezember Folgen hat. Einfach schade, dass kein anderer, der "anderer" weiss schon wer gemeint ist, zur Verfügung steht! Ueberaus schade! Jetzt mache ich mir wirklich echte Sorgen!

  • Nannos Fischer
  • 07.12.2011 | 22:13 Uhr

Aber es wäre verantwortungslos, die Konkordanz mit Hilfe einer zweifelhaften Figur von angeschlagener Integrität wiederherstellen zu wollen, deren Amtsführung dadurch ramponiert und deren ethische Glaubwürdigkeit im Eimer wäre. Einst wurden in der Schweiz noch – quer durch alle Parteien hindurch – Anforderungen an die Ehrenhaftigkeit von Bundesräten gestellt. Es geht sehr wohl um Herrn Zuppiger, ausser man ist der Meinung, es sei schnurzpiepe, wer im Bundesrat sitzt, wenn er nur die Partei vertritt, welcher der Sitz «gehört». Das Volk hat Anrecht auf Qualität. Und wenn nötig via Volkswahl.

  • Marcel M. Pfister
  • 07.12.2011 | 22:10 Uhr

Nein, Frau Galliker. Bei den bevorstehenden Bundesratswahlen geht es um die Wahl der 7 Bundesraete durch die Mitglieder der Vereinigten Bundesversammlung. Von "Konkordanz" steht in unserer Verfassung keine Silbe.

Und das mit der Privatsache sehe ich - und Millionen von anderen Schweizer anders. Schoen aber, dass sie so nachsichtig sind. Herr Zuppiger wird sich bestimmt darueber freuen.

  • Sabine Galliker
  • 07.12.2011 | 20:51 Uhr

Betrug hin oder her: das ist eine Privatsache von Herrn Zuppiger und hat in der Presse nichts zu suchen. Bei den bevorstehenden Bundesratswahlen geht es ja nicht um Herrn Zuppiger sondern um die Wiederherstellung der Konkordanz.

  • Moritz Engler
  • 07.12.2011 | 19:47 Uhr

Jetzt wird endlich klar, warum Darbellay so ein Fan von Zuppinger ist! So ein richtig Konkordanter, wie die ganze Gutmenschentruppe halt selber auch mit entsprechendem Charakter.

  • Rudolf Ryf
  • 07.12.2011 | 18:24 Uhr

Wenn das stimmt, dann gute Nacht. Und so Einer ist Präsident des Gewerbeverbandes und will Bundesrat werden. Leben wir eigentlich in einer Bananenrepublik?

 
|

weitere Ausgaben