Videokommentar

«Eine Art Alarmstimmung»

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Die Hysterie nach den Morden von Rechtsextremen in Deutschland ist auch in der Schweiz zu spüren. Dabei werden viel mehr Gewalttaten von linksradikaler Seite verübt, sagt der stellvertretende Chefredaktor Philipp Gut.

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Erschienen auf Weltwoche online, 11.10.2011


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Kommentare

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  • Siegfried Bauer (Siggi40.de)
  • 29.12.11 | 00:32 Uhr

Der Hallesche Uniprof. Marneros schreibt in seinem Buch (Blinde Gewalt): „Wenn aus purer Lust an sinnloser Gewalt getötet wird". Er schreibt nicht über Kampfhunde, er schreibt über DDR-ler. "Rüberkommen und groß abkassieren, mit solchen machen wir hier kurzen Prozess“, oder: „Du Wessi-Schwein, wir werden schon noch dafür sorgen, dass Du eines Tages im Straßengraben liegst“. Das waren noch die harmlosen Drohungen der DDR-ler. Mehrmals wurde ich von DDR-lern angefallen. Weil ich mich wehrte und den perversen Jungs den Spaß am Abmurksen verdorben hatte,wurde ich wegen Körperverletzung verurteilt.

  • Siegfried Bauer (Siggi40.de)
  • 29.12.11 | 00:28 Uhr

Rassismus in der DDR. Ein ganz alltäglicher Vorgang bei Mielkes perversen Stasi-Kindern. Rassismus in Ostdeutschland (Süddeutsche am 10.04.2008). Pfarrer flieht vor dem Alltag.
Die Geschichte der Pfarrersfamilie ist eine furchtbare Geschichte über den alltäglichen Rassismus in Ostdeutschland. Die Familie eines Geistlichen wird beleidigt, beschimpft und bespuckt - bis sie schließlich von Thüringen zurück nach Nordrhein-Westfalen zieht.

  • Siegfried Bauer (Siggi40.de)
  • 29.12.11 | 00:25 Uhr

Gewalt von Rechten ist auch eine Folge der DDR mit ihren Tabus. Seit der Wende nutzen Neonazis das gesellschaftliche Vakuum und die dumpfe Zustimmung der Bevölkerung. Entscheidend für die Herausbildung einer neonazistischen Szene im Osten seit Anfang der neunziger Jahre sei die „dumpfe Zustimmung“ in weiten Teilen der Bevölkerung, die das Opfermotiv teilt, ohne selbst aktiv zu werden. Diese Massaker werden kollektiv noch beklatscht und die Täter durch Falschaussagen und Meineide juristisch geschützt, die ja nur das ausüben, wozu man selbst zu feige ist, aber gerne machen würde.

  • Siegfried Bauer (Siggi40.de)
  • 29.12.11 | 00:24 Uhr

Rassismus in der DDR ist schon Bestandteil der Kultur. Der braune Mist stinkt im Osten oft in der gesellschaftlichen Mitte. Das macht die Sache so gefährlich. "Zusätzlich zu dem winzigen Prozentsatz von DDR-lern, die diesen (Neonazi-)Gruppen angehören, gibt es leider eine beträchtliche Zahl, die weitgehend mit den Ansichten der Neonazis im Bezug auf Westbürger und anderen Ausländern übereinstimmen". Und genau das ist das Problem in der DDR, nicht die paar Glatzen. Hat also mit der NPD überhaupt nichts zu tun. Sie wird nur zum Lückenbüßer degradiert.

  • Siegfried Bauer (Siggi40.de)
  • 29.12.11 | 00:22 Uhr

Der tolerierte Ausnahmezustand. Im sächsischen Limbach-Oberfrohna sind Nazi-Parolen und rechte Gewalt über Jahre zur Normalität geduldet worden. Jetzt haben offenbar auch militante Autonome zugeschlagen. Hinter dem gravierenden Gewaltproblem bleiben Ursachen weiter unbeachtet: Neonazi-Kultur und Intoleranz. In der Stadt sind die Grundrechte für Abweichler außer Kraft gesetzt. Polizei und Politiker haben eine demokratiefreie Zone zugelassen. Rechter Terror als Spätfolge eines kaputten Systems. Es ist kein Zufall, dass die braune Mörderbande aus dem Osten kommt.

  • Siegfried Bauer (Siggi40.de)
  • 29.12.11 | 00:19 Uhr

Sächsische Zustände. Neonazis terrorisieren Kleinstädte. Die Landesregierung gängelt derweil demokratische Initiativen. Der Streit um die Extremismusklausel lenkt von der Alltagsmacht ab, die Rechtsextremisten vielerorts erobert haben. Am Beispiel der Kleinstadt bei Chemnitz kann man viel darüber erfahren, wie Sachsen mit Rechtsextremismus umgeht. Es ist ein Lehrstück über vertuschen, unterstützen, sympathisieren, verdrängen und gewolltes "staatliches versagen", um die Täter zu schützen, die doch nur das ausführen, wozu man selbst zu feige ist.

  • Nick Alexander
  • 06.12.11 | 16:21 Uhr

Wovon soll ich denn träumen? Und was verharmlose ich genau, wenn ich schreibe, dass die Bundesregierung auf andere Opferzahlen kommt als die Amadeu Antonio-Stiftung, welche als erste höhere Zahlen errechnet hat? Wenn bei einem Brandanschlag auf eine Asylunterkunft jemand ums Leben kommt, der Täter aber nie ermittelt werden kann, dann wird bspw. von der "Zeit" einfach ein rechtsextremer Hintergrund unterstellt, was natürlich reine Spekulation ist. Deshalb auch das Fehlen in der Statistik der BRD. Man sollte bei aller Tragik trotzdem seriös bleiben.

  • Peter Kuehnis
  • 05.12.11 | 09:14 Uhr

@Nick Alexander - träumen und verharmlosen Sie weiter.

  • Nick Alexander
  • 02.12.11 | 18:18 Uhr

Herr Kuehnis, die dt. Bundesregierung kommt auf knapp 50 Opfer seit der Wende. Die alternative Liste die scheinbar auch von der ARD kolportiert wird, stammt von der linken Amadeu Antonio-Stiftung die in der Vergangenheit auch immer wieder linksradikale Organisationen unterstützt hat. Das ist kein Zynismus sondern Realität. Das Aufgreifen dieser Zahlen durch das Fernsehen sagt mehr über den Sender aus, als über die tatsächlichen Todesopfer rechter Gewalt, welche spontan immer wieder auftritt aber keinen strategischen Charakter hat wie die Gewalt linksextremer Gruppen.

  • Peter Kuehnis
  • 02.12.11 | 15:28 Uhr

niemand hat Ihnen unterstellt @Herr Alexander sie würden leugnen dass es rechtsextreme Mörder gibt. Doch sie relativieren. - Quelle der Opferzahlen ist die ARD und keine Stiftungen denen sie unterstellen Zahlen "hochzuschrauben". - Welch ein Zynismus. Und dass 50 Todesopfer nicht gleich zu bewerten wären wie ein "Mordversuch" den sie da gefunden und konstruiert haben sollte auch Ihnen einleuchten. - Wer den seit Jahren zunehmenden Fremdenhass und Rechtsextremismus in dieser Weise bagatellisiert wie die WW gehört angeprangert.

  • Nick Alexander
  • 02.12.11 | 09:17 Uhr

Noch interessanter: Laut Stern sollen bei der Ermordung der Polizistin amerikanische wie dt. Geheimdienstler vor Ort gewesen sein. http://www.stern.de/politik/deutschland/heilbronner-polizistinnenmord-waren-verfassungsschuetzer-zeuge-beim-mord-an-michele-kiesewetter-1757092.html Der Stern zitiert scheinbar aus einem Observationsbericht der Amerikaner, wo von einem Zwischenfall mit Schusswaffen die Rede ist. Bei diesem seien Polizisten, "right wing operatives" und ein Beamter aus BW involviert gewesen. Mein Übersetzer sagt, dass sich "operative" wohl am ehesten mit "Agent" übersetzt.

  • Nick Alexander
  • 01.12.11 | 23:25 Uhr

Herr Hartmann, haben sie bei mir irgendwo gelesen, es gäbe keine rechtsextremen Mörder? Wo habe ich mit unterschiedlichen Ellen gemessen? Ich wiederhole es für sie noch einmal: Es ging darum zu zeigen, dass die Mär, linke Gewalt richte sich nur gegen Sachen, eben eine Mär ist. Ein Märchen, welches das linke Gewaltpotential völlig verniedlicht. Wenn man Pflastersteine auf Menschen wirft, so ist es dem Zufall überlassen, ob jemand stirbt oder nicht. Im übrigen ist ein blosses Anzünden trotz aller Schändlichkeit noch eine andere Qualität als "anzünden UND Fluchtweg verbauen".

  • Michael Hartmann
  • 01.12.11 | 19:12 Uhr

Geehrter Alexander was ist das Anzünden einer Asyleinrichtung? Messen Sie bitte alles mit gleichen Ellen.

  • Nick Alexander
  • 01.12.11 | 09:30 Uhr

Man sollte nicht die Opferzahlen von Stiftungen ins Feld führen, die dank staatlicher Zuwendungen ein Interesse daran haben, dass es möglichst viele Opfer rechtsextremer Gewalt gibt. Je mehr Tote, desto mehr Anspruch auf staatliche Förderung. Der dt. Staat geht von knapp 50 Todesopfern aus, davon die meisten in den 90er Jahren. Und an alle die hier behaupten linke Gewalt richte sich nur gegen Sachen: Den Ausgang einer Polizeistation zu verbarrikadieren und dann ein Feuer legen, ist versuchter Mord. So geschehen in Berlin.

  • Peter Kuehnis
  • 30.11.11 | 15:39 Uhr

@Herr Gut. Ihre These stimmt nur dann wenn sie jeden Farbbeutelwurf oder das Wegtragen eines "Occupy"-Aktivisten von einem öffentlichen Platz als Gewalttat bezeichnen. - In D sind seit 1992 über 140 Todesopfer infolge rechter Gewalt zu beklagen. Informieren Sie sich besser.

  • Pierre Kavanagh
  • 30.11.11 | 10:19 Uhr

Heute auf bluewin/News der Artikel dass dieser Rechtsextremismus in die CH überschwappt. Haben ja gar in CH-Schützenstände trainiert etc.... ! Erinnert diese politische Lage nicht sehr an vergangene Zeiten ?? Zur Illustration sind die beiden Romane von Erich Maria Remarque sehr empfehlenswert : 1. "Der schwarze Obelisk" zeigt deutlich was demnächst (bzw. bereits im Gange)passieren wird betr. Finanzen und 2. "Drei Kameraden" dass das hier beschriebene Politikum wiederspiegelt !! Hoffe nur dass die Vergangenheit nicht wieder Zukunft wird, vielleicht mit umgekehrten Farben ???

  • Nick Alexander
  • 29.11.11 | 15:15 Uhr

Die Weltonline berichtet: "Die einzige Überlebende hat möglicherweise bis zuletzt mit den Behörden kooperiert." Sollte sich dies bestätigen, dann wären die Morde entweder unter den Augen der Behörden geschehen, oder den Bankräubern des "NSU" nachträglich untergeschoben worden. Auf jedefall könnte die These, dass da ein professionelles rechtes "Terrornetzwerk", unbemerkt von den Behörden, existiert und operiert hat wohl nicht mehr aufrechtgehalten werden. Man kann gespannt sein auf weitere Details.

  • Rudi Bucher
  • 24.11.11 | 15:43 Uhr

Ob von rechts oder links, Gewalt ist immer übel. Erst nach einem Bürgerkrieg, wenn rechts und links sich bekriegt haben und einer davon der Sieger ist, weiss man wer mehr (erfolgreicher) Gewalt angewendet hat. Die grösste Gewalt auf unserer Welt geht von der Umweltzerstörung aus! Die Bucht von Rio lässt grüssen.

  • Michael Wäckerlin
  • 24.11.11 | 14:10 Uhr

Es ist schon erstaunlich:

Vom Trio Infernale sind die die mutmasslichen Haupttäter mausetot, die Dritte im Bunde schweigt sich aus. In einer ausgebrannten Wohnung findet sich bemerkenswerterweise ein USB Stick mit einem Bekennervideo, welches über das "Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin" gegen Bezahlung der Presse zugänglich gemacht wird. Demselben Magazin, welches noch vor kurzer Zeit über ein Netzwerk türkischer Nationalisten spekulierte.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-80075315.html

Natürlich ist die ganze Geschichte nun "aufgeklärt".

  • Nick Alexander
  • 24.11.11 | 12:10 Uhr

Es ist eine Hysterie, weil die Fälle noch nicht geklärt sind, vor allem die Verwicklung des VS darin, aber gleichzeitig gegen alles rechts der Union geschossen wird. Das NPD Verbotsverfahren wurde eingestellt, weil viele inkriminierte Äusserungen wohl von Mitgliedern kamen, die vom VS bezahlt wurden, dieser aber nicht offenlegen wollte, wer in der NPD auf seiner Lohnliste steht. Der Skandal besteht darin, dass ein demokratischer Staat eine Partei mit Spitzeln durchsetzt, um sie unwählbar zu machen. Kontrollierte Opposition! Dass die NPD Morde in Auftrag gibt ist wohl ein Hirngespinnst.

  • Nick Alexander
  • 24.11.11 | 11:58 Uhr

@Buehler D ist der Zahlmeister Europas. Warum? Weil es seit 45 nicht mehr souverän ist. Das hat nichts mit einer Verwirklichung irgendwelcher deutscher Welteroberungspläne zu tun. Was meint Schäuble mit nicht mehr souverän? Bsp.: Laut FAZ bezogen Ausländer in D bis 2007 eine Billion Euro mehr aus den Sozialwerken, als sie eingezahlt haben. Das Anwerbeabkommen für türkische "Gastarbeiter" geht auf Druck der USA zurück. 80% der dt. Gesetze werden nicht im dt. Bundestag gemacht etc. pp. Man kann also wirklich nicht von einer Hegemonialmacht Deutschland sprechen, da D nicht souverän ist.

  • rolf kielholz
  • 24.11.11 | 10:57 Uhr

Einmal mehr: warum so einseitig, Herr Hofstetter ? Auch wenn ich Ihre Meinung zur NPD grösstenteils teile, wann haben Sie die Nachfolge-Partei der SED (DDR), "die Linke", an den Pranger gestellt und zum Verbot ausgeschrieben?
Oder waren jene Leichen von Menschen, die vor 1989 (inkl. Aufstand im 1953!) das linke Paradies verlassen wollten, nach Ihrer Ansicht gute Leichen ? Habe bislang von einer Empörung Ihrerseits (noch) nichts mitbekommen.
Grösster Skandal der deutschen Nachkriegsgeschichte ? Siehe oben, welches ist der grössere ?

  • Rolf Wittwer
  • 24.11.11 | 01:55 Uhr

Dem ganzen medialen Wirbel zu urteilen, den sämtl. Medien bewusst veranstalten (vor allem deutsche TV's), steht das Land (und damit offenbar auch das Unsrige) kurz von der Übernahme durch die "Rechten" und damit dem totalen Zusammenbruch. Muss man nun mit Anwendung von Notstandsgesetzen rechnen? Oder werden nun Parteien geschleift und verboten, damit sich die gewünschte Einheitsgesinnung einstellt?
Und: von den bekannten täglichen Deutschland "bereichernden" kriminellen ausländischen Gross-Banden und riesigen organisierten Gangsterfamilien-Clans in Deutschland: kein Wort!

  • Andreas Hofstetter
  • 23.11.11 | 18:05 Uhr

Wer die Empörung an zehn, mehr als zehn Jahre unaufgeklärten Morden von Nazis an gut integrierten Ausländern, als Hysterie bezeichnet, der sympathisiert offen mit Rechtsextremen! 185 Morde von Rechtsextremen, verübert sei 1990 und von linksextremer Seite null (Quelle:NZZ, ARD) soll eine Hysterie sein?!? Die Legalisierung der NPD als politische Partei durch das BVG 2003 mit der Begründung der freien Meinungsäusserung und damit die Finanzierung von Naziterror und Morden mit Steuergeldern ist der grösste Skandal der deutschen Nachkriegsgeschichte! Darüber kann es nur Empörung geben!

  • Hanspeter Buehler
  • 23.11.11 | 14:39 Uhr

Nein, nein, Herr Alexander - ich interpretiere das absolut richtig. Oder sagen Sie mir doch, wer in der EU bestimmt? Das Volk, die EU-Parlamentarier, die Kommissionsmitglieder? Klar, wer zahlt befielt - das ist ein altes Sprichwort das nach wie vor aktuell ist. Wenn noch jemand neben D ein klein wenig mitredet ist es auf zusehen hin noch F.

  • Nick Alexander
  • 23.11.11 | 11:09 Uhr

@Bühler Sie interpretieren das falsch. Schäuble sagte, D sei seit 1945 nie mehr souverän gewesen und (+/- zwischen den Zeilen) soll es auch niemals mehr werden. D soll im Zuge der EU (wie alle Nationalstaaten) vernichtet werden, so kann es natürlich keine Hegemonie mehr geben. D das 2010 die letzte Schuldenrate für Versailles bezahlte ist bestimmt nicht der künftige Hegemon Europas. Höchstens der Zahlmeister. Die Macht soll künftig bei Brüsseler Technokraten liegen. Darum schiesst man in D auf alles rechts der (linken) CDU, dort will man nämlich mehr Souveränität und weniger EU.

  • Hanspeter Buehler
  • 23.11.11 | 08:18 Uhr

http://staseve.wordpress.com/2011/11/21/schauble-deutschland-ist-kein-souveraner-staat/
Zwar empören sich die Politiker aller Parteien in D über die rechtsextremen Chaoten, was aber unendlich viel alarmierender ist, wird unterschlagen - auch von fast allen Medien (ausser der FAZ): Deutschland möchte seine Macht auf ganz Europa ausdehnen und de facto allein bestimmen - das geht zwischen den Zeilen hervor. Obiger Link sollte für alle Demokraten Pflicht sein.

Im Klartext: was in den beiden wahnsinnigen Kriegen im letzten Jh. nicht geschafft worden ist soll die EU als Vorwand ermöglichen.

  • Michael Wäckerlin
  • 22.11.11 | 22:09 Uhr

Mit einer Zunahme von Umfang und Härte des politischen Extremismus ist leider zu rechnen. Immer wo eine ganze Generation einfach abgeschrieben wird suchen sich die Zukurzgekommenen eine politische Heimat jenseits der Wohlfühlgesellschaft.

Dies ist für das Ostdeutschland der Wendezeit ebenso wahr wie für die Kinder der "permanenten Krise" der redistributiven Kommandowirtschaft. Was werden Millionen von jungen Erwachsenen tun, für welche die deindustrialisierte Nachhaltigkeit keine Zukunft bietet?

  • Fritz Kleeberg
  • 22.11.11 | 20:30 Uhr

Wer das Verhalten von Linken und Rechten mit eigenen Augen sehen will, sollte im Februar zu den Trauermärschen der JLO nach Dresden kommen. Am 19. Februar 2011 sah ich als Dresdner beide Seiten. Die Rechten beugten sich friedlich und diszipliniert wie immer den oft schikanösen Anordnungen der einkesselnden Polizei. Die Linken, denen bedingungslos die Straßen überlassen wurden, führten regelrecht Krieg gegen die Polizei. Sie verwüsteten ganze Straßenzüge mit Millionenschäden und verletzten 82 Polizisten teils schwer. Nachzulesen auf der Homepage der sächsischen Polizei.

  • Nick Alexander
  • 22.11.11 | 20:27 Uhr

@Hofstetter Die offiziellen Zahlen aus Deutschland sind viel niedriger. Dort ist die Rede von 47 Todesopfern rechter Gewalt. Im Zeitraum von 2000 bis 2010 sind es deren 5. Woher dieser Unterschied? Man kann natürlich nur die Todesfälle zählen bei denen der Täter wirklich politisch motiviert war, oder auch andere Todesfälle hinzuzählen. Bspw. wenn ein besoffener Glatzkopf mit 2 Promille im Blut Auto fährt, dabei einen Passanten tödlich anfährt der Türke ist und dies dann als rechtsextremen Mord in der Statistik erscheinen lassen. Die BRD lässt nicht einfach jeden 3. Mord unter den Tisch fallen.

  • Michael Hartmann
  • 22.11.11 | 19:46 Uhr

Der einfarbige Redaktor - so nehme ich mal an - hat bei seiner 'Statistik' wohl die Hooligan vergessen.

Die Zahl der Rechtsextremen hat sich in den vergangenen 20 Jahren versechsfacht: Nazi-Skins gedenken der Schlacht bei Sempach. Brandanschläge auf Asyzentren? Ist die Rede von einem «eidgenössischen Sozialismus»? Die Zahl der Neonazi-Sympathisanten ist in der Schweiz deutlich grösser als von der Bundespolizei angegeben. So sollen NPD-Mitglieder Schiessübungen im Luzernischen abgehalten haben, die ihnen Schweizer Rechtsextreme vermittelt haben sollen.

  • Frédéric-Marc Fluehmann
  • 22.11.11 | 19:42 Uhr

Hofstetter: schön wäre es wenn man "nur" von der Deutschen Justiz empört wäre.

  • Peter Kuehnis
  • 22.11.11 | 17:27 Uhr

kurze knappe und gar nicht hysterisch gemeinte Replik an Sie Herr Philipp Gut.
Im Bundestag fordert der CSU-Innenminister Friedrich wörtlich "den braunen Sumpf nun endlich trockenzulegen". - Während unsere "staatstragende" rechtsnationale Partei weiter Plakate drucken wird auf denen ausgegrenzt wird. - Und die WW
sich in Belanglosigkeit beim Verharmlosen überbietet. - Mal ein wenig nachdenken und recherchieren bevor solche Videokommentare gemacht werden wäre wohl angebracht.

  • Hanspeter Buehler
  • 22.11.11 | 09:54 Uhr

Das ist Unsinn, Herr Hofstetter. Wenn Sie einmal die Augen und Ohren aufsperren würden, sähen Sie auch, dass alles was von rechtsextremen Spinnern kommt aufgebauscht wird und die Angriffe der linksextremen Chaoten verharmlost wird. Linksextreme Gewalt mit Destruktionsrelevanz an Eigentum von Ladenbesitzern, Gewerblern und Automobilisten stehen sogar in der Schweiz mit Hunderten von Millionen zu Buche. Es geht hier nicht darum, die Neonazi-Truppe zu verharmlosen. Aber diese sind politisch überhaupt nicht ernstzunehmen in unserer doch mehr oder weniger intakten Gesellschaft.

  • hans-rudolf schneider
  • 22.11.11 | 07:09 Uhr

Schon seltsam, dass sich die Weltwoche zu diesem Thema äussert, nach Norwegen nun Deutschland (Rechtsradikale). Ich habe so das Gefühl, dass gewisse "Schreiberlinge" der WW ihr schlechtes Gewissen damit beruhigen wollen. Wie sonst ist es erklärbar, dass mit solchen Vergleichen operiert wird.

  • Andreas Hofstetter
  • 21.11.11 | 17:27 Uhr

Mit ihrem Vorstoss erreichen sie genau das Gegenteil! Sie verteidigen und verharmlosen Rechtsextremismus - einmal mehr! - und tun dies als eine Art freie Meinungsäusserung ab! Damit manövrieren sie sich in die noch schmuddeligere Ecke als jeder aufmerksame Bebobachter je erahnt hätte! Das Volk ist empört über die Vorfälle in Deutschland und zieht KEINE Vergleiche mit der CH! Die Zahlen sprechen eine knallharte Sprache: 138 Mordopfer rechtsextremer Gewalttäter in D seit der Wende, von linksextremer Gewalt: Null! (ARD) Wer ein Mensch ist, der kann nur EMPÖRT sein über die Blindheit der D-Justiz!

  • Philipp Hofmann
  • 21.11.11 | 16:50 Uhr

Mediale Verzerrung? Hmmh, in den Schweizer Medien - selbst in den verpönten linken Blättern - wurde die ganze Geschichte (nach meiner Einschätzung) nur am Rande mitverfolgt. Von einer Hysterie oder Alarmstimmung habe ich hingegen nicht das Geringste mitbekommen. Dass über Fragwürdigkeiten beim deutschen Verfassungsschutz berichtet wird, finde ich nur normal. Bemerkenswert finde ich aber - um nun den Kreis zur medialen Verzerrung zu schliessen - dass die Weltwoche dieses Thema 2x hintereinander im Videokommentar meint aufgreifen zu müssen. Als ob es irgendeine Rechtfertigung für etwas bräuchte.

 
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