Intern

Der Geruch von Mist, Heu und Silofutter lag noch in der Luft, als Kollege Alex Baur letzte ­Woche den Bauern Ueli Kesselring im malerischen Weiler Hefenhofen besuchte. Doch die Tiere waren alle weg – behördlich beschlagnahmt, geschlachtet oder verschachert. Trotzdem herrschte auf dem Hof ein reges Kommen und Gehen. Der Kesselring-Hof war auch immer eine Anlaufstelle für Randständige, die hier Halt und Geborgenheit fanden – und für Pferdeliebhaberinnen, von denen jemand Kesselring im ­Zuge eines Streites bei fanatischen Veganern anschwärzte. In der Küche, wo seine junge Freundin Barbla Flammechueche zubereitete, erzählte Kesselring unserem Kollegen die verrückte Geschichte, die hinter dem vermeintlichen Tierquälerskandal steht. Die Beamten, die seinen Hof nach einer Medienkampagne dichtgemacht haben, sind seine besten Entlastungszeugen. Kein Hof im Kanton war so gut kontrolliert wie der Kesselring-Betrieb. Seite 16


Es war eine Bombe, die der Tages-Anzeiger und die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens vor zwei Wochen zündeten: Der Bieler Imam Abu Ramadan habe nicht nur jahrelang Hunderttausende Franken an Sozialhilfe bezogen, sondern in Predigten zur «Vernichtung» und ­«Zerstörung» jener westlichen Zivilisation aufgerufen, die ihn so mildtätig versorgt. Die Empörung im Land war verständlicherweise gross. Doch jetzt zeigen Recherchen von Philipp Gut und Michael Baumann: Die Zitate stimmen nicht, die Journalisten haben sie dem Imam frei interpretierend in den Mund gelegt. Seite 3


Es regnete in Strömen, als Kulturredaktor Rico Bandle zum herrschaftlichen Schloss Tarasp im Unterengadin hochstieg. Das Schloss – eines der schönsten der Schweiz – gehört seit einem Jahr dem Künstler Not Vital. Er hat es für 7,9 Millionen Franken erworben. Ihm gehören auch ein riesiger Skulpturenpark in seinem Heimatdorf Sent, zudem ein Atelierhaus und eine immens grosse unterirdische Lagerhalle für seine Kunst. Dazu besitzt er Landstücke in Nepal, China und Brasilien, in Patagonien gar eine ganze Insel. Wie hat sich der Künstler und Weltenbummler aus den Schweizer Bergen ein solches Vermögen erarbeitet? Bandle begab sich auf Spurensuche ­dieses ebenso rätselhaften wie faszinierenden Menschen. Seite 56


In eigener Sache: Das Redaktionsteam der Weltwoche freut sich sehr, Katharina Fontana an Bord zu wissen. Anfang September hat unsere neue Kollegin ihre Arbeit aufgenommen. Die langjährige NZZ-Redaktorin ist eine profunde Kennerin der demokratischen und rechtsstaatlichen Schweiz. Nach Studien in Basel, Paris und Florenz promovierte sie mit einer Dissertation über die Eigenheiten der italienischen Gesetz­gebung. Ab 1993 wirkte sie als Mitarbeiterin im Bundesamt für Justiz an der Totalrevision der schweizerischen Bundesverfassung mit. 1998 trat sie in die Inlandredaktion der NZZ ein. Sie berichtete mehrere Jahre aus dem Bundeshaus und wirkte ab 2013 als Korrespondentin am Bundesgericht. Katharina Fontana ist bekannt dafür, die Tätigkeit der politischen und richterlichen Instanzen mit klarem und unbestechlichem Blick zu verfolgen. Darüber hinaus wird sie in der Weltwoche auch zu innenpolitischen Themen profiliert ­Position beziehen. Herzlich willkommen!



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