Auto

Vom Durchschnitt

Der Kia Niro ist ein Beispiel für ein Fahrzeug, das zu einem vernünftigen Preis vieles kann und dazu noch nett aussieht.

Von David Schnapp

Kia Niro Hybrid «Style»

Der Durchschnitt an sich hat keinen exzellenten Ruf. Das ist eigentlich nicht nachvollziehbar, denn der Durchschnitt, das sind die meisten von uns. In Zürich, wo ich zu Hause bin, ist Durchschnitt zu sein für die meisten keine Option. Das eröffnet einem andererseits auch wieder Möglichkeiten. Plötzlich fällt man mit einem soliden, grundvernünftigen, gefälligen Auto wie dem Kia Niro auf. Der Niro ist der Durchschnitt. Ein Auto, das vieles kann; zu einem Preis, der sinnvoll erscheint, und in einem Design, das man sofort als gelungen beurteilt, ohne dass es irgendwelche polarisierenden Auffälligkeiten aufweisen würde.

Als ich an einem kalten Mittwochmorgen in der Garage Emil Frey an der Zürcher Badenerstrasse meinen zum Test vorgesehenen Wagen abholte und mich ans Steuer setzte, fühlte ich mich sofort wohl und aufgehoben – «sympathische Komfortzone», nennen sie es bei Kia. Sowohl innen wie aussen wirkt das Auto sorgfältig gestaltet und hergestellt. Man kann das mittlerweile an einem kleinen Detail ablesen: Wo ist der USB-Anschluss für das Smartphone angebracht? Manche Hersteller verstecken ihn im Fach unter der Armauflage in der Mitte, wo er schwer zugänglich ist. Andere bringen ihn in der Mittelkonsole an, aber in einem nur für kleine Kinderhände zugänglichen Winkel, was schlicht nicht durchdacht wirkt. Im Kia Niro ist der Anschluss ebenfalls in der Mittelkonsole, aber man erreicht ihn problemlos, und er ist erst noch beleuchtet. Solche Kleinigkeiten signalisieren: Hier haben Ingenieure und Designer für den Durchschnittsfahrer gedacht und nicht die Funktion der Form wegen vernachlässigt.

Das komfortable Vorwärtskommen

Der Niro ist mit einem Hybridantrieb aus­gestattet, der über einen Elektromotor mit 44 PS, einen Benzinmotor mit nochmals 105 PS, eine Lithium-Ionen-Polymer-Batterie und schliesslich über ein Doppelkupplungsgetriebe verfügt. Letzteres garantiert sanfte Schaltübergänge – vor allem im Vergleich mit CVT-Getrieben, die oft auch bei Hybrid-Fahrzeugen eingesetzt werden. Der Niro ist sicher kein Kraftpaket, aber für den Alltagsgebrauch reicht es allemal, und der Verbrauch schlägt im Wintergebrauch mit fünf bis sechs Litern pro hundert Kilometer zu Buche, was für uns Durchschnittsfahrer sehr anständig ist.

Überdurchschnittlich angenehm ist die ­Gestaltung der Preisliste für den Kia Niro. Es gibt lediglich zwei Optionen: 18-Zoll-Alu­felgen für 450 Franken und eine Metallic-­Lackierung für 590 Franken. Inbegriffen ist dafür von der Lenkradheizung über die Sitzbelüftung bis zum guten Klang des JBL-Soundsystems alles und ein bisschen mehr, was man für das angenehme, komfortable Vorwärtskommen heute so braucht.


Kia Niro Hybrid «Style»
Leistung: 141 PS / 103,6 kW

Hubraum: 1580 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 162 km/h
Preis: Fr. 36 400.–

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