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Die Wüsten-Krieger

In der hitzigen Debatte über die geplante Befreiung der Gaddafi-Geiseln beruhigen sich die Gemüter. Welches sind im Dickicht der Gerüchte die gesichterten Fakten? Eine Zwischenbilanz. (Mit Download der Aufmacher-Illustration.)

Von Urs Gehriger

Eine Geiselbefreiung hätte weder die Neutralität noch Schweizer Recht verletzt: die (Ex-)Bundesräte Maurer, Couchepin, Calmy-Rey, Schmid und Merz (v.l.) als Superhelden. Illustration: Jean-Pierre Kunkel. Zitat des SPIEGEL-Covers vom 18.2.2002, «Die Bush-Krieger»

Aufmacherbild zum Download (2303 x 1914 Pixel)

Creative Commons Lizenzvertrag Diese Illustration von Jean-Pierre Kunkel steht unter einer Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported Lizenz. Beruht auf einem Werk unter www.weltwoche.ch.

Manch ein Gerücht wurde herumgeboten, seit offiziell bekannt ist, dass man im Bundeshaus eine Befreiungsaktion der ehemaligen Schweizer Geiseln geplant hatte. Die von Politikern und Medien auf Basis einer Indiskretion ventilierten Szenarien reichen von einem einfachen Geheimdiensteinsatz bis zur waghalsigen «Rambo-Aktion» von Schweizer Elite- militärs.

Zweimal – Ende 2008 und Anfang 2009 – soll eine Befreiungsaktion kurz bevorgestanden haben. Von Aktionen mit einem Leichtflugzeug oder U-Boot wurde geschrieben. Sogar von einer Ausweitung der Libyen-Affäre nach Marokko war die Rede. In dessen Hauptstadt Rabat soll Ende 2009 ein 24-jähriger Schweizer im Beisein von Schweizer-Nachrichtendienst-Mitgliedern bei einem angeblichen Unfall gestorben sein. «Die Sache ist sehr weit gediehen», behauptete etwa Christoph Mörgeli (SVP/ZH) in der «Arena» und suggerierte, Hasardeure der Berner Bürokratie hätten die Schweiz um ein Haar in ein blutiges Schlamassel gestossen.

Für den angeblichen Zusammenhang zwischen den Fällen Libyen und Rabat fehlt bis heute jegliches Indiz. Recherchen der Weltwoche lassen darauf schliessen, dass es sich dabei um zwei isolierte Ereignisse handelt. Auch für alle anderen Szenarien einer Militäraktion in Libyen liegt der Öffentlichkeit kein einziger Beweis vor.

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Kommentare

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  • Sergio Frei
  • 07.07.10 | 09:00 Uhr

an ursprung beim aktuellen bundesrat's zweifle ich massiv. weder format noch kompetenz.
das leidige ist, dank dessen konzeptlosigkeit lässt solche ausflüge überhaupt entstehen, der jeweilige BR wird damit konfrontiert und mit seinen 100pfründenabhängigen beratern und der mist ist geführt...macht weiter aber sagt mir nix. konzeptlosigkeit als markenzeichen berns.

  • Andreas Hofstetter
  • 02.07.10 | 10:57 Uhr

Das "Aufmacherbild" ist mit Abstand das Beste dieses mageren Berichtleins... und Mörgeli als "gesicherte" Quelle zu zitieren, sagt alles aus über den reinen Boulevardgehalt dieses Artikelchens.

Hätti, wetti, sötti ... passiert ist nichts und die masslos aufgebauschte "Räubergeschichte" ist ein willkommenes "Stopferli" für das Sommerloch, in diesen so ereignislosen Land.

  • Robert Bleuer
  • 01.07.10 | 16:17 Uhr

Eine wirklich super gemachte Adaption eines SPIEGEL-Titels von Jean-Pierre Kunkel! Damals waren es die Bush-Krieger, jetzt sind es die Wüsten-Krieger. Am Ende der Bush-Aera gabs dann eine zweite Version mit den heruntergekämpften "Kriegern". Zeigen Sie das doch in der nächsten Ausgabe mit dem Hinweis: so etwa hätten die "Kämpfer" nach ihrem Lybien-Einsatz ausgesehen...! Im übrigen wurde dieses Thema viel zu stark durch die Medien aufgebläht. Dass man diese Option auch prüfte, gehört innerhalb eines Krisenstabs zum "courant normal".

 
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