Auto

Disco, Disco

Manche Dinge waren früher nicht besser, zum Beispiel der 
Mini Countryman.

Von David Schnapp

Mini Cooper S All4 Countryman

Wir verzichten zu Beginn dieser Kolumne darauf, billige Witze über die Grösse des Mini Countryman abzufeuern. Sie wurden alle schon gemacht. Mini ist längst keine Bezeichnung mehr für die Dimensionen eines Fahrzeugs, sondern eine Marke, die nach allen ­Regeln der Markenführungskunst in neue ­Gebiete vorgestossen ist. Es gibt nun also zwei Sorten Minis: die kleineren und die grösseren. Und wer sich je in einen Original-Mini hineingefaltet hat, ist froh, dass man in beide Kate­gorien heute auch als erwachsener Mensch mit Würde einsteigen kann.

Manche Dinge waren früher nicht besser, das gilt auch für die erste Generation des Countryman, über den nicht nur wegen seiner etwas aufgeplusterten Erscheinung Witze gemacht wurden. Er wurde auch kritisiert, weil sein Fahrverhalten bisweilen etwas schwammig wirkte, und vielleicht auch, weil es im ­Automobilgeschäft erstaunlich viele strukturkonservative Beobachter gibt, die sich nur ungern damit anfreunden, dass sich Dinge und, ja, auch Automarken und -modelle ändern oder dass sie neu erfunden werden.

BMW hat den Mini neu erfunden und weiterentwickelt. Der neue Countryman wird auf der sogenannten UKL-Plattform gebaut, die auch die Basis ist für den BMW X1 oder den 2er Active Tourer. Das mag nach einem technischen Detail klingen, ist aber schon auf den ersten Fahr­metern spürbar und äussert sich in einem erneuten Grössenzuwachs (plus 20 Zentimeter Länge, deutlich mehr Stauvolumen) und im Komfortbereich. Der Countryman ist das Kompakt-SUV für Leute, denen ein X1 etwas zu gutbürgerlich erscheint. Von der automatischen Heckklappenbetätigung bis zur elektrischen Sitzverstellung ist im Mini alles vorhanden, was einem das Autofahrerleben erleichtert.

Klares Profil

Der Mini Countryman ist trotz alledem nicht viel grösser als ein Golf, das macht ihn in der Stadt angenehm, die erhöhte Bodenfreiheit und das ausgezeichnete Fahrwerk sind auf der Langstrecke ideal. Mit Sinn für den britischen sense of humour haben es die Mini-Ingenieure geschafft, das Auto bei aller Vielseitigkeit und dem Premium-Anspruch mit einer er­frischenden Leichtigkeit auszustatten. Wer das «Excitement Paket» mitbestellt, erhält eine fahrende Disco, überall leuchtet und blinkt es je nach Wunscheinstellung im Takt der laufenden Musik oder der gewählten Fahreinstellung, oder dann zeigt der LED-Ring um das pfannengrosse zentrale Touchscreen-Display in bunten Farben die Drehzahl an.

Das ist selbst für längst dem Discoalter entwachsene Mini-Fahrer ein guter Grund, den Countryman ins Herz zu schliessen. Es ist ­sogar so: Der Mini macht es einem leicht, wie alle Dinge mit einem klaren Profil: Entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht.


Mini Cooper S All4 Countryman
Leistung: 192 PS/141 kW, Hubraum: 1998 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h
Preis: Fr. 37 700.–, Testauto: Fr. 60 970.–

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