Auto

24 Stunden

Hybridantriebe sind die Zukunft des Rennsports, sagt Porsche. In der Panamera-Limousine nutzen wir das ganz alltäglich.

Von David Schnapp

Porsche Panamera 4E Hybrid

Als ich meinen Sohn, sechs, darüber informierte, dass ich Tage abwesend sein würde, um beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans vor Ort zu sein, war er begeistert. Er traute mir nämlich zu, dort mitfahren zu können. Ich sei bloss Zuschauer, sagte ich – das hat ihn etwas enttäuscht, aber so ist das mit grossen Erwartungen. Le Mans ist eines der härtesten Autorennen der Welt, es hat eine ganze Reihe von ­Legenden geschrieben.

Ich war Gast von Porsche, der Rennstall mit dem Schweizer Fahrer Neel Jani gewann 2016 das Rennen und ging auch dieses Jahr in einem dramatischen Finale wieder als Sieger hervor, wobei der Porsche 919 Hybrid, zu dessen Be­satzung Jani gehört, wegen einer defekten Ölpumpe ausfiel, worauf Auto h2 nach einer ­beispiellosen Aufholjagd am Ende doch noch als Erster über die Ziellinie donnerte. Dies als kurze Zusammenfassung für Leser, die das Motorsportgeschehen nicht verfolgen.

Womit wir zu ganz alltäglichen Bedingungen wechseln, denn bei Porsche gibt es eine recht direkte Verbindung von der Rennstrecke zur Strasse. Bei beiden gilt die Hybridtechnologie als Antrieb der Zukunft. Neel Jani sieht im Hybridantrieb einen Vorteil bei der Beschleunigung. «Wir kommen so viel schneller aus einer Kurve», sagt er nach seinem ersten Einsatz («Stint»). Im neuen Panamera Turbo S setzt Porsche ebenfalls auf die Kraft der zwei Herzen: Kombiniert werden ein V8-Turbomotor mit ­einer E-Maschine zu einer Gesamtleistung von enormen 680 PS und 850 Nm Drehmoment. Und bei Bedarf kann die Hochleistungslimou­sine lautlos elektrisch in die Stadt fahren.

Spass an der Beschleunigung

Mit etwas weniger Kraft, aber mit hervor­ragendem Komfort geht das auch im Pana­mera 4E Hybrid, der mit V6-Biturbomotor, Batterie und Elektroantrieb ausgerüstet ist. Das System dient nicht allein der Effizienz, auch wenn theoretisch fünfzig Kilometer elektrisch gefahren werden können. Aber ein Porsche ist immer auch ein Sportwagen, das ansatzlose Drehmoment einer Elektromaschine ist also durchaus eine Quelle der Freude an der Beschleunigung.

Während des langen Rückwegs von Le Mans in die Schweiz beobachte ich hinter dem Steuer des Panamera Hybrid quasi stundenlang, wie nahtlos und blitzschnell das System die An­triebe kombiniert oder ergänzt, bei Bedarf den Benziner abstellt, wieder zuschaltet, das Auto mal «segeln» lässt und im nächsten Moment schon zügig durch die Autobahnauffahrt prescht. Mit 10,6 Litern Durchschnittsverbrauch steht am Ende eine Zahl im Bord­computer, die für ein Fahrzeug dieser Art sehr zufriedenstellend ist. Es gibt deutlich kleinere Autos mit Vierzylinder-Turbomotoren mit ähnlichen Verbrauchswerten. Aber in einem ­Panamera kommt man einfach lieber an.


Porsche Panamera 4E Hybrid
Leistung: 462 PS/340 kW, Hubraum: 2894 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 278 km/h
Preis: 
Fr. 133 500.–

Kommentare

+ Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren

 

weitere Ausgaben

Login für Abonnenten

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Passwort vergessen?

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Sie sind noch nicht bei Weltwoche online registriert? Melden Sie sich gleich an.

Zur Registrierung

Ihre Vorteile bei Registrierung:

  1. Zugriff auf alle Artikel und E-Paper*.
  2. Artikel kommentieren
  3. Weltwoche Newsletter
  4. Spezialangebote im Platin-Club*
*Nur für Abonnenten der Printausgabe