Intern

Es braucht für eine Mutter Mut, die bei der ­Erziehung ihres Kindes gescheitert ist, öffentlich hinzustehen. Tatsiana Zahner, deren Sohn Boris (Name geändert) wegen eines horrend teuren Sondersettings in die Schlagzeilen ­geriet, stand unserem Kollegen Alex Baur während mehrerer Stunden Red und Antwort. Auch ihr Partner, der den aufmüpfigen Burschen einmal geohrfeigt hatte und damit die Entmündigung der Mutter auslöste, gab offen Auskunft. Doch nicht nur das: Das Paar erlaubte der Weltwoche schliesslich uneingeschränkte Einsicht in die Kesb-Akten. Und ­diese eröffnen Abgründe – nicht so sehr in ­Bezug auf Boris, sondern auf unseren päda­gogisch-psychi­atrischen Apparat, der in diesem Fall kläglich versagt hat. Seite 24


Als der Niederländer Dick Swaab 1985 wissenschaftlich belegte, dass Gehirne von Männern und Frauen sexuell unterschiedlich funktionieren, stiegen Feministinnen auf die Bar­ri­kaden und schrien ihn nieder. Der Protest hat sich längst gelegt. Swaab gehört zu den weltweit führenden Hirnforschern mit Lehr­aufträgen in China, den USA und Europa. In ­Amsterdam hat er eine «Brain Bank» mit 4000 Exemplaren von Gehirnen aufgebaut. Urs Gehriger hat Swaabs Kabinett besucht und sich durch das Labyrinth der menschlichen Hirnwindungen führen lassen. «Diese fantastischen ‹Maschinen› entscheiden über unsere Fähigkeiten, ­unsere Grenzen und unseren Charakter, über unser Lieben und unser Leiden – wir sind unser Gehirn.» Seite 16


Ganz locker geht man beim Schreiben nicht an Fragen des Älterwerdens heran, auch wenn man das kühl ökonomisch betrachtet. Dass die Leistungsfähigkeit gegen die Pensionierung hin auf irgendeine Weise nachlässt und dass 
es für etliche Leute über 55 Jahre auf dem ­Arbeitsmarkt schwieriger werden kann, färbt doch etwas auf die Stimmung ab. Aber das Thema ist gegenwärtig gross in Mode, es gibt nationale runde Tische und politische Vor­stösse zur Frage, wie die Älteren unterstützt werden könnten. Bei näherem Hinsehen gibt es allerdings kaum Gründe, sich die Stimmung verderben zu lassen – ausser man stört sich an all den Bestrebungen, private Angelegenheiten zu öffentlichen zu machen. Seite 36


Kulturredaktor Rico Bandle kam sich alt vor, als er letzte Woche das Berner Käfigturm-­Theater besuchte. Lauter Leute um die zwanzig drängten sich in den ausverkauften Saal. Sie alle wollten einen Mann sehen, den sie von ­Facebook und Youtube kannten: Komiker und Moderator Stefan Büsser. Mit seinen satirischen ­Zusammenfassungen der Fernsehsendung ­«Bachelor» beziehungsweise «Bache­lorette» erreicht er ein weit grösseres Publikum als die Originalsendung im Fernsehen. Hundert­tausende klicken jede Woche seine Internet-­Videos an. Am Tag nach der Vorstellung in Bern hat Bandle den sympathischen Humoristen zu einem Gespräch getroffen. Seite 62


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