Intern

Die neue britische Premierministerin Theresa May hielt letzte Woche mit zwei Reden die ­Öffentlichkeit in Atem. Zuerst gab sie ihre ­Pläne für einen «harten Brexit» in London ­bekannt. Dann beruhigte sie ein verunsichertes Publikum am Davoser Weltwirtschafts­forum.

Ihr Auftritt war brillant. Die Frau mit den extrava­ganten Schuhen skizzierte einen EU-Ausstieg als Aufbruch, nicht als Rückzug von der Welt. Klar zeigte sie auf, dass Selbstbestimmung und Weltoffenheit zusammengehören.

In der offiziellen Schweiz regte sich umgehend seltsamer Widerstand. Bundesrat und staatsnahe Journalisten beeilten sich, die Freiheitsformel der Briten als für die Schweiz ungeeignet darzustellen. Warum eigentlich? Wir ­finden Mays Entwürfe in­spirierend.

Unser Kollege Wolfgang Koydl, langjähriger London-­­Korrespondent, porträtiert diese Frau, die sich anschickt, Angela Merkel als interessanteste Politikerin der Gegenwart abzulösen. Bundespolitik-Chef René Zeller vertieft sich ­daneben in die Agenda von Bundesrat Didier Burkhalter, dem «Subcomandante Mutlos» der Schweizer EU-Politik. Seite 14 und 18


Millionen Fernsehzuschauer weltweit sahen die Amtseinführung Donald Trumps als 45. US-Präsident. Das Zeremoniell ist bloss der offizielle Part des ­Rituals. Rund um die ­Inauguration fanden Dutzende Anlässe statt. Urs Gehriger be­suchte Partys, Empfänge und Bälle und schildert, wie die Fäden der neuen Macht gesponnen werden. Seite 36


Bleiben wir bei Trump: Noch immer drehen Befürworter, vor allem aber Kritiker, im dunkelroten Bereich. US-Medien berichteten, der neue Präsident habe als eine seiner ersten Amtshandlungen die Büste des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King aus seinem Büro entfernt. Dumm nur, dass die skandalös anmutende Nachricht frei erfunden war.Lügenpresse oder Inkompetenz? Wie auch immer: Ab dieser Ausgabe liefern wir ­jede Woche immer auf der dritten Kommentarseite, rechte Spalte, die neue Rubrik «Fakten sind Trumpf». Hier rapportieren wir stocknüchtern, jenseits von Jubel und Verdammung, was der neue US-Präsident ­tatsächlich macht. Ein Beitrag zur Abrüstung der Gefühle. Seite 11


Seit letzten Sommer Ro­drigo Duterte zum neuen Präsidenten der Philippinen gewählt worden ist, ­leben die Drogenhändler und Drogensüchtigen des Landes in Angst. Duterte, auch «Dirty ­Rody» genannt, stellte diese vor die Wahl, sich den Behörden zu ergeben oder erschossen zu werden. Fast eine Million Drogenleute haben sich bisher gestellt, 42 000 sind verhaftet und 6000 getötet worden. Reporter ­Eugen Sorg und ­Fotograf Nathan Beck ­haben auf ­ihrer ­Reportage in Manila ­Polizisten getroffen, die erstaunlich freimütig von ihrer schmutzigen Arbeit erzählten. Und es gelang ­ihnen, eines der heillos überfüllten Zuchthäuser zu be­suchen. Allerdings wurde Becks Kamera nach der Visite von den Wachen beschlagnahmt, und alle Aufnahmen wurden gelöscht. Beck fand aber einen Weg, die für immer verloren geglaubten Bilder aus dem Vorhof der Hölle wiederher­zustellen. Seite 46


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