Intern

Auftrittsverbote, Nazi-Vergleiche, diploma­tische Eiszeit: Das Verhältnis zwischen Europa und der Türkei ist auf den tiefsten Punkt seit Jahren gesunken. Hintergrund des Zerwürfnisses ist das anstehende Referendum in der Türkei. Präsident Erdogan ruft sein Volk auf, am 16. April die Verfassung zu reformieren, die den Präsidenten mit einer neuen Machtfülle ausstatten würde. Der Europarat warnt vor ­einem «Ein-Mann-Regime». Doch Millionen von Türken wünschen sich ­einen «starken ­Anführer». Steuern wir, befeuert von uralten Ressentiments, auf einen Zusammenprall zu? Hatte Rudyard Kipling recht, als er dichtete: «Osten bleibt Ost und Westen bleibt West – sich einen, das werden sie nicht»? Die Welt­woche gibt Kritikern Erdogans ebenso das Wort wie einem seiner populärsten Verteidiger. Das vorläufige Fazit lautet ebenso banal wie unumgänglich: Akzeptieren wir die Andersartigkeit des Anderen. Seite 5, 16–27


Wenn «Dolder Grand»-Besitzer Urs E. Schwarzenbach zu Spässen aufgelegt ist, fragt er ­gerne: «Wie verliert ein Mann sein Geld?» ­Seine Antwort: «Schnelle Frauen und lang­same Pferde.» Er selber ist in beiderlei Hinsicht unverdächtig: Seit mehr als dreissig Jahren mit derselben Frau verheiratet, schlagen sich auch Schwarzenbachs Pferde an einschlägigen Rennen ganz gut. Der bis vor kurzem in England residierende Milliardär nun macht momentan die Erfahrung, dass einen auch Ärger mit den Steuer- und Zollbehörden teuer zu stehen kommen kann: Vor einer Woche fuhr die Zollfahndung im «Dolder» ein und beschlagnahmte dreissig Kunstwerke. Und plötzlich ist er dort, wo er nie stehen wollte: im Rampenlicht in der ­Öffentlichkeit. Seite 30


Letzte Woche wurde im Zürcher Theaterhaus Gessnerallee eine Podiumsdiskussion mit ­einem AfD-Mann nach heftigem Widerstand von linken Künstlern abgesagt. Die Situation war eigenartig: Die Mehrheit der Protestierenden waren Deutsche, ebenso die Initianten des Podiums und der umstrittene Podiumsteilnehmer Marc Jongen selbst. Es handelte sich sozu­sagen um einen rein innerdeutschen Konflikt. Kulturredaktor Rico Bandle fand: Wenn die Gessnerallee schon zu wenig standhaft ist, um eine solche Veranstaltung durchzuführen, so wäre es eben an einem anderen Theater, im ­Namen der Meinungsfreiheit einzuspringen. Bei seinen Anfragen musste er feststellen: An den Schalthebeln der Schweizer Theater sitzen mehrheitlich Deutsche. Seite 34 und 54


Schweden mag zwar Probleme mit Sexual­delikten von Migranten haben, gleichwohl hält man an der Gleichstellung der Geschlechter fest – bis hin zur Ungleichbehandlung des schwachen Geschlechts, der Männer. Die ­Folgen erstrecken sich auf elementarste Bedürfnisse, wie Weltwoche-Reporter Wolfgang Koydl in Stockholm feststellen musste, als er sich in einer langen Schlange von Damen vor einer Toilette wiederfand. Getrennte WCs sind weitgehend abgeschafft worden. Besorgte Frauen können beruhigt sein. Männer sitzen. Immer. Seite 42


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