Auto

Weniger ist mehr

Er ist der Inbegriff des guten Gewissens, eine Ikone des sparsamen Vorwärtskommens. Ein Lob auf den Toyota Prius.

Von David Schnapp

Toyota Prius Plug-in Hybrid Premium

Es geht doch», ist ein Gedanke, der fast zwingend aufkommt, wenn man mit ­einem Toyota Prius unterwegs ist. Nun gibt es die Ikone des sparsamen Automobils auch als Plug-in-Hybrid, und wenn man die Batterie zu Hause an der Steckdose immer wieder auflädt, verkleinert sich der persönliche ökologische Fussabdruck um ein bis zwei Schuhgrössen. Die Kapazität der Batterie beträgt 8,8 kWh und reicht gemäss Anzeige für 62 Kilometer, in der Praxis sind es je nach Fahrweise und Temperatur rund 50 Kilometer. Kurz: Der Prius Plug-in-Hybrid ist ein zukunftsträchtiges Konzept, an dem eigentlich fast alles richtig ist.

Und dass der Prius immer noch polarisiert, ist ein gutes Zeichen. Um ein aktuelles Zitat aus einem Werbespot zu verwenden: «Nur ­eine Null hat keine Kanten.» Das luftwiderstandsoptimierte Design der Spar-Ikone aus Japan ist unverkennbar, aber speziell. Die markante Front ist noch halbwegs durchschnittlich, aber das Heck garantiert schon einen sehr eigenständigen Auftritt. Mit dem geschwungenen, klammerartigen Lichtband, das die Heckscheibe unterteilt, erinnert der Prius von hinten an die Augenmasken der Ninja Turtles.

Ehrgeiz des Prius-Fahrers

Im Innern des Hybrid-Klassikers ist der Fahrer umgeben von einem Cockpit mit einer guten Mischung aus futuristischem Raumschiff-­Ambiente und Bedienerfreundlichkeit. Die Elemente wirken angenehm vertraut, etwa das zentral angeordnete, digitale Instrumentendisplay, das sich unter der Frontscheibe durchzieht. Oder der kleine Getriebewahlhebel, mit dem der geübte Prius-Fahrer im richtigen ­Moment auf Stufe B schaltet, um vor einer ­Ampel maximale Rekuperationsenergie aus dem Bremsvorgang zu gewinnen.

Der Prius ist mittlerweile ein angenehmes Reisefahrzeug. Dafür sorgen ein auf Komfort ausgelegtes Fahrwerk, die intelligente Steuerung, die unmerklich zwischen den Antrieben hin- und herschaltet, eine ziemlich gute Geräuschdämmung und ein umfangreiches Angebot an Assistenzsystemen.

Wer Prius fährt, weiss, dass weniger manchmal mehr ist. Ich gehe frühzeitig vom Gas und senke freiwillig meine Autobahngeschwindigkeit. Während einer Fahrt von Zürich nach Biel und zurück – 228 Kilometer Weg – steigt die Durchschnittsverbrauchsanzeige von 2,6 auf 3,0 Liter, was mich wirklich ärgert. Der Ehrgeiz jedes Prius-Fahrers, auch wenn er nur vor­übergehend in dem Auto sitzt, ist natürlich 
ein möglichst tiefer (Benzin-)Verbrauchswert. Meine Statistik am Ende: Für 410 Kilometer habe ich durchschnittlich 2,5 Liter verbraucht (Bordcomputer) und einige Male die Batterie aufgeladen.

8,8 kWh Strom kosten in Zürich übrigens 46 Rappen (EWZ-Basis, Niedertarif).


Toyota Prius Plug-in Hybrid Premium
Leistung: 122 PS/90 kW, Hubraum: 1798 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 162 km/h
Preis: Fr. 46 990.–, Testauto: Fr. 47 240.–

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