Auto

Gesetz des Masshaltens

Sachlichkeit steht im Zentrum der Fahrzeuge von Suzuki. Im neuen Swift macht das grosse Freude.

Von David Schnapp

Zu den Autos, die einem von der ersten Sitzprobe an ein gutes Gefühl geben, gehören für mich jene von Suzuki. Dabei sind die kleinen bis kompakten Japaner eher zweckdienlich als modisch, Sachlichkeit scheint für die Ingenieure und Designer im Zentrum zu stehen. Konsequent arbeiten sie daran, dass ihre Autos nicht zu gross und nicht zu durstig werden.

Der neue Swift, den ich zuletzt fuhr, hat fünf Türen und die übersichtlichen Aussenmasse von 3,8 Meter Länge auf 1,5 Meter Breite. Er ist nicht einmal eine Tonne schwer und bietet Platz für zwei grosse und zwei kleine Personen sowie etwas Gepäck. Das reicht in etwa 90 Prozent aller Situationen, in denen man ein Auto benötigt, vollkommen aus.

Sinn der Technik

Mein Swift war mit dem Mild-Hybrid-System SHVS ausgestattet, dazu gehört eine kleine Lithium-Ionen-Batterie und ein Elektro­motor, der für das Start-Stopp-System, den An­lasser und die Beschleunigung auf den ersten Metern ausreicht. Rein elektrisch fahren kann das Auto nicht, dazu brauchte es einen grösseren Elektroantrieb und eine grössere Batterie, das passt nicht zur Grundphilosophie des Masshaltens, die man bei Suzuki pflegt. Aber in Verbindung mit dem Dreizylinder-Turbo­benziner scheint der Antrieb sinnvoll zu sein: Ohne besonders ökologische Fahrweise, die aus sanftem Anfahren und Tempodrosselung auf der Autobahn bestanden hätte, kam ich nach zwei Wochen mit dem Swift auf einen Durchschnittsverbrauch von 5,2 Liter Benzin, was angemessen wirkt.

Das gute Gefühl, das einem der Swift gibt, wird unter anderem durch die Sinnhaftigkeit der Technik hervorgerufen. Das Navigations- und Entertainment-System mit Touchscreen ist übersichtlich, die Fünfgang-Handschaltung angenehmer, als man es als verwöhnter Automatikfahrer zunächst glaubt, und der Swift ist zum Beispiel mit einem Abstands­tempomaten ausgestattet, einem der wichtigsten Assistenzsysteme, die es heute gibt. Das Design des Innenraums wirkt unaufgeregt, aber hat durch die klare Aufteilung und die klassischen Rundinstrumente eine gewisse Eleganz.

Unterwegs wirkt der Vorderantrieb (auch als Allgrip 4x4) angenehm neutral, das Fahrwerk ist für einen so kompakten Wagen erstaunlich komfortabel, dennoch dynamisch genug. Durch die ­Suzuki-­typische Direkt­lenkung hat man immer präzise Informationen über die Beschaffenheit der Strasse, und nur bei ganz schlechtem ­Untergrund verlässt einen der Federungskomfort.

Fazit: Der neue Swift hat alles, was ein Auto braucht, aber von nichts zu viel. Die Konzen­tration auf das Wesentliche kommt bei Suzuki dabei nicht streng-protestantisch daher, sondern durchaus lebensfreudig.


Suzuki Swift 1.0 Boosterjet Compact Top Hybrid
Leistung: 111 PS / 82 kW, Hubraum: 998 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
Preis: ab Fr. 15990.–,
Testwagen 19990.–

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