Intern

Die Schweiz ist interessant. Vielleicht ist sie auch deshalb interessant, weil sie niemand so richtig versteht und weil sie auch ihren Deutern immer wieder ein sympathisches Rätsel bleibt. Zu ­solchen Befunden kommt in dieser traditionellen 1.-August-Ausgabe der legen­däre Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel, der uns in seinem Solothurner Arbeitszimmer auch gleich noch in ein weiteres Mysterium seines Lebens einführt: Bichsel wurde, wie er uns erzählte, auch deshalb hauptberuflich Schriftsteller, weil er sich in den späten sech­ziger Jahren mit der Weltwoche verkrachte. Möglicherweise steht der prononciert links stehende Autor der Weltwoche bis heute nicht mit uneingeschränkter Zustimmung gegenüber, doch wir haben uns gefreut, und es ist uns eine Ehre, diesen mit Preisen geradezu ­dekorierten Schriftsteller in diesem Blatt gross interviewen zu dürfen. Seite 28

Das Motto dieser Ausgabe lautet: «Kraftorte der Schweiz». Mit seiner Idee wollte unser Kollege Urs Gehriger nicht das esoterische Potenzial des Landes anzapfen. Es ging ihm darum, die Zeitung um inspirierende Gegenden und faszinierende Persönlichkeiten herum zu gruppieren. Vielfalt, Gegensätze machen die Schweiz aus, diese bestorganisierte Anarchie des Abendlandes, die es zum Erstaunen vieler ihrer Bewohner geschafft hat, sich als Sonderfall so erfolgreich in der Welt zu behaupten. Ihre tatsächlichen und vermuteten Eigenheiten werden gerne kritisiert. Wie es der Tradition der Weltwoche entspricht, lassen wir das Gegenläufige auf­einanderprallen, die Vielfalt zu ihrem Recht kommen.

Wir danken den zahlreichen Persönlichkeiten, dass sie uns in den beginnenden Sommer­ferien an ihren persönlichen Kraftorten zu offenen, vertrauensvollen, mitunter auch streitfreudigen Diskussionen empfangen haben. Wer macht die Schweiz aus? Unternehmer wie Jean-Claude Biver oder Daniel Bloch, die Sportlerin Lara Gut, der Abenteurer Bertrand Piccard oder der Historiker Urs Altermatt (am Luzerner Löwendenkmal), aber auch Roger ­Farinelli, der oberste Hauswart der Schweiz.

Die Weltwoche setzt sich kritisch mit der ­Gegenwart auseinander, auch mit Exponenten unserer offiziellen Politik. Das galt in diesem Jahr unter anderem für Botschafter Tim ­Guldimann, Spitzendiplomat in Berlin und in der Ukraine. In dieser Ausgabe erklärt Guldimann auf sieben Seiten seine Position und die der Schweiz, er spricht über Neutralität und die EU, über seine Kritik an der Schweiz und über seinen Patriotismus.

Last, but not least danken wir der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist, die das Cover dieser Sonderausgabe für uns gestaltete. Die Welt­woche hat in den letzten Jahren immer wieder bekannte Schweizer Künstler mit dieser Aufgabe betrauen können, zuerst Hans Erni und dann Rolf Knie. Den Reigen dieser faszinierenden Persönlichkeiten erweitert Pipilotti Rist auf ­eigene, unnachahmliche Weise. Ganz herz­lichen Dank! Ein grosser Dank gebührt auch unserem Kollegen Alex Reichmuth, der das Blatt konzipierte und redaktionell betreute. Viel Vergnügen! Ihre Weltwoche


Ein Hinweis an unsere geschätzte Leserschaft:

Dieses Sonderheft ist eine Doppelnummer. Die nächste Weltwoche-Ausgabe erscheint am 7. August.

Kommentare

+ Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren

 

weitere Ausgaben

Login für Abonnenten

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Passwort vergessen?

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Sie sind noch nicht bei Weltwoche online registriert? Melden Sie sich gleich an.

Zur Registrierung

Ihre Vorteile bei Registrierung:

  1. Zugriff auf alle Artikel und E-Paper*.
  2. Artikel kommentieren
  3. Weltwoche Newsletter
  4. Spezialangebote im Platin-Club*
*Nur für Abonnenten der Printausgabe