Intern

Brauchtum boomt. Der Zulauf zu volkstüm­lichen Festen hält seit Jahren ungebrochen an. Zuvorderst im Tross der Traditionsbewussten marschieren die Schwinger. In ihrem Schlepptau werden am Unspunnenfest Steinstösser, Alphornbläser, Jodler, Schützen, Hornusser, Fahnenschwinger, Volkstanzgruppen von vielen tausend Händen beklatscht. Der legendäre Anlass, der seit 1805 erst zehnmal stattgefunden hat, steht sinnbildlich für die Renaissance schweizerischen Traditionsbewusstseins. Was macht den Unspunnen, den Journalisten­legende Klaus Zaugg einmal trefflich als «Woodstock der Urchigen» tituliert hat, so ­einzigartig? Sportreporter Thomas Renggli ­lotet, von Neugier geleitet, Boom und Bedeutung des Riesenfests aus. René Zeller erforscht die historischen Wurzeln, und die Schwingerkönige Noldi Ehrensberger und Harry Knüsel haben Philipp Gut am Schwägalp-Schwinget einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen gewährt. Seite 18–23


Wenn es in Luzern regnet, drängen sich die Touristen vor den Schaufenstern jener Läden, die mit ihrem Vordach einen gewissen Schutz bieten. Das mehrgeschossige Uhren- und Schmuckgeschäft Bucherer am Schwanenplatz wird dann so belagert, dass man bisweilen den Eingang fast nicht findet. Ist das der Grund dafür, dass die Uhrenmarke Carl F. Bucherer am Ort nun eine eigene Boutique hat, die in der Strasse etwas nach hinten versetzt ist? Kaum, es geht nicht um den Eingang, sondern um die Verankerung im Boden. Sascha Moeri, der die Uhrenmarke seit 2010 führt und in dieser Zeit Produktion und Absatz vervielfacht hat, sagt im Interview, wie er die Marke weltweit auf eine neue Stufe bringen will, indem er sie stärker mit Luzern und der Innerschweiz verbindet. Seite 30


Die Atombombe sei vor allem für die kommenden Generationen eine Gefahr, lernte Redaktor Alex Baur damals in der Schule: Fehlgeburten, Krebskranke, genetische Mutation, auf Jahrzehnte verstrahlte und unbewohn­bare Gebiete. Diese Schreckensvision liess ihn nie mehr los. Anfang Monat ist unser Kollege nach Nagasaki gereist, wo am 9. August 1945 die zweite und bislang letzte Atombombe über bewohntem Gebiet abgeworfen wurde. Vor Ort sprach er mit Überlebenden der ­Bombe, aber auch mit Forschern, welche die direkten und indirekten Folgen untersucht haben. Dabei stellte Baur fest: Vieles, was ihm damals in der Schule über die Bombe und ­deren Folgen erzählt wurde (und was vielerorts bis heute noch gelehrt wird), ist schlicht falsch – Fake News, wie man heute sagen ­würde. Das mindert den Schrecken der Waffe zwar nicht. Doch in der Reportage wird auf plastische Weise klar, dass auch falsche ­Mythen schreckliches Leid anrichten können. Seite 40


Geplant hatte unser Autor Matthias Ma­tussek die Reise nach Key West als Belohnung für die bestandene Ausbildung seines Sohnes, im Nebenberuf Rapper. Herausgekommen ist ­eine Erkundung über den Mann, das vergessene und diffamierte Wesen. Denn auf Key West hat Ernest Hemingway, das Urbild des Künstlers als Macho, prägende Jahre verbracht. Hemingway hat gesoffen und geliebt und sich geprügelt, hat Schwertfische im Golfstrom gejagt und Löwen in Afrika. Hat in Kriegen gekämpft und mit dem Tod geflirtet, sein Leben lang. Seine Romane sind eine einzige grosse – und politisch inkorrekte – Medita­tion über männliches Heldentum. Sein Haus in Key West ist eine Wallfahrts­stätte – und das Tor zu seiner Welt. Seite 56


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