Intern

Am Mittwoch wird in den Niederlanden gewählt. Mit Argusaugen verfolgt Europa den Urnengang. Wird die Partei des rechtskonservativen Geert Wilders die stärkste Kraft im Land? Ist das allseits als lebensfroh geschätzte Volk zum Rassismus übergewechselt? «Nein, die Niederländer sind nicht plötzlich fremdenfeindlich geworden», schreibt der niederländische Bestseller-Autor Leon de Winter in einem exklusiv für die Weltwoche verfassten Essay. «Sie wollen nur ihren Sozialstaat am Leben erhalten. Einwanderungsland und Sozialstaat sind Modelle, die sich gegenseitig ausschliessen.» Die politischen Eliten hätten sich mit dieser Unvereinbarkeit abgefunden. Grosse Teile des Volkes hingegen nicht. Seite 16


«Wissen Sie, woran Bruder Klaus gestorben ist? An einer Kissenschlacht.» An diesen Witz aus der Schulzeit erinnerte sich unser Autor Peter Keller, als er sich zur Würdigung Niklaus von Flües in die Quellen vertiefte. Die kleine Anekdote funktioniert nur, wenn man weiss, dass der Obwaldner Eremit sein Haupt zum Schlafen auf einen Stein bettete. Die Pointe mag geschmacklos sein, doch die Primarschüler von damals wussten immerhin genug, um sie zu verstehen. Heute gilt es, den sperrigen Einsiedler, der zur ersten Integrationsfigur aller Schweizer wurde, wiederzuentdecken. Seite 20–25


Als der damalige Zürcher Justizdirektor Martin Graf (GP) und Oberjugendanwalt Marcel Riesen (SVP) im Herbst 2013 den durch eine SRF-Reportage bekannt gewordenen Zögling «Carlos» verhaften liessen, kritisierte Weltwoche-Redaktor Alex Baur diese Massnahme in einer Reihe von Berichten und Recherchen scharf. In einem legendären Interview aus dem Knast liess er den Burschen erstmals ungefiltert zu Wort kommen. Dass sich die Weltwoche auf die Seite eines Straftäters schlug, irritierte viele. Doch im Fe­bruar 2014 erklärte das Bundesgericht die Haft für gesetzeswidrig, Graf musste «Carlos» zähneknirschend frei lassen. Für seine Berichterstattung wurde Baur mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet. Letzte Woche stand «Carlos», nun als Erwachsener, wegen eines ­Gewaltdeliktes erneut vor Gericht. Unser Kollege muss sich nun der unangenehmen Frage ­stellen, ob er sich geirrt hat. Wie gefährlich ist «Carlos» wirklich? Seite 32


Das Zürcher Grossmünster war letzten Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt, als Adolf Muschg eine Predigt hielt. Der Wiedereintritt des Schriftstellers in die Kirche nach Jahrzehnten der Abwesenheit hat in der Öffentlichkeit für viel Aufsehen gesorgt. Kulturredaktor Rico Bandle hat den grossen Schweizer Intellektuellen in der Zürcher «Kronenhalle» getroffen und mit ihm bei Kaffee und Cognac über das Leben und den Tod gesprochen. Muschg, mittlerweile 82 Jahre alt, zeigte sich von einer überraschenden Seite. Nicht nur hat er sich in späten Jahren auf die Religion zurückbesonnen, sondern auch auf konservative Werte. Es sind neue Töne, die man vom überzeugten Befürworter eines EU-Beitritts und wortstarken Schweiz-Kritiker hört: Seinen einstigen Kontrahenten in politischen Fragen, Christoph Blocher, bezeichnet er heute als «eine Art Bruder». Zudem glaubt er, es sei ein moralisches Gebot, sich «von anderen Gruppen abzugrenzen und zu jedem Opfer bereit zu sein – auch zur Opferung des eigenen Lebens». Seite 48


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