Manch ein Gerücht wurde herumgeboten, seit offiziell bekannt ist, dass man im Bundeshaus eine Befreiungsaktion der ehemaligen Schweizer Geiseln geplant hatte. Die von Politikern und Medien auf Basis einer Indiskretion ventilierten Szenarien reichen von einem einfachen Geheimdiensteinsatz bis zur waghalsigen «Rambo-Aktion» von Schweizer Elite- militärs.
Zweimal – Ende 2008 und Anfang 2009 – soll eine Befreiungsaktion kurz bevorgestanden haben. Von Aktionen mit einem Leichtflugzeug oder U-Boot wurde geschrieben. Sogar von einer Ausweitung der Libyen-Affäre nach Marokko war die Rede. In dessen Hauptstadt Rabat soll Ende 2009 ein 24-jähriger Schweizer im Beisein von Schweizer-Nachrichtendienst-Mitgliedern bei einem angeblichen Unfall gestorben sein. «Die Sache ist sehr weit gediehen», behauptete etwa Christoph Mörgeli (SVP/ZH) in der «Arena» und suggerierte, Hasardeure der Berner Bürokratie hätten die Schweiz um ein Haar in ein blutiges Schlamassel gestossen.
Für den angeblichen Zusammenhang zwischen den Fällen Libyen und Rabat fehlt bis heute jegliches Indiz. Recherchen der Weltwoche lassen darauf schliessen, dass es sich dabei um zwei isolierte Ereignisse handelt. Auch für alle anderen Szenarien einer Militäraktion in Libyen liegt der Öffentlichkeit kein einziger Beweis vor.
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