Intern

Trump, Killias, Hannesbo

Noch kein Monat im Amt – und schon ist Donald Trump von allen Seiten unter Beschuss. Bundesrichter James Robart hat Trumps Einreisesperre für sieben vorwiegend muslimische Länder gestoppt – landesweit und mit sofortiger Wirkung. Der US-Präsident antwortete per Twitter: «Die Meinung dieses sogenannten Richters, welcher unserem Land die Durchsetzung der Gesetze aus der Hand nimmt, ist lächerlich und wird revidiert werden.» Fortsetzung folgt. Derweil haben die Medien mutmasslich das Epizentrum des Bösen gefunden: Stephen Bannon, 63, Strategiechef im Weissen Haus. Bannon sei «Trumps Mephisto», weiss der Spiegel. Urs Gehriger hat einen Blick in die Unterwelt geworfen und mit Freunde von «Beelzebub» Bannon gesprochen (Seite 44).

Während sich die Welt in einem fiebrigen Wettstreit an der Schwarzmalerei abarbeitet, hält sich die Weltwoche weiter an die Fakten, protokolliert die jüngsten Taten Trumps (Seite 11) und gibt dem US-Präsidenten selbst das Wort (Seite 48).

Das Thema Lügenpresse hängt schon lange in der Luft. Immer wieder staunt man darüber, mit welcher Einheitlichkeit und Unbeirrbarkeit Journalisten und Fernsehleute massenweise ­eine ins Chaos führende Flüchtlingspolitik verteidigen, vor Populisten warnen oder zu Rundumschlägen gegen Trump ausholen. Nun haben wir das Thema aus der Luft geholt und versuchen es in dieser Ausgabe festzumachen. Weltwoche-­Kolumnist Kurt W. Zimmermann schlägt einen Nagel nach dem andern ein: Er zeigt die Methoden der Desinformation von oben, die kollektive Selbstbespiegelung der Trump-Gegner und verblüfft dann die Leser mit der Schilderung, wie es früher in Solothurnwar. Seite 14–21


Sind Zwangsprostitution und damit der Menschenhandel tatsächlich ein brennendes Problem? Das fragte sich Redaktor Markus Schär im letzten Herbst auf einer Medienreise des Aussendepartements nach Bulgarien. Die Journalisten trafen in Sofia und Burgas am Schwarzen Meer zwar einzelne Opfer, hörten aber kaum von Frauen, die in der Schweiz unter Zwang anschaffen mussten. Jetzt hat der bekannte Kriminologe Martin Killias in der Zeitschrift Kriminalistik die Antwort nachgeliefert: In einer Studie zum Schweizer Sexmarkt wies er für den Bund nach, dass es kaum Fälle von Zwangsprostitution gibt. Aber das wollte in Bern niemand hören. Seite 24


Für Kollege Alex Baur ist es ein Flashback: Als Volontär schrieb er vor dreissig Jahren eine seiner ersten Reportagen über die vom Zürcher Stadtrat offiziell tolerierte offene Drogenszene auf dem Platzspitz. Mit Verwunderung stellt er fest, dass auch er selber das infernale Szenario im rechtsfreien Raum zwischen Landesmuseum, Hauptbahnhof und Gewerbeschule damals hinnahm wie ein Naturereignis, ohne nach der politischen Verantwortung zu fragen. Die Eindämmung der offenen Drogenszene am Letten zeigte später, dass es eine humanere Alternative gab, wenn man nur wollte. In seinem Rückblick sucht ­unser Kollege nach Erklärungen – und räumt mit falschen Mythen auf. Seite 27

Biel ist für Aussenstehende ein Rätsel. Die zweisprachige Stadt ist zwar die Heimat weltberühmter Luxusuhrenhersteller, hat aber eine der höchsten Sozialhilfequoten der Schweiz; sie steht einerseits im Ruf, Zentrum der Islamistenszene zu sein, andrerseits haben bekennende Homosexuelle die Mehrheit in der Regierung. Wir haben den Bieler Publizisten und Verleger Mario Cortesi um Klärung gebeten. Fazit: ­Obwohl in der Stadt kaum etwas funktioniere, sei sie halt eben doch grossartig. Seite 32


Amag-Chef Morten Hannesbo redet Klartext im Interview mit Martin Spieler: Verbrennungsmotoren gebe es noch lange; Elektroautos würden überschätzt; Bundespräsidentin Leuthards Tesla sei «reine Imagepflege». Seite 72

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