Motorrad

Meine Töffsaison (I)

Neues Jahr, neues Fahrzeug: Die BMW R nineT ist schon ein moderner Klassiker und das ideale Zweirad (für mich).

Von David Schnapp

BMW R nineT ABS

Meine Motorradkarriere begann verhältnismässig spät, das heisst nach der Vollendung des vierzigsten Lebensjahrs, und verlief nicht ganz kurvenfrei. Es ist beim Töfffahren nicht anders als beim Erlernen einer Fremdsprache. Zu den Biegungen, die ich nehmen musste, gehörte die Evaluation des perfekten Töffs. Im dritten Jahr meines Vergnügens auf grossen ­Maschinen sieht es so aus, als wäre das ideale Zweirad gefunden worden: eine BMW R nineT.

Dieses Naked Bike, das BMW im Jahr 2013 ­anlässlich des neunzigsten Geburtstags seiner Motorradsparte vorgestellt hat, ist heute schon ein moderner Klassiker. Die Maschine ist reduziert auf das (technisch) Wesentliche, sieht mit ihrer Mischung aus Designelementen aus Vergangenheit und Gegenwart auf­regend aus, und sie lässt sich ab Werk oder beim Spezialisten leicht individualisieren: Unverkennbarkeit für den Einzelnen ist ein starkes Verkaufsargument.

Meine Begeisterung für die R nineT hat allerdings noch viel schlichtere Gründe. Der erste ist, dass sie mir durch ihre Dimensionen, die Art wie ich darauf Platz nehmen kann (Beinwinkel), und wie die Arme zum Lenker gehen, so gut sitzt wie ein schöner Anzug aus feinem, knitterfreiem italienischem Stoff. Zweitens, die BMW wirkt mit ihren 222 Kilogramm Gewicht einigermassen handlich. Drittens, nochmals der Anzugvergleich: Die Maschine ist gerade so cool, dass sie immer passend erscheint, ohne dass man gleich unter schweren Töffhipsterverdacht gerät. Sobald man sich natürlich einen Rauschebart wachsen lässt, ändert sich das dann gleich wieder.

Nichts für Raser

Um auf dem Motorrad ein stimmiges Bild abzugeben, habe ich dann trotzdem als Erstes neue Hosen, Schuhe, eine Jacke und einen unten offenen Helm besorgt. Schutzkleidung, die nicht aussieht wie Hightech-Textilien, sondern eher wie ganz gewöhnlicher Alltag, passt einfach besser zur Coolness einer R nineT.

Nach dem Schein das Sein: Die BMW ist leicht zu handhaben, es gibt keine technischen Gimmicks, die einen vom Fahren ablenken, und schon bald stellt sich über dem sonor brummenden, vibrierenden Zweizylinder-­Boxermotor tiefe Zufriedenheit ein: das erhebende Gefühl der Freiheit auf zwei Rädern, das nur Leute verstehen, die grosse Maschinen fahren. Apropos: 110 PS leistet der klassische 1170-Kubikzentimeter-Antrieb mit Luft-Öl-Kühlung; erst bei 220 km/h wäre theoretisch Schluss, aber die R nineT ist ein Geniesser- und kein Rasertöff.

Als Nächstes bilde ich mich fahrerisch bei ­einem TCS-Training weiter, ein Töff wie die 
R nineT hat einen Fahrer verdient, der darauf nicht nur gut gekleidet ist, sondern auch ­einen, der sie souverän durch die Kurven der Landstrasse bewegt.


BMW R nineT ABS
Leistung: 110 PS/81 kW, Hubraum: 1170 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Preis: Fr. 16 250.–

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