Intern

Die Weltwoche und Franz Weber waren sich Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre in herzlicher Abneigung verbunden. Hintergrund war eine Artikelserie des heutigen NZZ am Sonntag-Chefredaktors ­Felix E. Müller, der Weber intransparentes Finanzgebaren in ­seinen diversen Stiftungen vorwarf. Im Jahre 1993 einigte man sich schliesslich in einem ­Anwaltsvergleich. Doch der Stachel sass immer noch tief. Als die Weltwoche mit Franz ­Weber über seine Zweitwohnungs-Initiative sprechen wollte, war er zunächst nicht bereit, Redaktor Florian Schwab (*1986) zu empfangen. Weitere Telefonate ­allerdings brachten eine Einigung: Schwab durfte Weber in ­seinem Märchenschlösschen am Genfersee besuchen, um sich mit dem Grandseigneur der Umweltbewegung über dessen Pläne zur Rettung der Alpen vor «Bauspekulanten» zu unterhalten.

«Feuer-Fritze», wie man ihn in seiner ­Geburtsstadt Gelsenkirchen nannte, wolle immer dahin, «wo die Kacke am Dampfen ist». Die Rede war vom Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt, der eben die Leitung einer Windenergie-Firma übernommen hatte. In den siebziger Jahren pro­vozierte er die chemische Industrie, heute die Klimaforscher. Sein Buch «Die kalte ­Sonne: Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet» löste in Deutschland einen ­Riesenwirbel aus. Hanspeter Born traf ihn zum Interview.

Die Oscars 2012 versprechen wenig Aufregendes. Nur zwei der neun nominierten Filme, die am Sonntag für den Oscar zur Auswahl stehen, spielen in der Gegenwart. Die Los Angeles Times sprach von der «grimmigen Nostalgie» einer Filmindustrie, die die Blockbuster verachte, mit denen sie heute Geld macht, und sich nach künstlerisch aufregenderen Zeiten zurücksehne. Unsere Korrespondentin Beatrice Schlag suchte unter den Nominierten vergeblich nach jungen Talenten mit Gewinnchancen. Ihre Prognosen und Einschätzungen:

Es ist stets erfrischend, wenn die Lektüre eines Buches zementierte Bilder zum Einsturz bringt. Der Oxford-Historiker Faramerz Dabhoiwala, 43, hat soeben ein solches Werk vorgelegt. «The Origins of Sex» zerstört den Mythos der 68er Bewegung als Wegbereiterin freier Liebe. In Wahrheit, so legt Dabhoiwala quellenstark dar, brach die erste sexuelle Revolution bereits vor 250 Jahren aus. Zügellose Lust, hemmungslose Libido, Laster und In­trige – im London des 18. Jahrhunderts hat begonnen, was die sogenannt zivilisierte Welt noch heute obsessiv beschäftigt. Urs Gehriger hat sich durch Londoner Spelunken und verrauchte Hinterzimmer gelesen und kommt zum Schluss: Das Buch ist ein Glanzstück, aber nicht jede Szene daraus kann in diesem Heft abgedruckt werden.

In eigener Sache: Leider haben wir es in unserer Ausgabe Nr. 6/12 versäumt, den Fotografen Michel Zumbrunn als Urheber des Titelbildes und mehrerer Bilder zum Artikel «Hier tanzt der König» zu nennen. Wir bitten um Entschuldigung. Die Redaktion

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