
| Ort: | Hotel Schwanen in Rapperswil | |
| Datum: | Montag, 1. Juli 2013 | |
| Zeit: | 18:00 Uhr bis 18.50 Uhr, Türöffnung 17:00 Uhr | |
| Eintritt: | nur mit Anmeldung unter tickets@radio1.ch (Platzzahl beschränkt) |
Die Weltwoche feiert 2013 ihren 80. Geburtstag. Ihre Geschichte ist eine Chronik voller Abenteuer, Kuriositäten und Skandale. Um die abenteuerliche Geschichte des Blattes zu dokumentieren, veröffentlichen wir im Jubiläumsjahr jede Woche einen Artikel aus unserem Archiv.
Zwar ist die Schweiz eines der letzten Länder,
das den Frauen das Stimmrecht gewährt.
Aber das erste und einzige, in dem die Männer
an der Urne auf ihr Vorrecht verzichten.
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Manchmal braucht man wirklich einfach nur mitzuschreiben.
Roger Köppel: Herr Finanzminister, was halten Sie von Widmer-Schlumpfs Schiffbruch im Parlament mit der «Lex USA»?
Wolfgang Schäuble: Das hat nichts zu bedeuten. Sie ist eine grossartige Frau. Eveline Widmer-Schlumpf ist unsere beste Mitarbeiterin. Dass sie auch für die USA arbeitet, wusste ich nicht.
Köppel: Eveline Widmer-Schlumpf arbeitet für das schweizerische Finanzdepartement.
Schäuble: Da irren Sie sich. Soviel ich weiss, ist Eveline Widmer-Schlumpf deutsche Botschaftsangestellte. Sie hat zwar einen starken Akzent, vermutlich kommt sie aus dem Südtirol. Auf jeden Fall vertritt sie in Bern mit grossem Erfolg die Interessen Deutschlands.
Köppel: Welche Interessen?
Schäuble: Wie alle Regierungen interessieren auch wir uns in erster Linie fürs Steuereintreiben.
Köppel: In der Schweiz?
Schäuble: Ja, denn die Schweiz ist sehr reich. Unser Vorbild ist Robin Hood, der den Reichen das Geld weggenommen hat, um damit seine Verwaltung zu finanzieren.
Köppel: Haben Sie nicht gelesen, was unser Kolumnist Andreas Thiel in der Sonntagszeitung geschrieben hat? Robin Hood hat nicht die Bürger ausgeraubt, um das Geld dem Staat abzuliefern, sondern die Steuereintreiber überfallen, um das Geld den Steuerzahlern zurückzugeben.
Schäuble: Ach? Das wäre ja dann aktive Beihilfe zur Steuerhinterziehung!
Köppel: So lange eine Regierung das Budget nicht einhalten kann, ist Steuerhinterziehung der einzige Hebel des Steuerzahlers.
Schäuble: Äh, naja . . . Es war nett, mit Ihnen zu plaudern, auf Wiedersehen.
Axel Weber: Guten Abend, Herr Köppel, hier ist meine Karte, rufen Sie mich doch bei Gelegenheit mal an.
Andreas Thiel, Jahrgang 1971, ist Schriftsteller und Kabarettist.
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