Sie kommen, klauen und gehen

Osteuropäische Roma-Sippen sind zu einem grossen Teil für den wachsenden Kriminaltourismus verantwortlich. Sie schicken Frauen auf den Strich und Kinder zum Betteln.

Von Philipp Gut, Kari Kälin

«Junge Einbrecherinnen auf frischer Tat ertappt», meldete die Zuger Kantonspolizei vor zwei Wochen. Am Dienstag, 20. März, um 10.57 Uhr, schnappten sie ein 13- und ein 16-jähriges Roma-Mädchen, als diese in ein Haus in Baar eindringen wollten. Sie stammten aus einem Camp in Italien. Die Polizeiberichte wiederholen sich. Seit Jahren sorgen Roma-Banden für Negativschlagzeilen. Präzise ­Zahlen zur Kriminalität dieser Volksgruppe existieren zwar keine. Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik unterscheidet nur nach Nationalitäten, nicht nach Ethnien. Die Bilanz des vergangenen Jahres: mehr Einbrüche, mehr Diebstähle, mehr Kriminaltourismus. Ins­besondere die Vermögensdelikte stiegen stark an (um 16 Prozent). Vieles deutet jedoch darauf hin, dass ­Roma, die ihre Camps an der Grenze immer wieder an andere Orte verlegen, zu ­einem bedeutenden Teil für den wachsenden Kriminaltourismus verantwortlich sind. «Wenn Sie in Genf zwei junge Zigeuner antreffen, die alleine unterwegs sind, haben sie zu 99 Prozent ­einen Schraubenzieher in der Hosentasche», sagte Jean-François Cintas, Chef der Abteilung Einbruch bei der Genfer Kantonspolizei, der Zeitung Le Temps. Im letzten Jahr seien allein zwei jugendliche Täter in 450 Wohnungen eingebrochen und hätten 250 000 Franken Beute gemacht. Im Kanton Freiburg begehen minderjährige Roma jedes Jahr rund 200 Einbrüche, wie die Kantons­polizei schätzt.

Am stärksten betroffen sind die Grenzkantone, aber längst schwärmen die kriminellen Banden auch ins Landesinnere aus, wie das eingangs erwähnte Beispiel aus dem Kanton Zug zeigt. Alarm geschlagen haben letzte Woche Genf und die Waadt. «In unseren Kantonen ist der Anteil an kriminellen Ausländern ohne Wohnsitz in der Schweiz doppelt so hoch wie andernorts», sagt Jean-Christophe Sauterel, Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei. Auch im Kanton Genf ist die Zahl der Einbrüche letztes Jahr markant gestiegen. François Schmutz, Chef der Genfer Kriminalpolizei, nennt dafür drei verantwortliche Gruppen. Zum einen handle es sich um Banden aus dem Balkan, besonders aus Rumänien. Zum anderen um Nordafrikaner, die illegal in der Schweiz lebten. Dazu kämen junge Roma, die ihre Operationsbasis in Mailand haben und «zwischen Italien und Paris Einbrüche begehen».

In der Schweiz leben, nach Auskunft der in Zürich ansässigen Rroma Foundation (sic!), rund 50 000 Roma, wie die Selbstbezeichnung der im Deutschen traditionell «Zigeuner» genannten Volksgruppe lautet (heute gilt der Begriff eher als abwertend). Die meisten kamen nach dem Zweiten Weltkrieg als Gastarbeiter. Die grosse Mehrzahl von ihnen sei sesshaft und «völlig integriert», nur eine «kleine Minderheit» von 200 bis 300 gälten als Fahrende. Im Umfeld sei oft gar nicht bekannt, dass sie Roma seien, sie deklarierten sich als Serben, Italiener, Spanier usw. In jüngerer Zeit seien «viele» Roma aus dem Kosovo und anderen Ex-jugoslawischen Gebieten in die Schweiz geströmt, schreibt die Roma Foundation.

Beflügelung der kollektiven Fantasie

Die Gesamtzahl der Roma in Europa wird auf 8 bis 12 Millionen geschätzt. Die Ursprünge des Volksstammes mit eigener Kultur und Sprache liegen in Indien, von wo die Roma vor dem 8. Jahrhundert in Richtung Europa auswanderten. Die grösste Population gibt es heute in Rumänien (mit 2 bis 3 Millionen). Bis zu eine Million Roma leben in Bulgarien, Spanien, Ungarn und der Slowakei, mehrere hunderttausend sind es in Tschechien und anderen osteuropäischen Ländern. Ihr «Identitätsgefühl», schreibt die Rroma Foundation, beruhe «nicht auf Begriffen wie Heimatland, Staatsbürgerschaft usw., sondern auf ihrer Sprache, ihrer Kultur und vor allem auf ihren Traditionen». Als Rom sei man «primär Familienangehöriger, damit Angehöriger einer Gruppe [. . .] und erst dann auch immer Bürger eines bestimmten Staates». Die Sippe geht über alles – Roma first. Der Name «Roma» heisst übrigens «Männer» oder «Ehemänner» (Einzahl «Rom», die weibliche Form ist «Romni»).

In den meisten Ländern ist die Lage der ­Roma prekär. Die «Hauptprobleme», schreibt die vom Financier George Soros mitunterstützte erwähnte Stiftung mit Sitz in Zürich, seien «Integration, Arbeit und Ausbildung». Der Umstand, dass viele Roma keine beruflichen Qualifikationen vorweisen könnten, verschärfe die Situation «immer mehr». Gelinge es nicht, die Roma auszubilden und damit ihre Existenzbedingungen zu verbessern, drohe ­eine «Eskalation des Problems zu einer Grös­senordnung, die kaum mehr zu bewältigen sein dürfte», warnt die Rroma Foundation. Ein Leben am Rande der Illegalität und eine gewisse virtuose Verlagerung auf kriminelle Tätigkeiten sind die Folgen.

Die Auswüchse sind auch zunehmend in der Schweiz spürbar. Während die «Zigeuner» die kollektive Fantasie des Abendlandes beflügeln, sei es die feurig-exotische Carmen in Georges Bizets weltbekannter Oper, sei es als Gegenbild zur bürgerlichen Sesshaftigkeit, der man gern einen Zug von Spiessigkeit und Biedersinn unterstellt, oder schlicht das «lustige Zigeunerleben» im Volkslied – die Realität sieht weit weniger glänzend aus. Die Roma tauchen hierzulande vor allem in akuten ­Problemzonen auf und beschäftigen insbesondere Polizei und Justiz. Offen darüber gesprochen wird selten, man wolle nicht uralte Vorurteile bedienen, heisst es schnell. Die ­Roma geniessen offensichtlich eine Art Minderheitenbonus.

Klartext spricht die Polizei. Roma seien besonders in den Bereichen Einbruchdiebstahl, Enkeltrickbetrug (s. Artikel, S. 28), Betrügereien mit Teppichen, Lederjacken und beim Verkauf von falschem Goldschmuck aktiv, sagt Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Bei praktisch allen durch Roma verübten Delikten handle es sich um sogenannten Kriminal­tourismus, so Sorg. Blitzkriegern aus dem Ausland gleich, fallen sie für ihre Raub- und Beutezüge über die Schweiz her, um so schnell wie möglich wieder zu verschwinden.

Die Banden, die meist aus Rumänien, Bulgarien, Serbien und Kroatien stammen, spannen ihre Kinder für kriminelle Aktivitäten ein. Die Camps nahe an der Grenze, zum Beispiel im französischen Annemasse oder im Elsass, aber auch in Norditalien, dienen als Ausgangspunkte für Raubzüge. Betroffen sind vor allem der Genfer­seebogen und der Kanton Tessin, aber auch die übrigen Westschweizer Kantone und ­Basel. Die Zeiten, in denen minderjährige Roma«nur» für erfundene Taubstummen-­Organisationen bettelten, sind längst vorbei, wie die Waadtländer Kantonspolizei feststellt. Sie betätigen sich als Taschen- und Trickdiebe, beklauen vorwiegend ältere Menschen, schleichen durch Wohnquartiere und brechen notfalls mit Gewalt in Häuser und Wohnungen ein. Dann rauben sie mit grosser Geschicklichkeit und hoher Effizienz Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände. Allein vom 1. bis zum 28. Juli vergangenen Jahres begingen die «jungen Delinquenten», wie sie die Kantonspolizei Waadt nennt, 84 Taten dieser Art.

«Sie machen eine Art Einbruchlehre»

Im Tessin verhaftete die Kantonspolizei im letzten Jahr 39 minderjährige Roma aus Camps in der Region Mailand, die nicht weniger als 95 Einbruchdiebstähle begangen hatten. Deliktsumme: 2,61 Millionen Franken. Um nicht aufzufallen, kommen die Roma ohne Einbruchswerkzeug. Sie stehlen es lieber in Gartenhäusern und auf Baustellen zusammen.

Laut Jean-Christophe Sauterel, Mediensprecher der Waadtländer Kantonspolizei, haben die Roma-Banden ihre Methoden in den letzten Jahren laufend professionalisiert. Anfänglich brachen die Erwachsenen eigenhändig in Villen und Wohnungen ein. In einer zweiten Phase chauffierten sie die Minderjährigen zu den Einbruchsobjekten. Unterdessen kaufen die Banden in Frankreich billige, schrottreife Autos, die mit einem regulären Nummernschild ausgestattet sind. Dann fahren 14-jährige Teenager mit den Fahrzeugen über die Grenze. Für ihr Handwerk sind sie bestens ausgerüstet. «Sie machen eine Art Einbruchlehre», sagt Sauterel. Mit 12 Jahren lernen sie, in Häuser und Wohnungen mit offenen Türen und Fenstern zu schleichen. Mit 14 Jahren wuchten sie Türen mit Einbruchswerkzeug auf. Werden sie von der Polizei geschnappt, sind die Konsequenzen gering. Sie werden der Jugendanwaltschaft übergeben und landen vielleicht ein paar Tage in Untersuchungshaft, bevor sie zu ihrem Clan zurückkehren. Neuerdings ­holen die Eltern ihre Kinder nicht mehr selber ab. «Die Erwachsenen schieben Anwälte vor», sagt Sauterel – weil sie befürchteten, sonst für Komplizenschaft belangt zu werden.

Bettlerbanden in den Städten

Für negative Schlagzeilen sorgen die Roma derzeit auch in einem anderen Bereich. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Medien nicht über Bettlerbanden berichten, die sich in Schweizer Städten herumtreiben. Am akutesten ist das Problem in Genf. Zwar gilt dort seit dem 29. Januar 2008 ein Bettelverbot. Trotzdem belagern derzeit rund 200 bis 300 Bettler aus Rumänien, Erwachsene und Kinder, die Stadt. «Im Vergleich zum letzten Jahr sind sie aggressiver geworden. Sie strecken nicht mehr nur einfach die Hand aus, sondern sind penetrant, belästigen die Leute in Restaurants und stehlen an Märkten und in Einkaufszentren Lebensmittel», sagt Jean-Philippe Brandt, Sprecher der Genfer Kantonspolizei. Alle zwei Wochen räumt die Polizei Roma-Lager unter Brücken, damit sie sich nicht dauerhaft etablieren. Die Ordnungshüter entsorgen Matratzen, Fauteuils und andere Utensilien, im letzten Jahr waren es 45 Tonnen Sperrgut.

Die Polizei leistet Sisyphusarbeit. Immer wieder büsst sie die gleichen Bettler. In knapp dreieinhalb Jahren sprach die Genfer Polizei 13 634 einschlägige Bussen aus, die sich auf lediglich 1516 Personen verteilten. Das Bussgeld betrug 1 629 380 Franken, eintreiben konnten die Behörden allerdings bloss 35 177 Franken, wie der Regierungsrat in der Antwort auf ­einen parlamentarischen Vorstoss mitteilte. Die Kosten für den aussichtslosen Kampf beliefen sich auf 3 Millionen Franken.

Dass die Bettler keineswegs mausarm sein müssen, zeigt ein Vorfall, über den der Tages-Anzeiger am Montag berichtete. Sicherheitsleute wollten Ende Januar beim Shoppingcenter Spreitenbach vier Roma-Männer festhalten, die sich als Taubstumme ausgaben. Diese entkamen und machten sich in einem BMW mit bulgarischen Kennzeichen aus dem Staub.

Wie viele Bettler in Schweizer Städten unterwegs sind, lässt sich nicht genau beziffern. Wellenartig tauchen sie immer wieder an verschiedenen Orten auf, von Genf über Zürich bis St. Gallen. Im Januar und Februar nahmen Roma-Bettler die Stadt Winterthur derart in Beschlag, dass achtzig Personen die Polizei ­anriefen, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Der Schweizerische Städteverband, die Fremdenpolizei der Stadt Bern und die Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) haben letztes Jahr ein Informationspapier zum Phänomen verfasst. Bei den Bettlern handle es sich meistens um Angehörige der Roma, bestätigen die Fachleute. Die Aktivi­täten sind organisiert. Hintermänner karren Mütter mit Babys, Kinder und Behinderte von Stadt zu Stadt. Dank der Personenfreizügigkeit können sie ohne Visum in die Schweiz einreisen (falls sie aufgegriffen werden, geben sie sich vorzugsweise als Touristen aus). Die Drahtzieher beobachten ihre Schützlinge und ziehen regelmässig das Geld ein. Als im Frühling 2009 immer mehr Kinderbettler die Stadt Bern bevölkerten, wurde die Fremdenpolizei aktiv und lancierte das Projekt «Agora», bei dem der Kinderschutz eine wichtige Rolle spielt. Sie nahm die Personalien auf, befragte die Bettler nach Auftraggebern, Reisewegen, Herkunft, sodass sie in der Ausübung ihrer ­Tätigkeit empfindlich gestört wurden. Von 2009 bis 2011 kontrollierte die Fremdenpolizei nicht weniger als 689 ausländische Bettler. Mit Erfolg. Heute meiden sie Bern.

Kinder werden verkauft oder ausgeliehen

Boris Mesaric ist Geschäftsführer der Koor­dinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel beim Bundesamt für ­Polizei und hat professionelle Täternetzwerke im Visier, die Kinder zum Betteln, Stehlen und Einbrechen rekrutieren. Auch wenn in der Schweiz bis jetzt noch kein Roma-Clanchef wegen Menschenhandels angezeigt werden konnte, ist für Mesaric klar: Die Kinder seien eher Opfer als Täter. Sie würden an die Roma-Banden, die hauptsächlich aus Rumänien und Bulgarien stammten, verkauft oder für eine bestimmte Zeit ausgeliehen. In Lagern würden sie zu professionellen Bettlern und Dieben ausgebildet. Kämen sie nicht mit einem bestimmten Geldbetrag zurück, drohten ihnen Nahrungsentzug, Schläge und mehr.

Die Roma-Netzwerke nützen das Schweizer Jugendstrafrecht geschickt und skrupellos aus. Werden Minderjährige erwischt, wandern sie in der Regel ein paar Tage in Untersuchungshaft und kehren darauf zurück in ihr Camp. Um von der Milde des Gesetzes zu profitieren, geben die Täter häufig ein jüngeres Alter an. Nur in seltenen Fällen wird der ­richtige Jahrgang anhand eines rechtsmedizinischen Gutachtens ermittelt. Das Verfahren, bei dem die Person vermessen wird, die linke Hand und die Zähne geröntgt werden, kann in komplizierten Fällen bis zu 2000 Franken ­kosten, wie die Tessiner Kantonspolizei auf Anfrage sagt.

Die Schweiz ist für Prostituierte attraktiv

Im nationalen Schaufenster stehen die Pros­tituierten, die in der Stadt Zürich auf dem ­so­genannten Strassenstrich arbeiten, am ­augenfälligsten am Sihlquai zwischen dem Escher-Wyss-Platz und dem Hauptbahnhof. Wer am Abend diese vielbefahrene Einfalls­achse passiert, wird – freiwillig oder unfrei­willig – Zeuge des regen Anschaffens, wo sich, nicht nur zur Sommerzeit, Dutzende von leichtbekleideten Damen um automobile Kundschaft bemühen.

Und die Attraktivität der Schweiz für ausländische Prostituierte ist ungebrochen. Die Zahl der Neueinsteigerinnen wächst jährlich. 2009 waren es 795, 2011 bereits 1170. Die Personenfreizügigkeit lockt nicht bloss Hochqualifizierte an, sondern auch Frauen aus den untersten sozialen Schichten, die auf den Schweizer Strassen mit schnellem Sex gutes Geld verdienen. Was die Herkunft der Prostituierten betrifft, gibt die polizeiliche Kriminalstatistik eine klare Auskunft. Die Hälfte ­aller Neueinsteigerinnen stammt einzig aus zwei Ländern: aus Ungarn (377) und Rumänien (288). Die Stadtpolizei Zürich erhebt keine ­Daten aufgrund «ethnischer Zugehörigkeit», wie Sprecher Marco Cortesi sagt. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass viele Dirnen aus diesen osteuropäischen Staaten Romni sind, also Roma-Frauen.

Die Stadt hat die Zulassungsverfahren seit Anfang 2011 zwar verschärft. Die Prostituierten müssen krankenversichert sein und glaubhaft darlegen, dass sie «selbstständig» arbeiten, sprich: ohne Zuhälter und auf eigene Rechnung. Die Wirklichkeit freilich sieht anders aus, gerade im Roma-Milieu. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat in den letzten Jahren mehrere Verfahren gegen Roma-Zuhälter ­geführt. In erster Instanz sind sowohl der berüchtigte «Samurai» als auch dessen Kollege «Goldfinger» verurteilt worden. Dabei war von einer «ungekannten Brutalität» die Rede.

Der «Samurai» genannte Haupttäter wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren sowie einer Geldstrafe und einer Busse verurteilt, ­zudem wurde eine Verwahrung angeordnet. Die Delikte umfassten Menschenhandel, Förderung der Prostitution, Vergewaltigung, ­Abtreibung, Drohung, Nötigung, Körperverletzung et cetera.

Im jüngsten einschlägigen Urteil des Bezirksgerichts vom Januar dieses Jahres wurde ein ungarisches Roma-Paar zu teilbedingten Freiheitsstrafen von je 36 Monaten verurteilt. Es hatte eine 19-jährige Landsfrau auf den ­Zürcher Strassenstrich geführt, wo die Prostituierte in gut vier Monaten rund 70 000 Franken verdiente. Den Grossteil der Einkünfte gab sie ihrem Zuhälter ab, in den sie sich verliebt hatte und der sich als ihr Partner ausgab. Gleichzeitig war er nach wie vor mit seiner Komplizin zusammen, ebenfalls eine lang­jährige Prostituierte.

Das Muster ist typisch für das Roma-Milieu. Clanstrukturen und familiäre Bindungen in einem weiteren Sinn spielen eine zentrale ­Rolle. Es ist durchaus üblich, dass männliche Clanmitglieder Frauen und Kinder für illegale Geschäfte einsetzen. Das registrieren auch die Justizbehörden. Die «familiären Strukturen», sagt Urs Hubmann, Leiter der für organisierte Kriminalität zuständigen Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürichs, böten «den Tätern grös­sere Möglichkeiten, auf ihre Opfer Druck auszuüben». Denn die Frauen verlören «bei dieser Konstellation für den Fall, dass sie aus dem Geschäft aussteigen, nicht nur ihren ­Zuhälter, der häufig ihr sogenannter Partner ist, sondern auch ihre Familie». Die Haupt­ursachen für die «Ausbeutung» der Frauen liegen nach Staatsanwalt Hubmann «im schwierigen Arbeitsmarkt in ihrem Heimatland», in «der finanziellen Abhängigkeit von Partnern und Familien» und dem «unterschiedlichen Frauenbild in der dortigen Gesellschaft».

«Die Frauen arbeiten für die Familie»

Roma-Frauen seien aus zwei Gründen ­einem «stärkeren Griff der Unterwelt» ausgesetzt, sagt Rechtsanwalt und Milieu-Kenner Valentin Landmann. Erstens aufgrund der erwähnten Sippenstrukturen; und zweitens deshalb, weil Prostitution in den Herkunftsländern verboten ist. Die Illegalität mache das Geschäft für die Unterwelt lukrativ und erhöhe das Schutzbedürfnis der Frauen – mit anderen Worten: ihre Abhängigkeit. «Der Clan nimmt einen wesentlichen Teil des Einkommens ab», sagt Landmann. «Die Frauen arbeiten für die Familie.» Dabei, ergänzt Stadtpolizei-Sprecher Cortesi, komme «alles vor: von (Pseudo-)-Liebschaften bis zu roher Gewalt». Die Beweis- und Verfahrensführung sei deshalb sehr schwierig. «Wir stellen immer wieder fest, dass Frauen ihre Aussagen zurückziehen und ihre Peiniger entschuldigend in Schutz nehmen», sagt Cortesi. Offenbar ist die Loyalität zu Sippe, Partner oder Zuhälter – die Über­gänge sind oft fliessend – am Ende stärker.

Eine besondere Aufgabe nehmen die sogenannten Kapos wahr, weibliche Vertrauensleute der Zuhälter, die die Prosituierten vor Ort auf dem Strich kontrollieren und das Geld einziehen. Im Roma-Milieu werden sie auch «Panzer» genannt. Für die Zuhälter und Clans im Hintergrund bietet dieses System verschiedene Vorteile. Es reduziert die Notwendigkeit für die Zuhälter, selber auf der Strasse aufzutauchen – und damit auch das Risiko, erwischt zu werden. Gleichzeitig gehen die Kapos leichter unter dem polizeilichen Radar durch: «Wenn eine Frau einer andern eine Ohrfeige verpasst, mobilisiert das die Polizei weniger, als wenn sie von einem stiernackigen Zuhälter zusammengeschlagen wird», erklärt Milieu-Anwalt Landmann.

Allerdings sei es falsch, betont Landmann, in den Zigeuner-Prostituierten nur Opfer zu sehen. Von Menschenhandel könne nur in den wenigsten Fällen gesprochen werden. «Sie kommen her, weil sie gehört haben, dass man in der Schweiz gut verdienen kann», so Landmann. Der Strassenstrich erfreue sich durchaus einer gewissen «Beliebtheit» von Seiten der Prostituierten, da er «wenig Ansprüche» stelle: «Man kommt ohne Sprachkenntnisse aus und steht in der Regel spätestens nach zehn Minuten wieder angezogen auf der Strasse», sagt Landmann.

Die Tore sind offen

Kriminaltourismus, organisierte Bettelbanden, Strassenprostitution: Die Probleme, die vornehmlich aus Osteuropa stammende Roma in der Schweiz verursachen, haben auch ­politische Gründe. Das Schengen-Abkommen und die Personenfreizügigkeit erleichtern die ­kriminellen und halbseidenen Tätigkeiten in der Schweiz. Es gibt keine Grenzkontrollen mehr. Die Tore sind offen. Kritische Stimmen ­mehren sich. Die Waadtländer Sicherheits­direktorin Jacqueline de Quattro (FDP) stellt den Schengen-Vertrag nicht grundsätzlich in Frage, plädiert aber dafür, Kontrollen sporadisch auf bestimmten Grenzabschnitten ­wieder einzuführen. «Ansonsten senden wir das Signal aus, dass Kriminelle unbehelligt ein- und ausreisen können», sagt de Quattro.

Letzte Woche hat sie Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) ermuntert, sich in Brüssel so schnell wie möglich für die Wiedereinführung von Grenzkontrollen einzusetzen. Diese habe das Pro­blem anerkannt, jedoch vor den Konsequenzen gewarnt, falls die Schweiz das Abkommen in Frage stelle. Mehr als ­Appelle an Brüssel richten kann Bern sowieso nicht. Bei der Weiterentwicklung des Schengen-Vertrags hat die Schweiz kein Mitbestimmungsrecht.

«Nicht wenig Kopfzerbrechen» bereiten die fehlenden Grenzkontrollen auch im Süden des Landes, wie der Tessiner Justizdirektor Norman Gobbi (Lega dei Ticinesi) sagt. Das Informationssystem SIS, eine Datenbank, in der Verbrecher und vermisste Gegenstände aufgeführt sind, leiste zwar gute Dienste. «Aber das Schengen-Abkommen erlaubt es nicht, in speziellen Situationen spezielle Lösungen zu ­treffen.» Dass es anders geht, demons­trierte Frankreich vor rund einem Jahr, als es vorübergehend wieder Grenzkontrollen einführte. Und erst vor knapp einem Monat hat Präsident Nicolas Sarkozy mit dem Austritt aus dem Schengen-Abkommen gedroht. Die Schweiz, wiewohl nicht Mitglied der EU, hält sich vornehm zurück. Und bleibt damit weitgehend machtlos gegen die Roma-Raubzüge.

Kommentare

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  • Maria Rüegg
  • 31.10.12 | 15:28 Uhr

Ich denke nicht, dass dieser Artikel darauf ausgerichtet ist, Fakten korrekt zu belegen. Eher muss er kurz zusammengefasst das Empfinden der Schweizer auf den Punkt bringen. Ich denke nicht, dass unser Land auf dem richtigen Weg ist. Wir werden von allen Staaten in und um Europa überschwemmt. Anscheinend funktioniert die EU eben nicht sonst würden ja nicht alle wild durcheinander in so grossen Massen ihrem Land den Rücken kehren. Vergleichsweise wenige Schweizer wandern einfach mal so aus um irgendwo in Polen als Student von Tür zu Tür zu betteln oder in Tschechien auf den Strich zu gehen.

  • Clabbermann Jean-Paul
  • 15.04.12 | 12:19 Uhr

Zumindest das Problem der Prostitution könnten die Schweizer wohl selbst lösen. Was macht denn wohl die Schweiz so attraktiv für Prostituierte? Es ist wohl so wie in einer der Annekdoten des Bonner Kabarettisten Konrad Beikircher. Demnach soll ein Bonner Ratsherr um 1900 den Streit über ein Bordell auf den Punkt gebracht haben: "Dann jehen wir eben alle nitt mi hin, dann erledigt sich datt von selbs." (Dann gehen wir eben alle nicht mehr hin, dann erledigt sich das Problem von selbst.)

  • Rainer Hückel
  • 13.04.12 | 17:29 Uhr

Da ich vor 21 Jahren als Sachse erstmals mit dem Phänomen der aus Ost-und Süd/Ost-Europa bei uns auftauchenden Roma persönlich sehr negativ konfrontiert wurde, kann ich manchen Kommentar zum Artikel sehr gut nachempfinden.
Seit diesen nicht erfreulichen Erlebnissen bin ich nun jeden Tag froh, an dem ich Romas nicht begegnet bin.
Zum Glück hatte sich dann vor 19 Jahren die Vernunft gegen den zähen Widerstand von links Orientierten durchgesetzt, und es wurde die Tagesprämie von 8 DM in Naturalien umgewandelt.
Schlagartig blieben sie bis heute daraufhin weg.
Vermutlich ist die Schweiz lukrativer

  • Fritz Kröger
  • 12.04.12 | 13:52 Uhr

Wieder hetzt die Weltwoche gegen eine Minderheit. Zuerst war es die religiöse Minderheit der Muslime und nun ist es die ethnische Minderheit der Roma.

Besonders fragwürdig sind dabei die mangelnde Differenzierung und die falschen Verallgemeinerungen der Weltwoche. Hinzu kommen zahlreiche unbelegte Behauptungen und fragwürdige Titel und Bilder.

Die Autoren tun so als ob diese "Art von Verbrechen" typisch für die Ethnie der Roma seien. Was natürlich Unsinn ist.

Mit diesen Pauschalverurteilungen von ethnischen und religiösen Gruppen nähert sich die Weltwoche immer mehr der Volkshetze!

  • Dieter Lohmann
  • 12.04.12 | 11:52 Uhr

Dieser argumentativ äusserst schwache und schlecht recherchierte Artikel besteht fast ausschliesslich aus unbelegten Behauptungen und klischee- und vorurteilsbehafteten Unterstellungen.

"Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass viele Dirnen aus diesen osteuropäischen Staaten Romni sind, also Roma-Frauen."

Nur wer keine Fakten liefern kann, muss sich mit solchen Redewendungen begnügen!

"Bei den Bettlern handle es sich meistens um Angehörige der Roma, bestätigen die Fachleute."

Nur leider nennen die Autoren keinen dieser Fachleute.

  • Mario Meier
  • 11.04.12 | 08:02 Uhr

Es gibt zwei Moeglichkeiten zum Versuch dem Romaproblem entgegen zu halten.
Man Integriert sie mit einem -einheitlichen- Programm grenzueberschreitend in -ganz- Europa.

Oder man verjagt sie wie gehabt bis zum St. Nimmerleinstag.

Woemoeglich sind viele Familien es ueberdruessig staendig zu "fahren" und willigen ein sich Sesshaft zu machen.
Man wuerde gerne auch die Meinung von Organisationen wie Pro Juventute, hoeren haben die sich bis jetzt nur im Kaemmerlein schmollend verkrochen.
Danke an die WW, dass sie das Thema aufgreift, denn das Thema ist wichtig und muss geloest werden.

  • Mario Meier
  • 11.04.12 | 07:19 Uhr

Das Problem der "neuen Welle" von Romas die sich in ihrer Gemeinschaft selbst deffiniert und sich von der Zivilisation bewusst abschottet liegt in ihrer Mobilitaet.
Die Verantwortung hegt man gegenueber seinesgleichen mit dem Unterschied zu Sekten, dass man nicht (oder nur bedingt) teilnimmt an dar "anderen" Kultur. Man sich ihr aber -grosszuegig- bedient.
Fuer uns unverstaendlich weil wir Wurzeln haben!
Die Wurzeln bei Fahrenden gibt es nur in der Sippschaft.
Italien hat laenger Erfahrung und versucht z.Z. mit Schulungsprogrammen und Grosszuegigkeit die Integrationswilligen zu foerdern.

  • Mario Meier
  • 11.04.12 | 07:03 Uhr

@ Lips
Die Komplexitaet mit dem Romaproblem greift sehr tief und ist nicht einfach reflexartig zu loesen. Probleme mit dieser Ethnik gibt es erst wieder seit die Grenzen geoeffnet wurden. Pro Juventute (Ur-Gutmenschen) hatte einmal das Ziel der Integration und wurde vom Schweizerischen Beobachter (Neu-Gutmenschen) gestoppt.
Manche moegen sich an sie erinnern die Korbflechter, Scherenschleifer, Teppichverkaeufer usf. Wer braucht solche Dienstleistungen heute noch?
Die Alten sind gestorben aber die Jungen sind heute integriert und man sieht ihnen den Roma nicht mehr an.
Nicht einfach also.

  • Rolf Wittwer
  • 10.04.12 | 21:34 Uhr

Beinahe sämtl. Foren-Kommentare auch in DE-Zeitungen äussern sich im Sinne der WW. Für die sattsam unsere Gesellschaft mit allen Mitteln verändern wollenden Kreise, Parteien, Medien und Personen etc. sind Tatsachenberichte wie diese Reportage einen Grund, Herrn Köppel & Co. in die äusserste rechte Ecke zu drängen, ihn der Diffamierung einer ("unschuldigen") Ethnie zu bezichtigen und ihn medial quasi einem "Breivik gleichzustellen".
Bewusstes Negieren und Verharmlosen von derartigen und anderen (Roma)Tatsachen, mündet eben oft in Intoleranz, Rassismus, Hass und Hetze. Auch gegen uns WW-Leser.

  • Bruno Mair
  • 10.04.12 | 18:41 Uhr

@ Frau Joos. Manipuliert von Plakaten? Plakate manipulieren immer sonst müsste man diese nicht machen. Kopiert werden Sie auch... man erinnere an die SVP Plakate. Adoptiert von Rechtsextremen Parteien für dessen Wahlkampagnen. Auch über dieses Revolver-Cover wird sich hauptsächlich dieses Klientel freuen. Garantiert!

  • Bruno Mair
  • 10.04.12 | 18:29 Uhr

Wer weiß oder gar selbst Erfahrungen mit einem Kleinkind hat, diejenige Person mit einer Pistole von diesem bedroht oder andere beschossen und anschliessend allenfalls gar getötet wurde(n), diejenigen Opfer oder Angehörigen sollen sich doch bitte melden.

  • Robert J. Jörg
  • 10.04.12 | 15:31 Uhr

Wie gut, dass wenigstens die Weltwoche diese Themata aufnimmt und die Leserschaft informiert. Die Mainstream-Medien wollen die Diskussion und Meinungsbildung unterdrücken.
Das Titelblatt-Foto hingegen ist für mich eine krasse Fehlleistung. Nicht nur wurde die Aufnahme nicht im Zuaammenhang mit Missetaten in der Schweiz aufgenommen, so kleine Knirpse dürften auch in den seltesten Fällen Menschen mit einer Schusswaffe bedrohen. Das Titelblatt6 ist nach meiner Meinung erstens unredlich und zweitens kontraproduktiv, schade für den Inhalt, der nun nicht das Thema sein wird.

  • George Lips
  • 10.04.12 | 14:34 Uhr

@maier<.Das ist Rückschau und die gefällt manchem nicht. Leider wurden keine Berichte gemacht über "weggenommene" (woher weiss man das, manche Mütter verkaufen und verschenken Kinder oder überlassen sie gegen Bezahlung der Prostitution), denen es nachher viel besser ging.Die "Kultur"der Fahrenden ist in keinsterweise eine nachahmenswerte Kultur. Und wer sie bei uns ausüben will, ist eben auf dem falschen Dampfer.Er ist frei dahin zu gehen, wo seinesgleichen gut aufgehoben sind.

  • George Lips
  • 10.04.12 | 14:28 Uhr

Von Frankreich lernen. Sarkozy hat 2011 8'000 (Achttausend)Roma zurückspediert.Die Begründungen kann man nachlesen.Die EU hat nur ganz klein "Mucks" gemacht und dann, wohlweislich geschwiegen. Aber unsere Funktionäre auf allen Ebenen wollen eben aus der Schweiz "ums Verrecken" einen Mulitkultistaat machen, obwohl sich überall alle an die Gurgel gehen, wo das auch probiert wurde. Aber der Schweizer will es eben selbst und will die unbeschränkte Einwanderung, will die PF, will Schengen.30% wollen es nicht und werden von den Gutmenschen permanent überstimmt.

  • Heinz Moll
  • 10.04.12 | 10:08 Uhr

@ Forster: Das Titelbild vermittelt ein falsches Bild. Es gibt in der Schweiz keine Bedrohung der Allgemeinheit durch herumballernde Zigeunerkids. Auch die übrigen Angaben sind grossteils falsch oder verfälscht. Die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Schweiz wird nicht durch ein verarmtes und ausgerenztes Nomadenvolk bedroht. Da sind ganz andere Kräfte am Wirken. Die überdies hochgerüstet sind und keine Skrupel kennen.

  • Roland E. Schaub
  • 10.04.12 | 09:55 Uhr

Der Artikel behandelt zweifellos ein reales Problem, das Titelbild ist aber völlig daneben. Der Junge ist vielleicht vier oder fünf Jahre alt. Selbst ein 6-jähriger kann wohl kaum "auf Raubzug"gehen. Im Artikel ist z.B. von 13 bzw. 16 Jahre alten Mädchen die Rede. Ich weiss nicht, wie jung die jüngsten Einbrecher sind, aber wohl sicher deutlich älter als 6 oder 7 Jahre. Ein Bild, das nahe bei der Realität liegt, hätte dem Artikel mehr Gewicht verliehen.

  • Markus Spycher
  • 10.04.12 | 09:18 Uhr

@Ernst Jeker
Auch ich schätze an der WeWo, dass sie oft als Erste Themen aufgreift, die sonst möglicherweise nie ans Licht kämen. Aber man darf die Roma nicht mit arrangierten Photos kriminalisieren wollen. Aufhetzerische Titelbilder desavouieren meiner Meinung nach lesenswerte Artikel und deren Autoren im Blattinnern. Ich kann mir vorstellen, dass der hübsche Junge seine Eltern anlässlich ethnischen Säuberungen im Balkankrieg verloren hat und sich, um seinen knurrenden Magen zu stillen, für wenig Geld für dieses Photo-Shooting überreden liess. Auswüchse der Branche sind hinreichend bekannt.

  • Robert Forster
  • 09.04.12 | 21:53 Uhr

Die Schweiz in Stücken abschaffen, das darf man. Der hieisgen Wohnbevölkerung das Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Privatbesitz wegnehmen, das darf man. Rauben, Stehlen, Betrügen, das darf man. Wehe aber, es wagt sich einer, sich darüber zu beschweren. Dann fällt die Meute der selbsternannten und vom politischen Establishment gefördertenen Gedanken und Medienzensoren über ihn her. Die Schweiz hat notabene gravierende Probleme als das Titelblatt der Weltwoche.

  • Rainer Selk
  • 09.04.12 | 11:18 Uhr

Spycher. 'Sie verlassen wieder die Schweiz'. Um diese Fahrenden geht es doch nicht.

Wieso haben I, F + ES sich so rigide mit Wegweisung dieser Zigeuner verhalten? Weil diese Länder so menschenverachtend sind? Quatsch.

Jeder, der empöhrt ist, möge 2 deratige Familien aufnehmen, mit allen Kostenfolgen plus eine solche 'Anschaff-Tochter' samt Verrichtungsbox.

Die Gemeinde Wädenswil ist jahrelang von einer solchen Fam. fast zum Wahnsinn getrieben worden. Zuletzt hatten die auf Staatskosen ein Haus, Vater im Knast. Haben das die Schönredner heir schon vergessen? Weitere Beisp. s. Thurgau!

  • Ernst Jeker
  • 09.04.12 | 10:59 Uhr

@M.Spycher: "Nur Revolverblätter drucken so was ab". Ich liebe die WeWo, da sie die Tatsachen anspricht die die Basis täglich hautnah erlebt und nicht wie die wirklichen „Revolverblätter u. TV“ (TA,Blick,SF etc.) dem Mainstream folgend den Bürgern verschweigt, verharmlost oder diese gar belügt. Diese verdienen ein Pfui. Die WeWo gehört zu den wenigen, mutigen Medien die solche heisse Eisen überhaupt anfasst. Viele Kommentatoren scheinen ihren Verstand an der Garderobe abzugeben, indem sie das nachpfeifen was Mainstream-Medien für Sie komponieren. WeWo soll sich ja nicht einschüchtern lassen.

  • Mario Meier
  • 09.04.12 | 06:54 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder_der_Landstrasse

"Das Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse entstand 1926 als Projekt der halbstaatlichen schweizerischen Stiftung Pro Juventute. Mit Unterstützung der Vormundschaftsbehörden wurden Kinder von Fahrenden, insbesondere Jenischen, ihren Familien entzogen. Bis 1972, als das Projekt nach öffentlichem Druck eingestellt wurde,"

War ein Weg zur Assimilierung und zum Schutz der Kinder.
Allerdings waren die Grenzen damals noch geschlossen.
Zum Cover. Es bringt das Thema agressiv aufs Tapet. Besser als ein vom Esel gezogener Karren!

  • Marianne Levron
  • 08.04.12 | 08:23 Uhr

@Fluehmann:Wieso "Austoben"über ein Cover?Wir äussern nur unsere Meinung; die Realität unterdrücken wir keineswegs. Letzterer ist sicher nicht gedient, wenn man sie auf marktschreierische Art den Lesern unter die Nase hält.Überlassen wir das der Boulevardpresse...Tatsache ist, dass die Roma in ganz Westeuropa ein Problem bilden.Ihre Ursprungsländer-hauptsächlich Rumänien, Bulgarien und Ungarn-wollen sie loswerden. Letztes Jahr ging die rumänische Botschaft in Paris sogar so weit, wegen "Missachtung der Menschenrechte" zu protestieren, als Frankreich eine Gruppe Roma zurückschickte...

  • Jürg Brechbühl
  • 07.04.12 | 19:34 Uhr

Dieser weitere Kostenfaktor der Personenfreizügigkeit wird kunstvoll unterschlagen. Doris "Bibi" Leuthard bedient die Öffentlichkeit systematisch mit Halbwarheiten, wenn sie das dank Personenfreizügigkeit erreichte Wirtschaftswachstum beziffert. Auch die von solchen Kriminaltouristen verursachten Schäden führen zu mehr Umsatz und höherem Bruttoinlandprodukt. Unser Wohlstand wächst bei derartigem Wirtschaftswachstum jedenfalls nicht.

  • Frédéric-Marc Fluehmann
  • 07.04.12 | 18:08 Uhr

Unglaublich das sich gewisse Leute auf ein Cover austoben wo doch die Realität noch schlimmer aussieht. Aber eben, die Wahrheit muss unter allen Umständen unterdrückt werden. Dank an die Linken und Netten in diesem Land!

  • Marianne Levron
  • 07.04.12 | 16:02 Uhr

Gut beobachtet, Herr Spycher ! Nun begreife ich, warum mir die Foto gekünstelt vorkam.Das Bild stammt vielleicht von einer Agentur, die für alle möglichen Situationen Aufnahmen vermittelt. Das macht die Sache natürlich nicht besser.Ausserdem passt das Cover schlecht zum Artikel, in welchem festgehalten wird, dass die Roma-Kinder eher Opfer sind und von ihren Familien ausgenützt und zu kriminellen Tätigkeiten angeregt werden.Bilder haben eine sehr starke Aussagekraft, müssen also mit Bedacht ausgewählt werden.

  • Markus Spycher
  • 06.04.12 | 10:12 Uhr

@Marianne Levron

>> "Ich weiss nicht, ob die Cover-Foto authentisch oder gestellt ist"

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die dunkle Laufmündung des Schiesseisens haargenau über dem linken Auge des Knaben plaziert ist? Was es doch für Zufälle gibt im Leben . . . so sieht ein schwarzes Auge von Zigeunerjungen aus! Versuchen Sie mal, einen solchen photographischen Schnappschuss hinzukriegen. Man muss sich die Frage stellen, wieviel die Bildgestalter dem Jungen für dieses Schmierentheater bezahlt haben. Nur Revolverblätter drucken sowas ab. Nochmals Pfui!

  • Christine Joos
  • 06.04.12 | 09:01 Uhr

Wer sich von einem Titelbild so in Rage bringen lässt, bestätigt, leider, leider, leider, dass er nicht den leisesten Ansatz zur Fähigkeit hat, ja, sich nicht einmal die Mühe macht, sich von Plakaten, Titelbildern, etc. nicht manipulieren zu lassen.

Sollten sie das bestreiten, meine Lieben Entrüsteten, gäben Sie zu, zu den Hetzern zu gehören, die jedes missliebige Titelbild oder Plakate dazu benützen, deren Hersteller zu verunglimpfen oder in eine Ihnen beliebige Ecke zu stellen.

  • Heinz Moll
  • 05.04.12 | 23:46 Uhr

Ich bin entsetzt über dieses hetzerische Titelbild. Ich bin angewidert vom diesem windigen Stück Journalismus, das in billigster Boulevardmanier die nazihafte Feindschaft gegen ein altes christliches Volk, Europäer par excellence, befeuert. Gut ist nicht einmal mit elementaren Begrifflichkeiten vertraut. Diebstahl ist kein Raub, Prostitution nicht möglich ohne Freier, Betteln ein Beruf aus biblischen Zeiten. Im Theater im dunklen Anzug, eine Hyazinthe im Knopfloch, Brechts "Dreigroschenoper" zujubeln, aber hernach über reale Bettler herziehen: Gutbürgerliche Verlogenheit.

  • Markus Spycher
  • 05.04.12 | 22:06 Uhr

Offensichtlich kennt bei der Weltwoche niemand den Unterschied zwischen den juristischen Begriffen 'Raub', 'Diebstahl' und 'Entwendung'. Während im Text immerhin bloss von Betrügereien und Einbruch die Rede ist, entblödet man sich nicht, auf dem Cover einen bewaffneten Jungen abzubilden. Ist halt geiler als einen mit Schraubenzieher im Hosensack.

  • Markus Spycher
  • 05.04.12 | 14:49 Uhr

Zur Zeit der kommunistischen Régimes gab es in Osteuropa noch zu Waisenhäuser umfunktionierte verstaatlichte Immobilien - heute residieren wieder die ehemaligen Barone und deren Nachkommen darin.In der letzten Ausgabe wurde ein Orbàn hochgejubelt, heute eine Hetze gegen Zigeunerkinder. Toll, liebe Weltwoche!
Immerhin verlassen die Roma jeweils die Schweiz wieder und sind bemüht, nicht aufzufallen.

  • Marianne Levron
  • 05.04.12 | 11:47 Uhr

Ich weiss nicht, ob die Cover-Foto authentisch oder gestellt ist; jedenfalls ist sie unpassend, da sie die hauptsächlichsten Opfer diese katastrophalen Situation, die Kinder, an den Pranger stellt.Inhaltlich bestätigt der Artikel die Erfahrungen, die wir hier in F mit den Roma gemacht haben.Manche Gemeinden geben den Leuten Geld für die Rückreise; mit dem Resultat, dass sie nach ein paar Wochen wieder da sind...Die Hauptschuldigen an dem Debakel sind meiner Meinung nach die Ursprungsländer der Roma, die sie loswerden wollen und womöglich in die EU eingetreten sind, um sie abschieben zu können.

  • Thomas Binder
  • 04.04.12 | 21:27 Uhr

Dieses Cover stammt aus einer Schublade, welche derart tief liegt, dass es dort bei einem auch nur halbwegs vernünftigen menschlichen Menschen gar keine mehr geben kann. Wieder einmal bedient die WW die niedersten menschlichen Triebe, für welche wir alle mehr oder weniger anfällig sind. Was ich nun eigentlich alles noch schreiben müsste, kann ich mir aber wohl ersparen und stattdessen in freudiger Erwartung auf die nächste Publikationen der Auflagenzahlen warten...

 
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