Die Identitären

Herkunft und Absichten 
der «Identitären».

Von Matthias Matussek

Eine neue Jugendrevolte macht von sich reden in Europa. Es ist die Generation der «Identitären». Ein knappes halbes Jahrhundert nach den linken 68ern kommt diese Revolte von rechts. Mit der Besetzung des Brandenburger Tors in Berlin oder der Verhüllung der Maria-Theresia-Statue in Wien erinnern die Identitären an Aktionsformen der Linken oder von Greenpeace. Im Manifest der Identitären heisst es: «Wir sind der Wandel der Zeit, wir sind der Wind der Bewegung, die nächste Generation.» Sie beklagen die Flurschäden der 68er – die Zertrümmerung der Familie, die ­Vernichtung der Religion, die Schred­derung von Tradition und Heimat durch das missglückte Experiment von Multikulti samt ­einer nahezu ungebremsten Ein­wanderung des Islam und seiner ­Eroberungskrieger. Die Identitären wollen sich damit nicht abfinden, zu unglücklich vereinzelten Konsumtrotteln eines gleichgültigen, ­globalen Kapitalismus zu werden, der Grenzen auflöst, Brauchtum und Sitten ­einebnet und zum Verrat an dem, was das Eigene ist, aufruft. Ursprünglich 2014 in Frankreich entstanden, sind die Identitären besonders dort stark, wo eine hemmungslose ­Islamisierung auf eine hilflose und ­kapitulierende Politik trifft, eben in Frankreich, in Deutschland, in Österreich. Und dort wo die Islamisierung droht und der Widerstand massiv ist, in osteuro­päischen Ländern.

In der Schweiz ist die Bewegung noch nicht vertreten, aber einige ihrer urdemokratischen Widerstandsformen, etwa die Abstimmung über das Minarettverbot, sind dem Geist der Identitären verwandt.

Sie sind die neue APO, die ausserparlamentarischen Opposition. Und sie werden, wie die APO damals, vom Verfassungsschutz beobachtet.


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