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Objekte Spezial: Faszinierendes Bastelbrett

Das Archos 7 ist eine rare iPad-Alternative. Mit etwas Tüftelei kriegt man sogar richtig Freude daran.

Von Andreas Thut

Es gibt Gadgets, die will man einfach gern haben. Das Archos 7 Home Tablet ist so eins: Für bloss 250 Franken, nicht einmal die Hälfte dessen, was das günstigste iPad kostet, erhält man einen handlichen Tablet-Computer mit Touchscreen, Wi-Fi und Googles Android-Betriebssystem. Die Abgrenzung vom mächtigen Konkurrenten scheint dem französischen Underdog Archos, der sich mit leistungsfähigen Multimedia-Playern einen Namen gemacht hat, Programm zu sein: Mit dem Slogan "Entertainment your way" wurden wir beim Aufstarten zu Beginn unseres Tests begrüsst.

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Tatsächlich ist mit dem Home Tablet vieles möglich, was Steve Jobs den iPad-Usern verwehrt: Es lässt sich wie eine externe Harddisk an den Computer anschliessen und direkt mit Musik, Fotos, Videos und sonstigen Dateien befüllen. Beim Abspielen ist das Archos nicht wählerisch, nebst MP3 und MP4 werden z. B. auch Musikstücke im Highend-Format FLAC, die bei Downloadern beliebten Matroschka-Filme sowie teilweise gar in iTunes gekaufte AAC-Songs unterstützt. Sind die 8-GB-Speicher voll, kann man diese mit einer Micro-SD-Karte auf bis zu 40 GB erweitern. Für nicht mal fünf Franken kriegt man Adapter, worüber sich USB-Mäuse, -Tastaturen und anderes Gerät anschliessen lassen. Schliesslich läuft das Archos mit Android auf einem offenen und beliebig erweiterbaren Betriebssystem.

Zumindest theoretisch. Denn jetzt geschieht eine erste, herbe Enttäuschung: Was auf dem Archos läuft, ist eine derart veraltete und verkrüppelte Version von Android, dass sich keine zusätzlichen Programme oder Apps mehr installieren lassen. Drauf und dran, das so eines zentralen Vorteils beraubte Gerät frustriert zur Seite zu legen, erinnern wir uns an Tricks aus alten Tüftler-Zeiten. Und wirklich, Google enthüllt: Auch ein anderer hat sich geärgert und dank Programmierkenntnis eine angepasste Android-Version inklusive App-Markt ins Netz gestellt. Flugs ist diese installiert, und so findet dann doch noch ausgezeichnete Gratis-Software wie der E-Book-Reader Aldiko, das Nachrichtenprogramm NewsRob oder das zu unserem Leidwesen rasch süchtig machende Spiel "Robo Defense" ihren Weg aufs Tablet.

Eine zweite Enttäuschung allerdings kann auch die ausgefeilteste Software nicht kaschieren: Das Touchpad des Archos ist meilenweit von der Empfindlichkeit moderner Smartphones oder eines iPads entfernt. Selbst mit viel Übung vertippt man sich bei der Texteingabe sehr häufig. Dies macht das Tablet, weit mehr noch als das iPad, primär zu einem Daten-Abrufgerät.

Fazit: Mit dem Archos 7 werden aktuell nur Freunde von Android-Gadgets mit ausgeprägtem Tüftel-Gen glücklich. Doch niemand bietet zurzeit so viel Tablet für so wenig Geld.

Erschienen auf Weltwoche online, 18.08.2010


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