VW Beetle Black/White Turbo

Geht doch!

Der zweite neue Käfer ist so geworden, dass jetzt endlich auch ein Mann den VW Beetle gerne fährt.

Von David Schnapp

VW Beetle Black/White Turbo

Der Jubel war gross, als Volkswagen 1998 den legendären Käfer als New Beetle ­wieder auf die Strasse brachte. Der Blick por­trätierte unter dem Titel «Ich freue mich wie ein Maikäfer» den ersten Schweizer Beetle-­Besitzer. «Ein Krabbeltier erobert die Welt», schrieb der Tages-Anzeiger, und mein Kollege stellte in der Weltwoche fest, dass selbst rüpelhafte Spurwechsel mit dem Beetle keinen ­Ärger provozieren, «weil das Cabrio mit seinen runden Formen aussieht, als wäre es aus einem Kaugummi-Automaten gefallen». Das war etwas das Problem des neuen Käfers, er war mit seiner freundlichen Rundlichkeit und der Blumenvase im Armaturenbrett das, was nicht ganz vorurteilsfrei ein Frauenauto genannt wird.

Der New Beetle war wie der bonbonhafte iMac eine Design-Ikone — mindestens für ein Jahrzehnt. Aber wie auch ein kugeliger orange­farbener Computer heute nicht mehr zeitgemäss wirkt, ist auch die ursprüngliche Form des Beetle aus der Mode gekommen. Die Zeiten sind härter geworden und der Beetle (jetzt ohne «new») männlicher.

Ich fuhr den VW als Beetle Black/White ­Turbo mit dem hervorragenden 4-Zylinder-TSI-Motor — 2000 ccm, 200 PS. Tiefschwarzer Lack, eindrucksvolle 19-Zoll-Felgen (Modell Tornado), breiter Heckspoiler und ein unübersehbarer «Turbo»-Schriftzug an den Flanken: «Geht doch!», dachte ich. Dieser Beetle sah so aus, dass jeder Mann sofort und gerne darin Platz nimmt. «Der Wagen ist nicht nur flacher, sondern auch erheblich breiter, die Motorhaube ist länger», sagt Volkswagen-­Designchef Klaus Bischoff über den neuen neuen Beetle.

Das Cockpit ist übersichtlich, das unten abgeflachte Lenkrad steht ebenfalls für die neue männliche Sportlichkeit des Beetle. Auffallend sind die modisch lackierten Oberflächen, und man muss es wieder einmal sagen: Diese VW mögen nicht ganz preiswert sein, aber sie sind schon ausgezeichnet verarbeitet. Für Gitarristen und andere Musikfans gibt es ausserdem eine wohlklingende Soundanlage von Fender (Fr. 640.—).

Straff und sportlich

Der Motor beschleunigt den rund 1500 Kilogramm schweren Beetle ziemlich spritzig über die Vorderräder — auch wenn es immer eine spannungsgeladene halbe Sekunde geht, bis der Turbo­lader genug Luft geholt hat, um richtig Schub zu ent­wickeln. Das bekannte und hervorragende Doppelkupplungs­getriebe (DSG) von Volkswagen komplettiert das attraktive Antriebskonzept. Der sportlich ausgelegte Männer-Beetle hat natürlich auch ein entsprechend straffes Fahrwerk, das mir ­allerdings bisweilen etwas zu rumpelig über Querfugen und Unebenheiten auf der Strasse holperte.

Fazit: Wem der Golf zu gewöhnlich ist und der New Beetle bisher zu feminin war, der findet im neuen Turbo-Käfer ein Auto, das sich gut fährt, mit dem man gleichzeitig aber nicht in der breiten Masse verschwindet.

 

VW Beetle Black/White Turbo

Leistung: 200 PS, Hubraum: 2000 ccm 

Höchstgeschwindigkeit: 223 km/h

Preis: Fr. 38 400.—

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