Intern

«Unsere Lügenpolitiker»: Diese Zeile elektrisierte uns an der Redaktionssitzung auf ­Anhieb, ist es doch zu einer billigen Selbst­ver­ständlichkeit geworden, im Hochgefühl moralischer Überlegenheit auf Donald Trump zu zeigen und ihn als lügenhaften Präsidenten zu brandmarken. Christoph Mörgeli und Philipp Gut haben recherchiert, wie es um die Wahrheitsliebe von Schweizer Spitzenpolitikern steht. Rasch war das moralische Gleichgewicht wiederhergestellt. Seite 20


Alec von Graffenried sagte sofort zu, als wir ihn baten, in der Weltwoche darzulegen, warum er auch nach der jüngsten Gewalteskalation rund um die Berner Reithalle nicht daran denkt, den Skandalbetrieb einzustellen. Der Berner Stadtpräsident lieferte einen engagierten Text, in dem er erklärt, warum die Reithalle ­eine kulturelle Bereicherung darstelle und aus der Bundesstadt nicht wegzudenken sei. Er wisse zwar, sagte er, dass die Weltwoche die ­Krawalle viel kritischer ­sehe. Gerade diese Meinungsdifferenz scheint den sportlichen Grünen mit Patrizierblut jedoch angespornt zu haben. Grossartig. Seite 33



Roger de Weck, abtretender Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernseh­gesell­schaft, hatte gegenüber der SRG-kritischen Weltwoche die Zugbrücke hochgezogen. Etwa so, wie Donald Trump es mit den von ihm identifizierten «Fake News»-Kanälen handhabt: keine Interviews und schon gar kein ­Zugang zu internen Informationen gewährend. Ein etwas liberaleres Regiment als der gestrenge SRG-Fürst führt de Wecks designierter Nachfolger Gilles Marchand. Auf ein persönliches Treffen zwecks Porträt liess er sich zwar auch nicht ein (wegen Auslandab­wesenheit und wegen der Termindichte in der Agenda). ­Immerhin erklärte sich der neue Herrscher über das öffentlich finanzierte Milliarden­imperium bereit, Fragen schriftlich zu beantworten. Ein SRG-Chef, der auf Kritiker zugeht? Was dies für die derzeit im Parlament viru­lente Medien­debatte um die «No Billag»-Initia­tive bedeutet, lesen Sie auf Seite 34.


Während sein Boss täglich die Welt auf Trab hält, schweigt Stephen Bannon eisern. Nun meldete sich Donald Trumps Strategiechef erstmals seit dessen Amtsantritt öffentlich. Beim jährlichen Treffen konservativer Akti­visten (CPAC) umriss Bannon die Kernthemen der Trump-Regierung und griff die «Mainstream-Medien» frontal an. «Wenn ihr glaubt, sie werden uns Amerika kampflos überlassen, dann habt ihr euch leider getäuscht.» Die ­Beobachter ­waren sich einig: «Steve Bannon erobert die Republikanische Partei» (The New Yorker). «Er ist das Hirn der Operation» (Fox News). Die Weltwoche druckt die zentralen ­Passagen von Bannons Auftritt ab. Seite 40


In eigener Sache: Die Weltwoche hat eine lange literarische Tradition, hier schrieben Thomas und Golo Mann, Hermann Hesse, Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt und Hugo Loetscher. Auch in der Gegenwart setzt unser Blatt belle­tristische Akzente. Unser Korrektor Dieter ­Zwicky durfte für sein Buch «Hihi – Mein argentinischer ­Vater» aus den Händen von Kulturminister Alain Berset den Schweizer Literaturpreis entgegennehmen. Wir gratulieren dem Kollegen herzlich und sind froh, dass er unsere Artikel mit seinem instinktsicheren Dichterblick scannt.


Ihre Weltwoche


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