Auto

Der Herausforderer

Mit dem Stinger bringt Kia eine sportliche Limousine, die Leistung in einem angenehmen Verhältnis zum Preis bietet.

Von David Schnapp

Gezeichnet in Frankfurt, feingeschliffen auf dem Nürburgring», so preist Kia seinen neuen Gran Turismo mit dem sinnvollen Namen Stinger (Stachel) an. Die viertürige 
Limousine mit der eleganten, coupéartigen Dachlinie fordert die Konkurrenz aus Deutschland auf deren eigenem Terrain heraus. Sportliche Limousinen sind mit wenigen Ausnahmen wie Infiniti bisher das Gebiet von Audi, BMW, Mercedes oder Porsche, bei denen hochentwickelte Technik und lange Optionen­listen allerdings auch sportliche Preise haben.

Wie Messi, Ronaldo oder Ibrahimovic

In der Schweiz gibt es den Stinger mit dem 3.3-Liter-Bi-Turbo-Benzinmotor, Allradantrieb, Automatikgetriebe (8 Stufen) und 370 PS für 57 950 Franken. Die einzige Option ist die ­Metallic- oder Perl-Lackierung für 890 Franken. Der Rest ist inbegriffen, von der feinen Harman-Kardon-Soundanlage über die automatische Heckklappe bis zu allen möglichen Assistenzsystemen und sieben Jahre oder 150 000 Kilometer Garantieleistung. Zum Vergleich: Ein BMW 4er Gran Coupé vom Typ 440i xDrive (326 PS) kostet mindestens 72 600 Franken, der vergleichbare Audi S5 Sportback mit 354 PS hat einen Basispreis von 79 980 Franken.

Optische Erscheinung: Der Stinger strahlt zeit­lose Eleganz auf, der Innenraum ist auf hohem Niveau materialisiert und verarbeitet, das ­können auch die meisten deutschen Premiumhersteller nicht besser. Die Formensprache entspricht eher europäischen Sehgewohnheiten als asiatischer Formenkultur, im Cockpit wirken manche Elemente angenehm vertraut.

Um zu beweisen, dass man im automobilen Hochgeschwindigkeitsgeschäft etwas zu bieten hat, lud Kia letzte Woche Journalisten nach Mallorca ein und liess sie zunächst auf einem Rundkurs ein paar Kilometer rasen. Nicht dass man mit einer viertürigen Limousine vor ­allem Rennen fahren möchte, aber in scharfen Kurven und schnellen Geraden, die mit harten Bremseingriffen beendet werden, erweist sich der schnellste Serien-Kia immerhin als gut ausbalancierter Dynamiker.

Später, auf zivilen Landstrassen, bestätigt sich, dass der erste Eindruck nicht getäuscht hat. Der Stinger wirkt in allen Aspekten, die für ein entspanntes, zügiges und angenehmes ­Reisen notwendig sind, überzeugend. Die nicht ganz fünf Meter lange Limousine hat ein aus­gezeichnetes Fahrwerk, bei dem die Balance zwischen Sportlichkeit und Komfort stimmt, und die Platzverhältnisse sind ebenso gut wie beispielsweise die Geräuschdämmung.

Fazit: Für Kia ist der Stinger ein besonderes Auto. Das erste seiner Art, ein sogenannter Image-Träger, wie es Messi, Ronaldo oder Ibrahimovic für ihre Fussballklubs sind. Aber der Kia wird auch für seine zukünftigen Be­sitzer ein besonderes Auto sein: eine Über­raschung für sich selbst – und für andere.

Kia Stinger GT 3.3 T-GDi
Leistung: 370 PS/272 kW

Hubraum: 3342 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h

Preis: Fr. 57 950.–

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren

 

weitere Ausgaben

Login für Abonnenten

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Passwort vergessen?

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Sie sind noch nicht bei Weltwoche online registriert? Melden Sie sich gleich an.

Zur Registrierung

Ihre Vorteile bei Registrierung:

  1. Zugriff auf alle Artikel und E-Paper*.
  2. Artikel kommentieren
  3. Weltwoche Newsletter
  4. Spezialangebote im Platin-Club*
*Nur für Abonnenten der Printausgabe