Auto

Von Pass zu Pass zu Pass

Mit einem Porsche GT3 in den Alpen herumzukurven, gehört ganz oben auf die Liste der Dinge, die man gemacht haben sollte.

Von David Schnapp

Porsche 911 GT3 PDK

Die Schweiz ist ein Paradies für Autofahrer, wenn wir einmal absehen vielleicht von den teilweise absurd harten Strafen für gewisse Regelübertretungen im Verkehr. In Zürich zum Beispiel gilt bei Parkbussen null Toleranz, wie mir eine Polizistin kürzlich sagte. Bei Hausbesetzungen oder Sachbeschädigungen ist man da toleranter. Aber darum geht es hier nicht, sondern um die Schönheit der Stras­sen, die insbesondere an sommerlichen Wochen­tagen in den Alpen vor uns ausgebreitet ist.Kürzlich hatte ich mir so einen Tag eingerichtet, an dem ich von 8 bis 21 Uhr nichts anderes tat, als Auto zu fahren. Zwischendurch ass ich im «Chedi» in Andermatt noch ein Clubsandwich mit Avocado, das etwas kräftiger hätte gewürzt sein dürfen. Pfeffrig dagegen war der Wagen, den ich die übrige Zeit des ­Tages bewegen durfte: der neue Porsche GT3, der «Elfer für Strasse und Sport», wie ihn der Autohersteller nennt.

500 PS für 1430 Kilogramm

Von den Kunden, die bisher einen GT3 gekauft haben, bewegten zwei Drittel ihren Wagen auch auf der Rennstrecke. Es scheint hier also einen Unterschied zum SUV-Geschäft zu geben, wo es eher darauf hinausläuft, dass man könnte, wenn man wollte. Der GT3 ist ein puristisches Auto, man kann es zwar halbwegs zivil bewegen, aber eigentlich möchte man das nicht – und das Auto scheint es auch nicht zu wollen. Der Vier-Liter-Boxermotor, eine Direktübernahme aus dem Rennwagen GT3 Cup, dreht so leichtfüssig bis 9000 (!) Umdrehungen pro Minute hoch, dass es schade wäre, das nicht an jedem Kurvenausgang von neuem zu versuchen.

Es gibt bloss eine grundsätzliche Wahl, die künftige GT3-Piloten treffen müssen: manuelles 6-Gang-Getriebe oder das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) mit optimierter Rennstreckenprogrammierung. Mit PDK ist der Elfer schneller (3,4 Sekunden auf 100 km/h), die Handschaltung hingegen verleiht ihm ­einen raueren, mechanischeren Charakter. Zudem ist das kurze, wütende Bellen, das der Auspuffanlage beim Herunterschalten entweicht, Musik in den Ohren jedes GT3-Fahrers.

500 PS treffen auf 1430 Kilogramm Auto (vollgetankt), jedes PS muss also bloss 2,86 Kilogramm bewegen. Ich sitze in einem gar nicht so unbequemen Sportschalensitz, festgezurrt in einem knallgelben, tiefgelegten GT3 mit ­einem Karbonspoiler gross wie eine Bartheke. Der Weg führt zunächst auf den Gotthardpass, wo manche Geraden lange und breit genug sind, um auch mal zwei, drei Autos und ein Wohnmobil aufs Mal hinter sich zu lassen. Die Souveränität, mit der dieser Sportwagen die Kraft auf den Boden bringt, und wie er mit seiner aktiven Hinterachslenkung um die Kurven zieht, ringt selbst dem abgebrühten Fahrer ein zufriedenes Grinsen ab.


Porsche 911 GT3 PDK
Leistung: 500 PS/368 kW, Hubraum: 3996 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 318 km/h
Preis: Fr. 186 600.–

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