Das Minarett-Plakat der SVP soll flächendeckend verboten werden. Ein neuer Wächterrat aus amtlichen Zensoren und grossen Zeitungsverlagen sieht die Demokratie in Gefahr. Die Gesinnungshüter wollen die Redefreiheit beschneiden. Von Philipp Gut mehr...
Über dieses Dossier
Gesammelte Weltwoche-Artikel zur Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit.
Sind Muslime dümmer als andere Migranten? Sterben die Deutschen aus? Ist Intelligenz vererbbar? Der frühere SP-Politiker und Buchautor Thilo Sarrazin gibt kontroverse Antworten.
Der Europarat fordert eine möglichst rasche Aufhebung des Minarettverbots. Was hat Schweizer Parlamentarier dazu gebracht, diese Resolution zu unterstützen?
Nach dem Ja zur Minarett-Initiative wollen Politiker, Richter und Professoren den Volksentscheid kippen. Sie verbünden sich mit europäischen Eliten zu einer antidemokratischen Allianz. Das Austricksen des Souveräns hat System und Tradition.
Das Minarettverbot sorgt in ganz Europa für heftige Debatten. In der SF-«Arena» diskutierten Weltwoche-Verleger Roger Köppel und Alice Schwarzer mit Roger Schawinksi. Und im SF-«Club» prallten die Weltwoche-Autoren Markus Somm und Christoph Mörgeli auf Antirassismus-Wächter Georg Kreis und den wutentbrannten Filmemacher Samir. Aufzeichnungen dieser und vieler vergangener Sendungen in unserer Übersicht.
Minarette sind keine Zeichen der Eroberung. Schweizer Muslime wollen zeigen, dass sie in diesem Land angekommen sind und sich wohl fühlen. Gewalt und Hass werden im Untergrund gesät, nicht in öffentlichen Moscheen.
Absolute Religionsfreiheit hat es in der Schweiz nie gegeben. Wie die Juden müssen auch die Muslime respektieren, dass es für die Glaubensausübung einen Rahmen gibt. Religiöser Stolz ist fehl am Platz.
Das Minarett-Plakat der SVP soll flächendeckend verboten werden. Ein neuer Wächterrat aus amtlichen Zensoren und grossen Zeitungsverlagen sieht die Demokratie in Gefahr. Die Gesinnungshüter wollen die Redefreiheit beschneiden.
Die Ausladung von Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel von der SF-«Arena» mit dem neuen Bundesrat Didier Burkhalter war in den letzten Tagen das Thema auf Schweizer News-Sites und Blogs. Ganz ohne sein Votum ging die Sendung zwar nicht über die Bühne, schaltete Köppel doch direkt davor einen Spot in eigener Sache. Am Montag dann rang sich Burkhalter zu einem Interview mit der Weltwoche durch.
Die Rede- und Meinungsäusserungsfreiheit in der Schweiz wird eingeschränkt. Das Anti-Rassismus-Gesetz ist immer deutlicher als Zensurparagraf erkennbar.
Als dänischer Ministerpräsident wurde Anders Fogh Rasmussen als fremdenfeindlich attackiert und geriet im Streit um die Mohammed-Karikaturen ins Visier. Er sieht sich als klassischen Liberalen, der sich für freie Meinungsäusserung und die Aufklärung einsetzt. Wiederauflage zu Rasmussens Ernennung zum Nato-Generalsekretär.
Das Urteil gegen den türkischen Genozidleugner Perincek ist eine Peinlichkeit. Demokratien bekämpfen falsche Meinungen mit Argumenten, nicht mit Paragraphen.
Die dänischen Mohammed-Karikaturen wären im Altpapier verschwunden, hätten Imame sie nicht als willkommenes Aufhetzmittel für Muslime benutzt. Zwei Journalisten der seitdem weltbekannten Jyllands-Posten über die Inszenierung einer Empörung.
Ob er je bereut habe, die «Satanischen Verse» geschrieben zu haben? Ein Fehler sei gewesen, sich dafür zu entschuldigen. Und sonst? Salman Rushdie wäre lieber Sexsymbol als Schriftsteller. Sexsymbol – ein gutes Stichwort, auch über die Liebe zu reden mit André Müller.
Seit dem Karikaturenstreit fordern wieder alle den «Dialog der Kulturen». Das ist so sinnig, wie wenn man Kannibalen und Vegetarier an den runden Tisch bitten würde.
Wer vor lauter Toleranzdenken seine eigenen Werte vergisst, hat mehr als nur verloren – der ist verloren. Die Weltwoche druckt die Berliner Rede der von Islamisten verfolgten Ayaan Hirsi Ali.
In früheren Jahrhunderten war es im Islam üblich, den Religionsstifter zu zeigen. Die Bilderflut würde reichen, um jede Kurve seines Lebenslaufs zu illustrieren.
Ungläubige dürfen abgeschlachtet werden, predigte Prophet Mohammed. Solange die Muslime an dessen Unfehlbarkeit festhalten, ist der Terrorismus nicht zu bremsen.
Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) erklärt: «Redefreiheit schadet der Armee.» Das schreit nach einer Genfer Konversation.
In Grossbritannien will man verbieten, religiösen Hass zu predigen? Jawohl. 250 Jahre nach der Aufklärung kämpfen Politiker gegen die Meinungsfreiheit.