Intern

Wenn eine Reportage von SRF zu reden gibt, fragt das Publikum selten nach dem Autor. Schaut man allerdings etwas genauer hin, stösst man bei solchen Fällen im Vor- oder Nachspann häufig auf den Namen Hanspeter Bäni. Dieser stieg IV-Betrügern aus dem Balkan nach, als das Thema noch völlig verpönt war, mit seiner TV-Reportage über den kurligen Jugendanwalt Hansueli Gürber zündete er vor vier Jahren den «Carlos»-Skandal. Bäni steht auch hinter der Kultserie um die «Königin von Afrika», Katharina Hänni, und ihren zweifelhaften «Prinzen» Marcelin, die mit dem Tod der Hauptakteurin nun ihr trauriges Ende erfährt (am nächsten Sonntag auf SRF). Wer ist dieser Mann, der ein neues Genre von TV-Reportagen massgeblich geprägt hat? Seite 28


Für die Schulhistoriker, die heute an den Universitäten den Ton angeben, ist klar: Bruder Klaus, dessen Jubiläum wir in diesem Jahr feiern, hat nichts mit der Tradition der Schweizer Neutralität zu tun. Wer dies behaupte, dichte nachträglich etwas hinzu. Paul Widmer, ehemaliger Botschafter und Autor erfolgreicher historischer Bücher, hat genauer hingeschaut und widerspricht: Obwohl man damals noch nicht ausdrücklich von Neutralität sprach, hat Bruder Klaus die Idee der Nichteinmischung nachhaltig geprägt. Was wir bis heute aussenpolitisch vom Nationalheiligen lernen können, erklärt Widmer in seinem brillanten Essay. Seite 34


In dieser Ausgabe knüpfen wir an eine lange Tradition der Weltwoche an. Erstmals seit vielen Jahren drucken wir wieder einen «Brief aus . . .» – mit altbekanntem Signet. Unsere Autoren werden in loser Folge ihre Briefe aus aller Welt verfassen und über besondere Begegnungen, Eindrücke und Gedanken zum grossen und kleinen Weltgeschehen berichten. Den Anfang macht Urs Gehriger. Auf der italienischen Vulkaninsel Ischia besuchte er Gioconda, das ehemalige Dienstmädchen von Truman Capote. Der schillernde Schriftsteller hatte Gioconda verehrt und ihr in der Kurzgeschichte «Ischia» ein Denkmal gesetzt. Sie wiederum hatte sich tragisch in den schwulen Lebemann verliebt. Als Capote für immer verschwand, war sie am Boden zerstört. «Mein Herz fühlte sich an wie eine kahlgefressene Wiese.» Seite 47


Diese Woche ist bekanntgeworden, dass die SRG die Übertragungsrechte der Uefa Champions League an den Bezahlsender Teleclub verloren hat. Zuvor hatte der Gebührensender bereits bei der Schweizer Eishockeymeisterschaft den Kürzeren gezogen. Es bewegt sich etwas in der Schweizer Fernsehlandschaft, nicht nur beim Sport. Im Unterhaltungsbereich macht Dominik Kaiser mit seiner 3+-Gruppe dem einst übermächtigen SRF die Vorherrschaft streitig. Seine «Bachelorette»-Sendungen erreichten zuletzt beeindruckende Einschalt­quoten. Kaiser gelingt etwas, das lange als ­unmöglich galt: in der Schweiz erfolgreich ­Privatfernsehen zu machen. Rico Bandle hat den cleveren Unternehmer getroffen, der voller Selbstbewusstsein sagt: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir SRF 1 überholen.» Seite 54



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