Ehrenhafte Verräter

Sarasin-Informatiker Reto T., der Philipp Hildebrand zu Fall brachte, ist ein klassischer Whistleblower. Aus strafrechtlicher Sicht ist nicht das Resultat entscheidend, sondern die Verhältnismässigkeit und das Motiv des Geheimnisverrats. Echte Whistleblower sind naturgemäss umstritten.

Von Alex Baur

Er ist bislang der Einzige, der von den Strafverfolgern in die Mangel genommen wurde: der kleine Informatiker Reto T. von der Bank ­Sarasin, der den grossen Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand durch eine Indiskretion zu Fall brachte. Und schon ist eine hitzige Debatte im Gang. Hat der Mann sein Berufsgeheimnis schändlich verraten? Ist er ein Idealist, der mit Zivilcourage das Gesetz gebrochen hat, um ein noch grösseres Unrecht zu verhindern? Waren seine Beweggründe eher parteipolitischer denn altruistischer ­Natur? War er gar ein nützlicher Idiot?

Wie die Erfahrung zeigt, sind derartige Kontroversen geradezu typisch für einen Fall von Whistleblowing. Es liegt in der Natur der Sache. Geheimnisverräter kommen immer dann zum Zug, wenn in einem System die regulären Kontrollen versagen, die checks and balances. Das ist klassischerweise dann der Fall, wenn ­eine verfilzte Machtelite nicht mehr willens oder in der Lage ist, aus eigener Kraft ihre ­Regeln und Gesetze durchzusetzen (was die ­jeweiligen Machthaber verständlicherweise vehement bestreiten). Allerdings kann auch nicht jeder Querulant die Würde des Whistle­blowers für sich in Anspruch nehmen. Sonst würden Chaos und Willkür herrschen.

Der Whistleblower ist per Definition ein Kantengänger zwischen Recht und Unrecht. Deshalb lässt er sich auch schlecht in Gesetzesparagrafen zwängen. Wenn der Rechtsapparat reibungslos funktioniert, braucht es keine Whistleblower. Die Strafrechtler haben deshalb eine Formel entwickelt, die in solchen Fällen theoretisch zur Anwendung kommt: den «übergesetzlichen Rechtfertigungsgrund». Nur ist in der realen helvetischen Praxis diese Variante bislang graue Theorie geblieben. Es ist kein namhafter Whistleblower-Fall bekannt, in dem sie Anwendung gefunden hätte.

«Meier 19», verfemt und rehabilitiert

Kurt Meier, geboren 1925 in Schöfflisdorf, ist der Vater des Whistleblowertums in der Schweiz. 1967 erlangte er als «Detektivwachtmeister Meier 19» nationale Berühmtheit. Kurt Meier hatte diversen Medien, unter anderem dem damals noch nicht SP-nahen Blick, Dokumente zugespielt, die nahelegten, dass in der Stadt Zürich wohlhabende und einflussreiche Persönlichkeiten systematisch von Verkehrs­bussen verschont wurden (nie belegen konnte «Meier 19» dagegen Anschuldigungen gegen Kripo-Chef Walter Hubatka, den er des Diebstahls von Lohntüten verdächtigte). Wegen Amts­geheimnisverletzung wurde Meier entlassen und schliesslich zu einer Busse verurteilt.

«Meier 19» war eine Galionsfigur der Studenten, die 1968 gegen das herrschende bürgerliche Establishment an der Limmat auf die Strasse gingen. Drei Jahrzehnte später sassen die einstigen Rebellen selber an den Hebeln der Macht. 1998 rehabilitierte der – nun rot-grün dominierte – Zürcher Stadtrat Kurt Meier offiziell mit einem Schmerzensgeld von 50 000 Franken. Rechtlich blieb der Schuldspruch ­gegen «Meier 19» allerdings bestehen, den das Bundesgericht im Mai 1968 bestätigt hatte.

Zopfi/Wyler, 43 Jahre nach «Meier 19»

Kurz vor Weihnachten 2011 verurteilte das Bundesgericht die ehemaligen Controllerinnen Margrit Zopfi und Esther Wyler, weil sie mit Dokumenten auf die grassierende Misswirtschaft im Zürcher Sozialdepartement aufmerksam gemacht und dabei das Amtsgeheimnis verletzt hatten. Das Bundesgericht berief sich dabei explizit auf das Urteil gegen Kurt Meier, das es 43 Jahre zuvor gefällt hatte. Tatsächlich weisen die Fälle eine frappante Analogie auf. Und es ist mehr als eine Ironie der Geschichte, dass dieselben Stadträte, die «Meier 19» rehabilitiert hatten, ein knallhartes Vorgehen ­gegen Zopfi und Wyler forderten.

In beiden Fällen war die Amtsgeheimnisverletzung unbestritten. In beiden Fällen ging es den Angeschuldigten um das Aufdecken systembedingter Missstände in der städtischen Verwaltung, die im Graubereich der Illegalität (Amtsmissbrauch, Begünstigung etc.) lagen. Ein eigennütziges Motiv wurde ihnen von ­keiner Seite unterstellt, jedenfalls nicht offiziell. In beiden Fällen machten die Whistle­blower geltend, sie hätten den Gang an die ­Öffentlichkeit gewagt, weil ihnen ein verfilzter und übermächtiger Staatsapparat keine ­andere Wahl liess. Und in beiden Fällen wies der Staatsapparat diesen Vorwurf mit Entrüstung zurück und verurteilte die Geheimnisverräter.

Immerhin zeigen die Fälle «Meier 19» und Zopfi/Wyler, dass das Whistleblowing in unserem Strafrecht sehr wohl vorgesehen ist. Die Sache ist sogar relativ einfach. Aber eben nur in der Theorie. Entscheidend sind das Motiv und die Verhältnismässigkeit. Das heisst: Der Geheimnisverräter muss aus achtenswerten und uneigennützigen Beweggründen handeln, wobei die Rechtsverletzung nicht gravierender sein darf als das Unrecht, das damit bekämpft wird. Zudem muss eine Notstands­situation vorliegen, die voraussetzt, dass der Angeschuldigte keine legale Alternative hat. Das Prinzip lässt sich anhand von Tötungs­delikten drastisch illustrieren. Wer einen Menschen aus Habgier erschiesst, muss mit ­einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe wegen Mordes rechnen; schiesst der Täter jedoch in einer Notwehrsituation, geht er straflos aus.

Meili, der eingebildete Whistleblower

Aus strafrechtlicher Sicht ist der sogenannte Erfolg nebensächlich. Mit anderen Worten: Selbst wenn der Geheimnisverräter irrtümlich von einem Missstand ausgeht, der sich im Zuge der Untersuchung als Missverständnis entpuppt, geht er straflos aus, sofern er glaubhaft darlegen kann, dass er in guten Treuen handelte. Ein Beispiel dafür lieferte der Fall Meili.Der famose Wachtmann Christoph Meili liess 1997 aus dem Schredderraum der Bankgesellschaft einen ganzen Stapel vermeintlicher ­Holocaust-Dokumente mitlaufen, um sie einer Journalistin zu übergeben. Bald stellte sich ­heraus, dass die gestohlenen Akten lange vor der Machtergreifung der Nazis 1933 erstellt wurden und belanglos waren. Mit der Judenverfolgung hatten sie nichts, aber auch gar nichts zu tun. Trotzdem wurde Meili für den Bankdatendiebstahl nie strafrechtlich belangt.

Christoph Meili wird, unter anderem auch auf Wikipedia, gleichwohl bis heute als Whistleblower gefeiert. Der Fall weist damit eine Problematik auf, die typisch ist für viele Whistle­blower: Meilis Motive, die nie genau untersucht wurden, waren alles andere als klar. In einer frühen Einvernahme hatte er offen eingeräumt, dass er im Schredderraum nach beliebigem Material gesucht hatte, das der Bank schaden könnte. Anfänglich habe er eher an Geschäfte mit Südafrika gedacht.

Tatsache ist, dass die Bank dem Wachmann, der über eine externe Firma angestellt war, ­bereits vor dem Datenklau aus ganz anderen Gründen gekündigt hatte. Doch der öffent­liche Druck aus den USA gegen die Schweizer Banken war derart gross, dass der zuständige Zürcher Bezirksanwalt, nach einer diskreten Intervention des damaligen Bundesrates ­Moritz Leuenberger (SP) über den Zürcher ­Justizdirektor Markus Notter (SP), das Ver­fahren gegen Christoph Meili mit einer formalistischen Begründung einstellte.

Völlig klar ist die Sache, zumindest aus strafrechtlicher Sicht, im Fall von Heinrich Kieber, der CDs mit geheimen Bankkundendaten aus Liechtenstein für 4,6 Millionen Euro an den deutschen Nachrichtendienst verkaufte. Kieber machte nie einen Hehl aus seinen Beweggründen – Habgier und Ranküne –, und er machte auch nie übergesetzliche Rechtfertigungsgründe geltend. Die Motivlage schliesst solche a priori aus, gleichgültig, ob man die aufgrund der Daten in Deutschland aufgedeckten Steuerhinterziehungen billigt oder nicht. Abgesehen davon hatten die betroffenen Bankkunden ihre Vermögenswerte nach dem geltenden liechtensteinischen Recht und den internationalen Gepflogenheiten absolut legal in steuerbefreite Stiftungen angelegt.

Rudolf Elmer, Dieb und Erpresser

Ähnlich liegen die Fakten bei Rudolf Elmer. Der ehemalige Mitarbeiter der Bank Julius Bär hatte auf den Cayman Islands vermeintlich brisante Kundendaten geklaut, mit denen er seinen (ehemaligen) Arbeitgeber zu erpressen versuchte. Elmer fühlte sich von der Bank schlecht behandelt, bei einer Beförderung wurde er übergangen. Nachdem sich die Bank nicht erpressen liess, verschickte Elmer die Bankdaten an diverse Redaktionen und übergab sie schliesslich Wikileaks. Bislang hat freilich kein Journalist die Informationen verwertet, was darauf hinweist, dass sie nicht von öffentlicher Brisanz sind.

Gleichwohl hat Elmer in linken Kreisen, die grundsätzlich wenig vom Bankgeheimnis halten, den Status eines Whistleblowers. Hier zeigt sich eine Problematik, die auch im Fall Hildebrand zum Tragen kommt: Es ist immer auch eine Frage der politischen Einstellung, ob man den Tippgeber verdammt oder feiert. Womit wir wieder bei der eingangs aufgeworfenen Frage wären: Ist Reto T. ein Held oder ein Verräter?

Reto T. suchte den richtigen Weg

Aufgrund der bekannten Fakten ist davon auszugehen, dass Reto T. aus uneigennützigen Motiven handelte. Philipp Hildebrand selber liess ein gewisses Verständnis für den ehemaligen IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin durchblicken. Allein schon aus den ihm vorliegenden Kontoauszügen musste Reto T. den Schluss ziehen, dass der oberste Währungshüter der Schweiz privat mit Devisen und Wertschriften spekulierte. Was nach Hildebrands Rücktritt bekannt wurde, erhärtet seinen Verdacht.

Der Sarasin-Mitarbeiter wandte sich mit seinem ungeheuerlichen Verdacht nicht direkt an die Öffentlichkeit. Er leitete die Fakten und Informationen vielmehr an den Bundesrat weiter, die höchste Instanz über der Nationalbank und damit die richtige Adresse. Offenkundig hatten die internen Kontrollen bei beiden Banken versagt. Man kann sich fragen, ob der Weg über die SVP-Exponenten, Rechts­anwalt Hermann Lei und Christoph Blocher, politisch klug war. Entscheidend ist, dass ­beide Mittelsmänner das Geheimnis wahrten – zumindest bis zum 23. Dezember 2011.

Der 23. Dezember 2011 ist der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Falles – denn erst ab diesem Tag fassten Reto T. und Hermann Lei den Gang an die Öffentlichkeit ins Auge. Den Anlass gab ein irreführendes Communiqué des Bankrates, das mehr verschleiert als geklärt hat und aus dem man schliessen musste, dass die Affäre Hildebrand unter den Teppich gewischt werden sollte. Ob und inwieweit der Gang an die Öffentlichkeit zwischen Reto T. und dem Anwalt Lei abgesprochen war, ist umstritten und Gegenstand einer Strafermittlung, deren Ausgang nicht vorweggenommen werden soll. Nach allem, was bislang bekannt wurde, gibt es allerdings keine konkreten Hinweise auf unlautere Motive, weder bei Reto T. noch bei Anwalt Lei. Wir haben es demnach mit einem geradezu lehrbuchmässigen Fall von Whistleblowing zu tun.

Kommentare

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  • Michael Hartmann
  • 20.01.2012 | 17:46 Uhr

Geehrter Zweiacher, die einzigen Geheimnisverletzungen wurden von den Aufdeckern und der WeWo begangen. PH hat seine Daten nicht selber veröffentlicht - von Geheimnisverletzung keine Spur. Das Devisengeschäft ('Amtsmissbrauch') wurde nachweislich durch seine Frau getätigt (wenn Sie denn lesen können).

Das ganze hat bisher nur Verlierer hervorgebracht! Und warum hat wohl die WeWo alle Onlineartikel vom Netz genommen, geehrter Zweiacher? Können die nicht zu ihren eigenen Geschichten stehen?

  • Harry J. Heutschi
  • 20.01.2012 | 03:08 Uhr

Es gibt einen Whistleblower, der das Verbrechen gegen die Allgemeinheit selbst aufgedeckt und an die entsprechenden Instanzen im Bundeshaus bis zur Bundesanwalschaft, Frau Carla Delponte weitergeleitet hat. Erfolg gleich Minus!
Die vertuschen diese Verbrechen sogleich, um sich und ihre Kumpane in den Behörden, dem Bundeshaus bis hin zur Justiz vor einer Verurteilung und Strafe zu schützen. Frau Delponte verlor wegen diesem Whistleblower ihren Job in Bern u. musste nach Denhaag und Argentinien absitzen.

  • Romano Zweiacher
  • 18.01.2012 | 00:47 Uhr

An alle PH-Liebhaber! Natürlich hat PH gegen das Gesetz verstossen. Er ist vom Staat/Bund bezahlt, somit ein Beamter. Das Gesetz bezüglich Amtsgeheimnis gilt für alle Beamten und deren Familie. Dies nicht nur bei Aktien- sondern auch bei Devisengeschäften. Eine Widerhandlung bezeichnet man bei Beamten als Amtsmissbrauch oder Amtsgeheimnisverletzung. Aber auch ohne ein solches Gesetz würde ja gesunder Menschenverstand und Gerechtigkeitssinn genügen, um dies zu erkennen. Diese sind wohl allen PH-Fans in diesen Blocks abhanden gekommen. Was für ein unnützer widerlicher Aufruhr in der Mainpresse!

  • Agnes Juillerat
  • 17.01.2012 | 22:38 Uhr

Um beim Kommentieren mithalten zu dürfen, glaubte ich, müsse man WW Abonnent/in sein. Beim Lesen einiger beispielloser SVP-Hass-Postillen, kommen mir jedoch diesbezüglich Zweifel auf.

  • Martin Diem
  • 17.01.2012 | 14:24 Uhr

Amüsant, dass der Artikel den Whistleblower Rudolf Hafner einfach übergeht, immerhin hat dieser die politische Landschaft des Kantons Bern nachhaltig verändert. Ach ja, Martignioni, der Regierungsrat mit beträchtlicher krimineller Energie, war ja SVP. Nicht verändert hat der Berner Finanzskandal das paternalistische Staatsverständnis der SVP, weshalb diese Partei für viele Berner unwählbar bleibt, auch wenn man in Sachfragen einverstanden wäre.

  • Armin Müller
  • 16.01.2012 | 18:42 Uhr

@Pierre Amiguet: Wer den Artikel richtig liest, der bemerkt: "...wobei die Rechtsverletzung nicht gravierender sein darf als das Unrecht, das damit bekämpft wird." Dies war im Fall R.T., H. Lei etc. eben objektiv betrachtet nicht der Fall, was zu meiner Frage betreffend Anwalt Lei geführt hat.
In Ihrer blasierten Replik gehen Sie auf diesen Umstand überhaupt nicht ein, diese Antwort "verhebet" deshalb hinten und vorne nicht. Ich muss also weiter dumm und unwissend bleiben.

  • Peter Kuehnis
  • 16.01.2012 | 11:28 Uhr

Man darf gespannt sein wie lange der "ehrenhafte Verräter" noch ein "ehrenhafter" bleiben wird. Ist er doch mit dem Vorgehen der SVP-Mitglieder Lei u.a. (Briefträgern) nicht ganz einverstanden. Noch ein Wort zu Ihnen @Rolf Göppel. >> Willkommen im Mittelalter. Teeren und federn wohl inklusive - oder ?

  • Sascha Kobler
  • 15.01.2012 | 13:55 Uhr

Es ist ja unglaublich was diese Blocher-Hasser hier schreiben !! Wer ist denn hier der Gauner?? Wer hat denn diese Geschäfte nebenbei Gemacht?? Jetzt soll Hildebrant der Gute sein!!?? Ist bja echt unglaublich was hier verzapft wird!!

  • Stanley Komorski
  • 15.01.2012 | 11:50 Uhr

Den allen, die immer noch unerschüttert der Meinung sind: Herr Hilderbrandt ist ein Held oder sogar Märtyrer, stelle ich eine einzige rein hypothetische Frage: wie wärs mit euren Meinung, liebe Damen und Herren, wenn nicht Hildebrandt sondern Blocher der Nationalbankpräsident wäre? Und dann, je nach ihren Antwort, lesen Sie bitte in Duden nach was Wort "Verlogenheit" bedeutet. Danke!

  • Bernhard Zueger
  • 15.01.2012 | 06:36 Uhr

Die Tatsache, dass ein „ein verfilzter und übermächtiger Staatsapparat ihnen keine andere Wahl liess“ u. eine fast unüberwindbare Schallmauer zu durchbrechen war, macht die Heldentaten von Zopfi/Wyler u. IT-Techniker der Bank Sarrasin noch heldenhafter. Ihnen gehört nicht nur der Prix Courage sondern eine hohe Anerkennung für gesunden Menschenverstand und Gerechtigkeitssinn.
Sogar ein Teil des Bundesrates und die früher angesehene NZZ verteidigen die Verunglimpfungen und fehlende Integrität imnmer noch. Die Vorstellung, Stocker und Hildebrand könnten noch im Amt sein ist fast unerträglich.

  • Pierre Amiguet
  • 14.01.2012 | 22:23 Uhr

rmin Müller. Lesen Sie den Artikel doch bevor Sie schreiben: 'übergesetzlichen Rechtfertigungsgrund' ist die Antwort auf ihre (eigentlich dumme) Frage.

Anderseits, Anwalt 'Ich seich ja it Hose' - Lei hat unzweifelhaft Berufsgeheimnisverbot begangen und musste deswegen auch umgehend vor dem Richter antreten.

Hildebrand hat, wie man jetzt weiss, nackt die Welt angelogen, er hat ausserdem wissentlich die im Reglement vorgeschriebene 6-Monate Haltefrist nicht eingehalten und sollte deshalb nicht nur rückwirkend entschädigungslos(!) fristlos entlassen, sondern verklagt werden.

  • Andreas Hofstetter
  • 14.01.2012 | 19:13 Uhr

"Ehrenhafte Verräter" - Man lasse sich diese Wortkombination auf der Zunge zergehen... Sie zeigt ein Mass an Verlogenheit und Bereitschaft Demokratie, Rechtsstaat, Institutionen etc. mit Füssen zu treten und mit Kriminellen und Hehlern zusammenarbeiten, alles nur zur Befriedigung der paranoiden Rachsucht des Alten! Das übertrifft Berlusconi Italien!! Weit haben wir es gebracht! Das jetzt das grosse Erwachen und Entsetzen auch bei den nicht Urbanen eingesetzt hat, ist heilsam und hoffentlich nachhaltig!

  • Stanley Komorski
  • 14.01.2012 | 18:23 Uhr

Einige unverbesserliche auf diese Foren versuchen, ähnlich wie die sogennate Journalisten von Schawinski bis zu Tagesschau, immer wieder Sachen die ihnen nicht passen, entweder zu verdrehen oder auf Nebengeleise zu lenken. Aufgeladen mit Hass und Arroganz vergessen sie dabei, dass freie und mündige Bürger recht haben zu wissen ob die von Steuerzähler finanzierte Posten nicht für persönliche Zwecke ausgenutzt werden. Da die Kontrollstellen in SNB sowie in Bundesrat von anfangs an total versagt haben, war die Wende an die Öffentlichkeit einzige Möglichkeit diese Affäre von vertuschen zu sichern.

  • Michael Hartmann
  • 14.01.2012 | 18:22 Uhr

Sidney, der Hofnarr ist in diesem Fall eine gestürzte Persönlichkeit. Aber ohne diese Peson hätte die ganze Sache gar nicht erst die nötige Brisanz erzeugt! Guter Schachzug. Aus dem Strohfeuer - das mit einem Achselzucken des Hauptangeklagten abgetan hätte werden können - wurde eine landesweite Empörungshitzewelle die völlig aus dem Ruder lief und mit einer absolut unverständlichen Umkehrung des bekannten Rechtssystem endete ('ich kann meine Unschuld nicht beweisen'). Dass jetzt noch mehr Köpfe rollen werden ist absolut lächerlich aber nur gerecht.

  • Michael Hartmann
  • 14.01.2012 | 18:16 Uhr

Der Whistleblower Elmer hat auf den C-Islands (Ausland!!!!) gar nicht die Möglichkeit, schweizer Recht (--> Bankgeheimnis) zu brechen. Schon gemerkt?

Der Fall Liechtenstein ist die Umkehrung des Fall T. Die Moralapostel stehen auf der anderen Seite der politisch-nicht-so-gerne-korrekten. Da kriegt die Moral eine ganz andere Bedeutung.

  • Michael Hartmann
  • 14.01.2012 | 18:11 Uhr

Dieser 23.12. wird in die Geschichtsbücher eingehen. Gem. den internen Richtlinien war PH im Recht als seine Ehefrau geschäftlich Dollar kaufte. Kein Recht wurde gebrochen. Nun aber ist das natürlich für die politisch-so-gerne-nicht-so-korrekten 'moralisch' (man sehe den Finger) verwerflich, dass die selbständig geschäftende US-amerikanische Ehefrau Dollars kaufte. Alles andere (post 15.8.11) war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Die SVP hat also völlig unnötigerweise das in der Verfassung verankerte Bankgeheimnis gebrochen. Natürlich straffrei - wenn es nach der WeWo ginge.

  • Armin Müller
  • 13.01.2012 | 16:55 Uhr

@Jürg Wehrlin: Vielen Dank für die Klarstellung. Mit "A.M." bin also nicht ich gemeint, sondern ein Herr H.

Zurück zum Thema: Es wurde eine Straftat begangen (Diebstahl Bankdaten), ohne dass damit eine Straftat aufgeklärt wurde. Ich frage mich, warum riet also Herr Lei, von Berufe Anwalt, dem Datendieb R.T. nicht von seiner Tat ab? Ist die Gesetzgebung etwa auch für den Anwalt zu unverständlich?

Kann mir diese Frage jemand beantworten?

  • Rolf Göppel
  • 13.01.2012 | 14:06 Uhr

Hiermit möchte ich fordere Christoph Blocher und Roger Köppel auffodern sich mit Nachdruck dafür einzusetzen alle Gerichte in diesem Land aufzuheben und sämtliche Richter an den öffentlichen Pranger zu stellen. Diese Affäre hat so ein Ausmass erreicht, das nur noch die Weltwoche unbefangen darüber urteilen kann. Es kann nicht sein das solche ehrenhaften Leute, die unser Land retten einer Verurteilung ausgesetzt werden können.

  • Jürg Wehrlin
  • 13.01.2012 | 11:59 Uhr

Armin Müller: Bitte nehmen Sie sich nicht zu wichtig. Gemeint sind sicher die Weisheiten des Andreas Hofstetter, der hier seit Jahren sein Unwesen treibt.

  • Armin Müller
  • 13.01.2012 | 09:09 Uhr

@Stanley Komorski: Ich nehme an, dass ich gemeint bin, wenn Sie von A.M. schreiben, der seit Jahren kommentiert. (Allerdings besitze ich meinen Login für die Weltwoche-Website erst seit wenigen Monaten.)
Also:
- Auf Anwürfe wie "Ärzte wissen, was ich meine." gehe ich nicht weiter ein.
- Ich wurde von niemandem "postiert". Die Behauptung ist falsch. Ich bin nur ein besorgter Staatsbürger. Dies hört sich zwar pathetisch an, trifft aber zu.
- "durch Fakten nicht zu widerlegen": Dann widerlegen Sie meinen vorherigen Beitrag doch durch Fakten. Bisher kam nichts, ich freue mich auf die Diskussion.

  • Heinz Kremsner
  • 12.01.2012 | 23:15 Uhr

@Andreas Hofstetter: Besten Dank für Ihren Kommentar. Ich kann Sie da voll unterstützen. Wenn die Leute mit Tomaten auf den Augen oder eine 26-Grad-Rundumbrille tragen sieht man schlecht. Besser ist die 74 Grad-Rundumbrille. Dann sieht man dass nicht einfach ein Datendieb ein "Ehrenhafter Whistleblower" ist sondern das mehr dazu gehört. Im vorliegenden Falle ist das nicht der Fall. Der Datendieb ist ein gewöhnlicher Datendieb der sich mit Daten befasst hat für die die Bank ihm keine Kompetenz gab. Man müsste überprüfen ob SVP-Mitglieder bei Banken ein Sicherheitsrisiko sind. Sie sind es!

  • Stanley Komorski
  • 12.01.2012 | 20:58 Uhr

Ob Fall Hildebrandt oder ein anderes: Die Herren A.M. und A.H. leben mit ihren Kommentaren seit Jahren stets in einer unerschüttterlicher Überzeugung die durch Fakten nicht zu widerlegen ist .Einige Ärzte wissen, was ich meine. Und sehr wahrscheinlich geht da nicht um Fakten sondern eher um Provokotationen. Also liebe "Weltwoche"-Leser: nimmt euch die Provokateure gelassen. Sie tuen nur das, für was sie hier postiert wurden. Also am besten ignorieren! Und sich auf keinen Fall nie mehr in irgenwelcher Disput verwickeln lassen. Wir werden unsere Energie noch für nützlichere Dinge gut brauchen!

  • Marco Bless
  • 12.01.2012 | 19:59 Uhr

Wer ist der "Whistleblower", bzw. der oder die Verräter/in im Bundesrat, der/die die Sonntagspresse informiert und dabei auch den Namen Blocher ins Spiel gebracht hat?

Warum stellen die eifrigen Ankläger von Mittelinks nicht diese Frage?

  • Armin Müller
  • 12.01.2012 | 17:51 Uhr

Es lag und liegt keine rechtliche Verfehlung seitens des Angeschuldigten, Herrn Hildebrand, vor. (Der "moralische" Fehler bleibt unbewiesen.) Objektiv betrachtet wurde also ein Verbrechen - der Bruch des Bankgeheimnisses - begangen, ohne dass ein anderes Verbrechen aufgeklärt wurde. Die Verhältnismässigkeit wurde also nicht eingehalten. Subjektiv mag der Datendieb R.T. tatsächlich geglaubt haben, dies sei anders. Wie und warum Herr Lei als Anwalt hier so leichtfertig mit einem Rechtsbruch umging, sollte aber noch ganz genau untersucht werden.
Klassischer Fall von Whistleblowing? Wohl kaum.

  • Jürg Wehrlin
  • 12.01.2012 | 17:09 Uhr

Nach Beurteilung der bisher veröffentlichten Fakten gibt es für mich nur eine Schlussfolgerung: Seit die heilige Eveline von der Sache wusste, ist sie publik. Das war für sie d i e Gelegenheit, dem Blocher eins auszuwischen und das dumme Volk fällt wieder einmal auf diese Lügnerin und Intrigantin herein.

  • sidney bannier
  • 12.01.2012 | 13:11 Uhr

Im Altertum hielten sich weise Regierungen einen Hofnarren, dessen Aufgabe es war alle Dinge beim Namen zu nennen welche im Mainstream verschwiegen wurden, er konnte nicht bestraft werden. Eine überaus sinnvolle Einrichtung.

  • Ronald Reves
  • 12.01.2012 | 12:44 Uhr

Ein grosses Problem, bei delikaten Aufdeckungen, ist doch meist für den Entdecker, dass er niemandem trauen kann. Er weiss, dass er einen Verrat übt und rechnet mit Konsequenzen. Bleibt er in den internen Meldestellen, ergeben sich meistens sofort nachteilige Konsequenzen und passieren tut trotzdem nichts. Die internen Kontrollen stellen meist auch andere Fragen. Der Fokus liegt woanders. Es geht dann meist um den Ruf der Institution oder ähnliches. Nicht etwa um den eigentlichen Tatbestand. Letzten Endes hat nicht einmal der BR interveniert, um nicht zu sagen, verniedlicht und verschleiert.

  • Kurt Brugger
  • 12.01.2012 | 11:53 Uhr

Die Besserwisser und Ideologiebesessenen argumentieren mit Schmiergeld,das geflossen sein soll zwischen aBRCHB und seinen Informanden.Der AntiBlocherEffekt greift um sich,geschürt durch die Medien.Mit abstrussen Argumenten wird der Gärtner zum Bock gemacht.Niemand schert sich um die Verpflichtung derNR+SRsolche Machenschaften ans Tageslicht zu bringen.Der ITMA in der Psychi muss sich sehr verlassen vorkommen.Ein Held ist er nicht,aber die WW bricht wenigstens eine Lanze für ihn.Das wird ihm helfen diese Krise durch zu stehen.Und was ist, wenn niemand mehr bereit ist Missstände aufzudecken?

  • Andreas Hofstetter
  • 12.01.2012 | 11:14 Uhr

"Ehrenhafte Whistleblower" ... mir kommen die Tränen.. Wer der Weltwoche illegale, gestohlene Daten zuträgt, ist ehrenhaft und ein Whistleblower?! Arroganter, dümmer und unglaubwürdiger gehts wohl nicht mehr! Wie würde es aus dem gleichen Munde tönen, hätte ein Datendieb, mit gleichen "ehrenwerten" Motiven, Bankdaten von Blocher oder Köppel dem Blick übergeben? Krimineller Verräter wäre nur die Überschrift! Blocher/Weltwoche dürfen "stolz" sein dem Bankgeheimnis noch den finalen Todesstoss versetzt zu haben, um aus Rachsucht den die Futtertröge d. Hochfinanz störenden Hildebrand abzuschiessen!

 
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