Auto

Am Ende der Kurve

SUV, Dieselmotor, acht Zylinder, viel Kraft, vernünftiger Verbrauch: Warum uns der Audi SQ7 (in Blau) so gut gefällt.

Von David Schnapp

Audi SQ7

Superlative sind im Journalismus leicht verpönt, gleichzeitig gilt in dieser Zeitung aber die Grundregel, dass wir «schreiben, was ist». Deshalb habe ich mich hier zum Beispiel für den Superlativ entschieden: Der Audi SQ7 ist das beste SUV, das ich in den letzten Monaten gefahren bin. Selbstverständlich wird jetzt gleich auch erklärt, warum das so ist.

Erstens die Form: Das Thema hatten wir schon (Nr. 34/16), mit der neuen Q7-Generation ist es Audi geglückt, das Auto trotz seiner nicht eben bescheidenen Ausmasse von über fünf Meter Länge und fast zwei Meter Breite nicht allzu wuchtig aussehen zu lassen. Der immer noch sehr grosse Kühlergrill, die seitliche Linienführung und das schnörkellose Heck lassen das SUV eher wie einen grossen Kombi wirken.

Zweitens, und wichtigstens (Achtung, Superlativ!), der Motor: Achtzylinder-Turbodiesel gibt es auf der Welt nicht so oft, Land Rover baut sie ebenfalls ein, ansonsten sind sie eine eher exotische Spezialität, die im Volkswagen-Konzern gut gepflegt wird und bei Bentley, Porsche und eben Audi zum Einsatz kommt. Im SQ7 gibt es nicht nur den mächtigen Dieselmotor mit zwei Turboladern, sondern zusätzlich einen elektrisch angetriebenen Verdichter. Dieser überbrückt das Turboloch, so dass der 2,2 Tonnen schwere Wagen ansatzlos beschleunigt. Wie der sprichwörtliche Tritt in den Hintern wirkt es, wenn man aufs Gaspedal steht und «der Bulle aus Bayern» (Auto, Motor und Sport) in 4,8 Sekunden von null auf hundert donnert. Das wirkt nie angestrengt, sondern immer ­souverän, ein Kraftakt scheinbar ohne An­strengung.

Schon bei 1000 Umdrehungen stehen 900 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Wer sich darunter nichts vorstellen kann: Das ist, physikalisch gesehen, sehr, sehr viel Kraft – mit den Worten von Donald Trump, «this is ­huge!» Selbst am Ende der Kurve am Berg, wenn man wieder hinausbeschleunigen will, ist Leistung sofort und gut dosierbar vorhanden. Der Lastwagenschleicher, der mir in Richtung Furka die flotte Landpartie verstellt? Auf der nächsten übersichtlichen Geraden verschwindet er ganz schnell im Rückspiegel.

Damit wären wir, drittens, beim Komfort: Der SQ7 ist angenehm vielschichtig. Viel Platz für Menschen und Material, äusserst bequem auf der Langstrecke und dann wieder überraschend agil am Berg und in Kurven. Ich habe es weit gebracht im Super-Audi: von Zürich nach Genf, dann nach Saas-Fee, von dort zur Furka, von der Oberalp wieder nach Zürich und am nächsten Tag auf den Gupf in Rehetobel. Eine hervorragende Luftfederung samt Wankstabilisierung schafft dabei auf unterschiedlichsten Strecken und Strassen den schwierigen Spagat zwischen Komfort und Dynamik, während sinnvolle Assistenzsysteme mir das Leben leichter machen. Am Ende stehen 8,5 Liter Verbrauch in der Bordbuchhaltung, etwas Besseres ist bei vergleichbarer Leistung kaum zu finden (fertig Superlativ!).


Audi SQ7
Leistung: 435 PS/320 kW, Hubraum: 3956 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Preis: Fr. 111 500.–; Testauto: Fr. 145 410.–

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