Die Zahlen, die Michael Jefferson von der Londoner Metropolitan Business School zusammengetragen hat, sind ernüchternd: In Grossbritannien erzeugt mehr als die Hälfte aller Windturbinen an Land weniger als ein Viertel soviel Strom, wie technisch eigentlich möglich wäre. Das am schlechtesten ausgelastete Windrad in Blyth Harbour ist sogar nur zu 4,9 Prozent ausgelastet. Doch auch in Europas grösster Windfarm bei Glasgow mit 140 Turbinen lag die Auslastung letztes Jahr unter 25 Prozent. An vielen Standorten windet es schlicht zuwenig. Die Windräder stehen die meiste Zeit still.
Trotzdem ist in Grossbritannien kein Ende des Windenergie-Booms abzusehen: Fast 3000 Räder sind bereits installiert, weitere 7000 sollen in den nächsten zwölf Jahren dazukommen. Vermutet werden muss, dass viele von ihnen an genauso ungünstigen Standorten zu stehen kommen wie die bisherigen. Die Ursache der Ineffizienz sind Subventionen: Dank der hohen Einspeisevergütung für jede durch Wind produzierte Kilowattstunde lohnt sich der Bau von Windturbinen selbst dann, wenn diese nur ab und zu Strom produzieren.
Wirtschaftlich gesehen handelt es sich um eine Fehlallokation von Ressourcen: Wegen falschen finanziellen Anreizen fliesst Kapital in Projekte, die volkswirtschaftlich gesehen unsinnig sind. «Wir sollten unser Geld dorthin fliessen lassen, wo es Wind gibt», sagte Studienleiter Jefferson gegenüber BBC. Sein Vorschlag: Windenergie-Projekte, bei denen der Auslastungsgrad voraussichtlich unter 25 Prozent liegt, sollen keine Subventionen mehr erhalten.
Nick Medic, ein Vertreter der britischen Windindustrie meinte hingegen gegenüber der Sunday Times, Grossbritannien brauche wegen seinen ehrgeizigen Klimazielen eben «jedes bisschen grüne Energie, das produziert werden kann». Dass das nicht nur gesalzene Rechnungen für die Stromkunden bedeutet, sondern auch eine zunehmende Verschandelung der Landschaft, muss dabei offenbar in Kauf genommen werden.














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