Das Interesse der Medien war gross: Der kurzfristig versandten Einladung folgten am Freitagmittag mehr als fünfzig Journalisten. Sie wollten dabei sein, wenn das Ende der ältesten Privatbank der Schweiz verkündet würde. Doch bei der Medienkonferenz ging es nur vordergründig um die Übernahme der Bank Wegelin durch Raiffeisen. Das Ende von Wegelin ist die jüngste Quittung für die leisetreterische Politik des Bundesrates gegenüber den USA. Pierre Heumann zeichnet nach, warum die Schweiz eine weitere Runde im Steuerstreit mit Amerika verloren hat.
Sie zerschlug die Macht der Gewerkschaften, kämpfte gegen den Euro und führte Grossbritannien zu neuen Ufern des Kapitalismus. Nun setzt Hollywood Margaret Thatcher ein Denkmal. Bevor «The Iron Lady» mit Meryl Streep (nominiert für den Oscar) in den Schweizer Kinos anläuft, hat Urs Gehriger in England die beiden Männer getroffen, die zu den intimsten Kennern Thatchers gehören. Biograf Charles Moore empfing unseren Mann im Londoner «Goring Hotel», Thatchers Lieblingslokal. Obwohl er die Biografie erst nach ihrem Tod veröffentlichen darf, gab er Einblicke in sein Werk. Er beschrieb Thatchers Taktik, unliebsame Frauen aus dem Weg zu räumen, lüftete das Geheimnis ihrer Handtasche und stellte fest, dass sich die Premierministerin mit Entscheiden oft schwergetan hat. Dies bestätigte Norman Tebbit, Thatchers loyalster Weggenosse, und unterstrich ihre Faktenversessenheit. «Sie arbeitete bis tief in die Nacht und kannte die Dossiers besser als ihre Minister.» Seit einiger Zeit registriert Tebbit den Ruf nach einer «neuen Maggie». Vieles erinnere heute an die desolate Stimmung vor der Ära Thatcher, sagt er: «Thatcher und ich hätten uns klonen lassen sollen!»
Als Alex Baur Anfang 2007 unter dem Titel «Frau Zaki braucht ein Dienstmädchen» seine erste Recherche über die Sitten und Bräuche beim Zürcher Sozialamt unter Monika Stocker (GP) veröffentlichte, dachte er nicht im Traum daran, dass sich daraus eine grössere Affäre entwickeln würde. Diese Woche, exakt fünf Jahre später, stand «Herr Zaki» alias Ali S. wegen Sozialbetrugs im Umfang von einer halben Million Franken vor dem Richter. Das Urteil stand bei Redaktionsschluss noch aus. Allein die Anklage zeigt: Baurs Berichte waren keineswegs übertrieben. Die beliebte Blick-Schlagzeile «Alles noch viel schlimmer!» wäre durchaus angebracht.
Die Schweiz bleibt das Paradies für Migranten aus aller Welt. Was braucht es, um hier leben und arbeiten zu dürfen? Andreas Kunz traf sich letzte Woche mit einem Äthiopier und einem Amerikaner einzeln zum Gespräch. Der Amerikaner wird die Schweiz bald verlassen müssen, weil er keinen Arbeitsvertrag besitzt und die Behörden nicht täuschen will. Der Äthiopier hingegen hat sich seine Aufenthaltserlaubnis erschlichen und lebt seither von der Fürsorge. Der eine kann hier bleiben, aber will nicht arbeiten. Der andere muss ausreisen, aber würde hier gerne weiter seiner Arbeit nachgehen. Als der Kellner am Ende der Gespräche die Rechnung brachte, sagte der Äthiopier zu Kunz: «You pay.» Der Amerikaner sagte: «Merci villmal für d’Iiladig.» Ihre Weltwoche













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