Audi Q5 Hybrid Quattro

Und plötzlich diese Ruhe

Man spart etwas Benzin. Aber vor allem macht ein Audi Q5 Hybrid aus dem Fahrer einen besseren Menschen.

Von David Schnapp

Audi Q5 Hybrid Quattro

Wenn die Türe des Audi-SUV Q5 mit ­diesem satten Geräusch, das die Oberklasse des Automobilbaus auszeichnet, zufällt, herrscht: Ruhe. Man hört: nichts. Selbst wenn man den Wagen startet, hört man nichts. Denn der Motor springt jetzt noch nicht an, sondern erst, wenn es wirklich sein muss.

Liebe auf den ersten Blick war es mit dem Audi Q5 Hybrid Quattro allerdings nicht. Das Auto ist gefällig gezeichnet, aber wenig emo­tio­nal. Auch das Interieur ist technisch-kühl, als wolle es seinem Fahrer klarmachen: «Hier kommt deutsche Ingenieurskunst höchster Qualität.» Je länger ich in dem Auto sass, desto lieber wurden mir seine Vorzüge. Erstens, wie gesagt, diese Ruhe. Auf der Autobahn hört man nur ein fernes Rauschen und höchstens noch das Gebläse der Klimaanlage. Die Welt draus­sen fliegt lautlos vorbei, und der Motor wurde mit Dämmmaterial, so gut es ging, stillgelegt.

Zweitens ist die aufwendige Kombination aus Elektro- und 4-Zylinder-Benzinmotor perfekt gemacht. Je nach Situation fährt das Auto rein elektrisch, nur mit Benziner oder mit beiden Antrieben, die zusammen 245 PS loslassen. Dabei ist kaum zu spüren, ob der Benziner gerade läuft oder ob das Auto elektrisch fährt. Springt der Motor an, vibriert der Wagen kaum wahrnehmbar, und nur ein feines Brummen kündigt den neuen Aggregatszustand an.

Drittens lernt man das ­Interieur auf langen Fahrten schätzen, wenn man nicht abgelenkt werden möchte von technischen Spielereien. Die Verarbeitung ist hervorragend, und was man mit den Fingern auch berührt, fühlt sich gut an. Das Navigations- und Musiksystem ist leicht bedienbar und so logisch, wie es eine Fülle von Funktionen eben sein kann.

Ob Vollhybrid-Autos wirklich ökologischer sind als reine Benzin- oder Diesel-Modelle, ist umstritten. Audi gibt für den Q5 Hybrid einen um 1,6 Liter tieferen Verbrauch an als für das Modell nur mit dem 2,0-Liter-TFSI-Motor (6,9 statt 8,5 Liter). In der Praxis lag der Hybrid bei 8,4 Litern auf 100 Kilometer, was ein guter Wert ist für ein 2-Tonnen-Fahrzeug mit Allradantrieb, aber kein Wunder. Kritiker sagen, die Herstellung der Batterie für Hybrid-Fahrzeuge benötige so viel Energie, dass der Verbrauchsvorteil beim Fahren kaum ins Gewicht falle.

Der Regenwald und ich

Darum geht es auch nicht. So lange ich im Q5 Hybrid sass, hielt ich mich an Geschwindigkeits­vorschriften, ging schon Hunderte Meter vor einem Fussgängerstreifen vom Gas (Energierückgewinnung!) und hatte immer das Instrument im Auge, das einem anzeigt, wie viel ­Prozent der Leistung man gerade abruft. Bis dreissig Prozent ist sehr gut, bis sechzig Prozent noch ok, aber darüber kommt man dann gefühlt in eine Kategorie mit Leuten, die den Regenwald abholzen. Das will man vermeiden.

Fazit: Auch wenn die Gesamt-Ökobilanz von Autos mit alternativen Antrieben wie dem Audi Q5 Hybrid Quattro vielleicht nicht perfekt ist, bleibt der sanfte erzieherische Druck, den sie auf ihren Fahrer ausüben, wohl von ­unschätzbarem Wert.

 

Audi Q5 Hybrid Quattro

Leistung: 245 PS, Hubraum: 2000 ccm
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Preis: Fr. 74 800.–

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