Intern: «Pussyhat»-Diplomatie, Franziskus, Millionengrab Bilaterale

Der linksfreisinnige Aussenminister Didier Burkhalter setzt den Ton im wichtigsten ­politischen Dossier der Schweiz: Er ist der oberste Schleusenwart der Beziehungen zur EU, und als solcher gibt er seinen Diplomaten die Richtung der Verhandlungen vor. Jetzt ­erregt der Romand mit einer brisanten Per­sonalie Aufsehen. Er wählte die wohl linkste Di­plomatin der Schweiz zur Chefunterhändlerin mit der EU. Warum eigentlich? Die Basler SP-Juristin Pascale Baeriswyl, seit 1. April im Amt, politisierte jahrelang scharf links. Sie ist eine kämpferische Feministin auf «Pussyhat»-Kurs. Sogar die einstmals kommunistische Kollegin Anita Fetz stand ihr zu weit rechts. Baeriswyl ergriff unter anderem gegen die Gentechnologie und gegen den «Neoliberalismus» Partei. Heute soll sie in Brüssel für die Schweizer Wirtschaft weibeln. Die ­politische Biografie der Aufsteigerin hat es in sich. Weltwoche-Autor Christoph Mörgeli zeichnet sie nach. Seite 22


Unser Kollege Matthias Matussek, ehemals Kulturchef des Spiegels, ist theologisch versierter Katholik. Anders als viele seiner ­Glaubensgenossen, denen auch politisch ­Bewegte freudig applaudieren, kann er die weltweite scheinbare Begeisterung über Papst «Allerlei» Franziskus nicht ganz teilen. Im ­Gegenteil. Matussek hat den Pontifex und seine Positionen analysiert. Er kommt zum Schluss, dass der Sympathieträger im Vatikan, der schlafwandlerisch auf den Wellen des politischen Zeitgeists surft, unerfreuliche weltliche Neben­wirkungen produziert. 
 Seite 16


Auf Kosten der schweizerischen Arbeitslosenversicherung an der milden Algarve überwintern? Was für viele Arbeitsmarkt-Migranten aus der EU normal ist, sorgte letztes Jahr für einige Empörung: Wie kann es sein, dass auch solche Zuwanderer von den grosszügig bemessenen Schweizer Sozialleistungen profitieren, deren Lebensmittelpunkt gar nicht in der teuren Schweiz liegt? Wie Recherchen der Weltwoche zeigen, machen die 193 Millionen Franken ­Arbeitslosenentschädigung an Grenz­gänger nur einen kleinen Teil der totalen Kosten aus, welche die Personenfreizügigkeit dem Sozialstaat verursacht. Bei seinen Recherchen zum Thema stiess Wirtschaftsredaktor Florian Schwab auf ein bislang gutgehütetes Geheimnis: Das Gesetz verpflichtet Schweizer Arbeit­geber, im Ausland lebenden Grenzgängern und Kurzaufenthaltern die vollen Familienzulagen für ihre Kinder zu zahlen. Kostenpunkt: rund 420 Millionen Franken im Jahr 2015. Seite 38


Links gleich humorlos – leider stimmt dieses Vorurteil viel zu oft. Dass es Ausnahmen gibt, erlebte Weltwoche-Redaktor Wolfgang Koydl bei seinem Treffen mit Juso-Chefin Tamara Funi­ciello. Mit erfrischender Selbstironie berichtete sie von ihrer jüngsten BH-Verbrennungs­aktion, die sich zum Kampf mit der Tücke des Objekts auswuchs. Weil die Büstenhalter partout nicht Feuer fangen wollten, musste man sie in einer brennbaren Flüssigkeit tränken. Als man dann endlich das Foto schiessen konnte, war der Bunsenbrenner leer. «Die ganze Zeit wurden wir aus den Fenstern eines Bürogebäudes beobachtet», lachte Funiciello. Seite 30


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